Lotte Esau
Lotte Agathe Esau (* 8. Februar 1907 in Cadinen; † 1. Oktober 1987 in Lübeck) war eine deutsche Lehrerin und Historikerin.
Leben
Esau wuchs auf dem kaiserlichen Gut Cadinen auf. Sie studierte Geschichte, Germanistik, Englisch und philosophische Propädeutik an den Universitäten Jena, München, Berlin und Königsberg. 1935 wurde sie in Königsberg mit einer Dissertation über Karl Rosenkranz an der Universität Königsberg promoviert. Ihre Doktorväter waren Hans Rothfels und Friedrich Baethgen. Esaus Forschungsschwerpunkt war der Vormärz in Ostpreußen; besondere Bedeutung erlangten 140 Abschriften, die sie von Briefen an und von Johann Jacoby im Königsberger Stadtarchiv vor dessen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg anfertigte.[1] Von 1935 bis Anfang 1945 war sie im Schuldienst in Königsberg und Memel tätig. Ab 1936 gab sie für den Verlag Friedrich Brandstetter in Leipzig die Reihe „Deutsche Frauen. Lebensbilder aus zwei Jahrtausenden“ heraus, in der sie mehrere Bände auch selbst verfasste.[2]
Am Ende des Zweiten Weltkriegs floh sie über das Frische Haff und Danzig nach Schleswig-Holstein. Von 1947 bis 1969 war sie als Fachleiterin Geschichte am Studienseminar in Lübeck tätig.
Lotte Esaus wissenschaftlicher Nachlass wird im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz verwahrt.[3]
Veröffentlichungen
- Karl Rosenkranz als Politiker: Studien über den Zusammenhang der geistigen und politischen Bewegungen in Ostpreußen. Niemeyer, Halle a.S. 1935 (Schriften der Königsberger Gelehrten Gesellschaft, Geisteswissenschaftliche Klasse; 12,2) (Zugl.: Königsberg, Univ., Diss., 1935).
- Liselotte von der Pfalz: eine deutsche Frau am franz. Königshof. Brandstetter, Leipzig 1936 (Deutsche Frauen; 11).
- Königin Mathilde, die Frau Heinrichs I. Brandstetter, Leipzig 1937 (Deutsche Frauen; 2).
- Luise, Königin von Preußen. Brandstetter, Leipzig 1940 (Deutsche Frauen; 14).
- Roswitha von Gandersheim, die erste Dichterin auf deutschem Boden. Brandstetter, Leipzig 1940 (Deutsche Frauen; 3).
- Die Gottschedin und die Karschin. Brandstetter, Leipzig 1941 (Deutsche Frauen; 15).
- Frau Rat Goethe. Brandstetter, Leipzig 1941 (Deutsche Frauen; 16).
- Flugschriften und Broschüren des Vormärz im Ost- und Westpreußen. In: Altpreußische Forschungen. Bd. 19 (1942), S. 250–270.
- Eine Landtagsrede Theodor von Schöns: Rede zur Eröffnung des 6. Provinziallandtages 1837. In: Zeitschrift für Ostforschung: Länder und Völker im östlichen Mitteleuropa. Bd. 13 (1964), Heft 3, S. 516–525.
Literatur
- Marie-Luise Heckmann: Esau, Lotte Agathe. In: Dieselbe: Die erste und zweite Generation der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung – am Beispiel ausgewählter Mitglieder. In: Jürgen Sarnowsky (Hrsg.): 100 Jahre Forschung über Ost- und Westpreußen. Die Historische Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung. Geschichte, Forschungsthemen, Quellen. fibre, Osnabrück 2025 (Einzelschriften der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung; 35), ISBN 978-3-944870-94-6, S. 1–77, hier: S. 63f.
Weblinks
- Lotte Esau. In: Deutsche Biographie (Index-Eintrag).
- Eintrag zu Lotte Esau in Kalliope
Einzelnachweise
- ↑ Peter von der Osten-Sacken (Hrsg.): Juden in Deutschland: zur Geschichte einer Hoffnung; historische Längsschnitte und Einzelstudien. Berlin 1980, S. 151
- ↑ Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Nr. 151, 2. Juli 1936, S. 3130 (Digitalisat).
- ↑ Eintrag zu Lotte Esau in Kalliope