Logenhaus Alexius zur Beständigkeit

Das Logenhaus Alexius zur Beständigkeit ist ein denkmalgeschütztes Logenhaus einer Freimaurerloge in Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt.

Lage

Das Gebäude befindet sich im Zentrum der Bernburger Bergstadt auf der Westseite der Großen Einsiedelsgasse an der Adresse Große Einsiedelsgasse 6a.

Geschichte und Architektur

Die Freimaurerloge Alexius zur Beständigkeit wurde 1818 gegründet. Zuvor war bereits ab 1812 ein Maurerischer Brüder-Verein tätig. Der Name wurde der Loge von Alexius Friedrich Christian, Herzog von Anhalt-Bernburg gegeben. Zunächst wurde als Logenhaus ein Gebäude auf dem angrenzenden Grundstück Lange Straße 7/8 genutzt. Der Tempel wurde am 27. Mai 1818 geweiht.

Im Jahr 1852 wurde dann auf einem im gleichen Jahr erworbenen Grundstück ein neues Logenhaus nach Plänen von Johann Philipp August Bunge, der auch Logenmitglied und ihr Ehrenmeister war, erbaut. Bunge hatte zuvor das alte Haus zum Teil umgebaut. Die Grundsteinlegung erfolgte im April 1852, die Einweihung des Neubaus am 18. Oktober 1852. 1858 hatte die Loge 135 wirkliche Mitglieder, 7 Ehrenmitglieder, 2 ständig besuchende und 6 dienende Brüder. 1859 wurde im Logengarten zwischen der Langen Straße und der Einsiedelsgasse ein Obelisk errichtet, der mit einem Porträtrelief Bunges verziert war. Der Obelisk ist jedoch nicht erhalten.

Das klassizistische Gebäude wurde 1864 und 1867 umgebaut. 1877 hatte die Loge 200 Mitglieder. Die Loge war beteiligt an den Logenneugründungen Esiko zum aufgehenden Licht in Dessau (1875) und Ludwig zum Palmbaum in Köthen (1879).

Von 1884 bis 1886 fanden ein Neubau und eine Erweiterung nach Plänen von Merkel statt. Die Einweihung fand am 6. September 1885 in Anwesenheit von 276 Brüdern statt. Das Hauptgebäude ist im Stil der italienischen Renaissance gestaltet. Im Hauptgebäude des Ensembles befindet sich ein großer, mit hohen Rundbogenfenstern versehener Saal.

1891/1892 hatte die Loge 188 Mitglieder. Die 1893 gestiftete Altschottische Loge Wolfgang zur Treue wurde mit der Loge Alexius zur Beständigkeit verbunden. 1907 wurde der Logengarten um ein 47 m² großes Areal an der Langen Straße erweitert. Außerdem erwarb man eine Orgel des Orgelbaumeisters Wilhelm Rühlmann aus Zörbig. Die Freimaurerloge wurde 1935 in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zwangsweise aufgelöst, das Gebäude 1937 enteignet. Es folgte eine Umnutzung als Krankenhaus, Musikhaus und Turnhalle. Für die verschiedenen Verwendungszwecke wurden Um- und Einbauten vorgenommen und so nach und nach das Gebäude im Inneren verändert. Erhalten blieb jedoch ein mit einem G versehenes Hexagramm im Giebeldreieck.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte eine Nutzung als Volkshaus, ab 1950 dann als Musikschule Peter I. Tschaikowsky. Nach einem weiteren Umbau nutzte die Sonderschule Pestalozzi das Anwesen als Internat.

Nach der friedlichen Revolution des Jahres 1989 erhielt die Weltkugelstiftung das Gebäude rückübertragen. Sie investierte 1,05 Millionen DM in das Haus, zumeist für denkmalpflegerische Arbeiten.

1994 erfolgte eine Verpachtung an die Evangelische Jugendhilfe St. Johannis. Die gesamte Grundstücksfläche umfasst 2575 m², die gewerbliche Nutzfläche des Hauses 1115 m². Ab 2007 bestanden Bemühungen zur Wiedererrichtung der Loge, die Gründungsversammlung fand am 16. Oktober 2009 in Wernigerode statt. Am 29. Mai 2010 nahm die Loge Alexius zur Beständigkeit wieder ihre Arbeit auf und nutzt dabei seit Mai 2010 auch wieder in Teilen das Logenhaus. 2010/2011 wurde das Haus saniert.

Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist das Logenhaus unter der Erfassungsnummer 094 60650 als Baudenkmal eingetragen.[1]

Literatur

  • Birthe Rüdiger: Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Landkreis Bernburg. Band 12, Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag Petersberg, 2003, ISBN 3-937251-06-5, Seite 82 f.

Einzelnachweise

  1. Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19.03.2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 3592.

Koordinaten: 51° 47′ 46,6″ N, 11° 44′ 20,1″ O