Lothar-von-Faber-Schule
| Lothar-von-Faber-Schule | |
|---|---|
| Haupteingang der Lothar-von-Faber-Schule | |
| Schulform | Fachoberschule |
| Schulnummer | 0903[1] |
| Gründung | 1971 |
| Adresse | Schafhofstraße 25 90411 Nürnberg |
| Land | Bayern |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 49° 28′ 46″ N, 11° 7′ 7″ O |
| Träger | Freistaat Bayern |
| Schüler | 1052[1](Stand: 2024/2025) |
| Lehrkräfte | 90[1](Stand: 2024/2025) |
| Leitung | Sandro Brütting[2] |
| Website | Lothar-von-Faber-Schule |
Die Lothar-von-Faber-Schule (LVF) in Nürnberg ist eine Staatliche Fachoberschule (FOS), die 1971 gegründet wurde und ab 1972 in mehreren Etappen das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Kreislandwirtschaftsschule im nordöstlich gelegenen Stadtteil Schafhof bezog.[3] Sie wurde 2004 nach dem Großindustriellen und Nürnberger Ehrenbürger Lothar von Faber benannt.[4] Die FOS ist eine Eliteschule des Fußballs
Geschichte
Vorgeschichte
1911 erhielt die Königliche Kreislandwirtschaftsschule, die bis dahin im südlich gelegenen Stadtteil Lichtenhof beheimatet war, in Schafhof ein neues Gebäude im barockisierenden Jugendstil. Zwei Reliefs am Eingangsportal stellen Saat und Ernte dar. Der Mittelteil des Gebäudes ist 107 m lang. In den Seitenflügeln waren auf der Nordseite eine Turnhalle und auf der Südseite ein Internat untergebracht. Nördlich der Schule entstand zudem eine Rektorenvilla, die ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Südlich schlossen sich ursprünglich landwirtschaftliche Flächen an.[4]
Während des Ersten Weltkriegs wurde das Gebäude als Reservelazarett genutzt, im Anschluss wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Auf Grund sinkender Schülerzahlen wurde die Landwirtschaftsschule 1931 geschlossen. Daraufhin bezog zunächst eine Hauptschule das Gebäude, ehe es ab 1937 wurde das Schulhaus dann vom Wehrkreiskommando XIII als Sitz der Luftüberwachung genutzt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs diente es zunächst zur Unterbringung von Geflüchteten, ehe das Gebäude 1960 in den Besitz der Stadt Nürnberg überging, die dort daraufhin eine Volksschule einrichtete.[4]
Fachoberschule
Nachdem im Jahr 1970 Fachoberschulen (FOS) auch in Bayern als Schulart eingeführt wurden, wurde 1971 die heutige Lothar-von-Faber-Schule als zweite Nürnberger (FOS) für die Ausbildungsrichtungen Technik, Wirtschaft, Sozialwesen und Gestaltung gegründet. Zum Start des Schulbetriebs im Oktober 1971 mit 420 Schülern war die Schulleitung in der Volksschule in der Bartholomäusstraße untergebracht, während der Unterricht unter anderem in Räumlichkeiten der Schule Bartholomäusstraße, des Willstätter-Gymnasiums und des Martin-Behaim-Gymnasiums stattfand.[4]
Um die Raumsituation zu verbessern, erfolgte 1972 die Instandsetzung von Teilen des alten Schulgebäudes in Schafhof, das weiterhin auch als Volksschule genutzt wurde. Trotz dessen blieb die Raumnot weiterhin groß, sodass immer wieder Außenstellen in anderen Schulgebäuden eingerichtet werden mussten. 1976 wurde ein zweiter Bauabschnitt fertiggestellt, der der Raumnot deutlich Abhilfe schaffte. Ab 1977 konnte schließlich der gesamte Schulbetrieb im neuen Schulgebäude abgehalten werden, ehe man in den 1980er Jahren erneut Außenstellen einrichten musste. Als Lösung zog 1984 die sich bis dahin ebenfalls im Gebäude befindliche Volksschule aus, sodass von nun an alle Räumlichkeiten für die FOS genutzt werden konnten. Zudem erfolgte bis November 1984 die Außenrenovierung der Schulaula.[4]
Im Jahr 2004 wurde die Schule nach Lothar von Faber, der 1861 Ehrenbürger der Stadt Nürnberg wurde, benannt. Ein Grund hierfür stellt unter anderem das Wirken Fabers dar, das sich auf alle angebotenen Fachrichtungen beziehen lässt. In führender Leitung war er maßgeblich durch die Modernisierung der Produktionsgeräte am Aufstieg des Unternehmens Faber-Castell zum Weltmarktführer in der Stifteproduktion beteiligt. Zudem erkannte er früh den Aspekt der sozialen Absicherung für seine Angestellten und richtete eine Betriebskrankenkasse ein. Heute werden im Gestaltungszweig Stifte und Werkzeuge verwendet, die im Unternehmen Faber-Castell entwickelt und produziert werden.[4]
2024 konnte die ehemalige Rektorenvilla zur Nutzung von schulischen Zwecken zurückgewonnen werden. Hier soll eine sogenannte Kunstvilla entstehen.[4]
Angebot
Das Angebot der Lothar-von-Faber-Schule umfasst heute (Dezember 2025) die Fachrichtungen Gestaltung, Gesundheit, Sozialwesen sowie Wirtschaft und Verwaltung.[5] Um die Ausübung von Leistungssportarten und die schulische Ausbildung optimal miteinander zu verbinden, werden auch sogenannte Leistungssportklassen angeboten. In diesen werden die Kernfächer gemeinsam unterrichtet, wohingegen nur die Fächer der jeweiligen Fachrichtungen individuell besucht werden. Als Eliteschule des Fußballs im Verbund mit der Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg ist die Lothar-von-Faber-Schule Kooperationspartner für Spielerinnen und Spieler der lokalen Bundesligisten 1. FC Nürnberg und SpVgg Greuther Fürth.[6]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c Lothar-von-Faber-Schule Staatliche Fachoberschule Nürnberg in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Schule auf fos-n.de, abgerufen am 6. Dezember 2025
- ↑ Denkmalliste Kreisfreie Stadt Nürnberg auf geodaten.bayern.de, abgerufen am 6. Dezember 2025
- ↑ a b c d e f g 20 Jahre Lothar-von-Faber im Namen der Schule auf fos-n.de, abgerufen am 6. Dezember 2025
- ↑ Fachrichtung auf fos-n.de, abgerufen am 6. Dezember 2025
- ↑ Fachrichtung Leistungssportklassen auf fos-n.de, abgerufen am 6. Dezember 2025