Lothar Knud Frederik
Lothar Knud Frederik (eigentlich Friedrich Paul Lothar Fredrik; * 9. November 1886 in Rixdorf; † 12. Februar 1957 in Berlin) war ein deutscher Filmkritiker und Drehbuchautor beim Stummfilm.
Leben und Wirken
Der Sohn eines Feldwebels[1] studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik und arbeitete in Berlin als Journalist und Filmkritiker. Darüber hinaus war er als Übersetzer (Griechisch, Latein, Mittelhochdeutsch, Französisch und Englisch) sowie als Romanautor tätig. Als Kritiker machte sich Frederik unter dem Signum L.K.F. kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs einen Namen mit im Film-Kurier abgedruckten Rezensionen zu hochwertigen Filmen wie F. W. Murnaus Der Januskopf und Abend – Nacht – Morgen.[2] Seine positiven Besprechungen der Inszenierungen Harry Piels führten dazu, dass der Allround-Filmemacher Frederik zu sich holte und ihm anbot, für ihn Drehbücher zu verfassen. Das erste Ergebnis von Bedeutung war der muntere Dreiteiler Der Reiter ohne Kopf, der Piels endgültigen Durchbruch als Actionfilmstar bedeutete. Gemeinsam mit Piel entwickelte Frederik die Filmfigur des „Unus“, ehe sich das Team nach sechs Filmen wieder trennte.
Frederik blieb die gesamten 1920er als Drehbuchautor tätig; mit dem Ende der Stummfilmzeit zog er sich jedoch aus der Branche zurück. In dieser Zeit bearbeitete er die unterschiedlichsten Filmstoffe, etwa die Adaption einer Balzac-Vorlage in Gobseck, Richard Oswalds Lustspiel Als ich wiederkam, Manfred Noas Posse Der Provinzonkel und das Melodram Mädchenhandel (mit Paul Rosenhayn). Mit Guido Brignones Inszenierung Der Mann, der nicht liebt, wo er lediglich die dramaturgische Bearbeitung des von Hans H. Zerlett verfassten Drehbuchs übernahm, beendete Lothar Knud Frederik 1929 seine aktive Filmtätigkeit. Was er anschließend beruflich tat, ist nicht überliefert. Er lebte zuletzt in Berlin-Nikolassee und starb 1957 im Städtischen Krankenhaus Wannsee.[3]
Von 1912 bis zur Scheidung 1919 war Lothar Frederik mit Eva Bohrdt verheiratet.[4]
Filmografie
- 1921: Der Reiter ohne Kopf (3 Teile)
- 1921: Der Fürst der Berge
- 1921: Unus, der Weg in die Welt. Der Fürst der Berge, 2. Teil
- 1922: Zwei Welten
- 1923: Gobseck
- 1924: Frauen im Sumpf (Judith)
- 1926: Als ich wiederkam
- 1926: Der Provinzonkel
- 1926: Mädchenhandel
- 1927: Bezwinger der 1000 Gefahren
- 1929: Der Mann, der nicht liebt (nur dramaturgische Bearbeitung)
Literatur
- Gudrun Weiland: „Von einem sensationellen Erlebnis zum anderen getrieben …“. Kriminalheftromane und die Zeitgestalt ‚Serialität‘ in den 1920er und 1930er Jahren. Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2017, ISBN 978-3-86395-309-6, S. 262 (PDF; 5,31 MB).
Einzelnachweise
- ↑ Landesarchiv Berlin, Geburtsregister Standesamt Rixdorf, Nr. 993/1886 (online bei Ancestry, kostenpflichtig).
- ↑ Filmkritik bei filmportal.de.
- ↑ Landesarchiv Berlin, Sterbebuch Standesamt Zehlendorf von Berlin, Nr. 318/1957 (online bei Ancestry, kostenpflichtig).
- ↑ Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Dahlem, Nr. 16/1912 (online bei Ancestry, kostenpflichtig).