Lise-Meitner-Gymnasium Remseck am Neckar

Lise-Meitner-Gymnasium Remseck am Neckar
Eingangsbereich der Schule, 2020
Schulform Gymnasium
Schulnummer 04161366
Gründung 1975/1979
Adresse Meslay-du-Maine-Straße 26
Ort Remseck am Neckar
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 52′ 19″ N, 9° 15′ 35″ O
Träger Stadt Remseck am Neckar
Schüler 694[1]
Lehrkräfte 66[1]
Leitung Nikolaus Weiske
Website www.lmg-remseck.de

Das Lise-Meitner-Gymnasium Remseck am Neckar (kurz: LMG) ist ein allgemeinbildendes Gymnasium in Remseck am Neckar im Landkreis Ludwigsburg. Es ist das einzige Gymnasium der Großen Kreisstadt und befindet sich im ehemals selbstständigen Stadtteil Aldingen. Die Schule ist nach der österreichischen Physikerin Lise Meitner benannt.

Geschichte

Hintergrund

Die Entstehung der Schule ist mit dem Zusammenschluss Remsecks verknüpft, die beide im Jahre 1975 stattfanden. Anfang der 1970er Jahre kooperierten die damals eigenständigen Gemeinden Aldingen, Neckargröningen, Neckarrems, Hochdorf, Hochberg und Poppenweiler auf verschiedenen Verwaltungsebenen. Auf Vorschlag Hochbergs gab es den Plan, ein gemeinsames Bildungszentrum zu gründen. Poppenweiler verließ das Projekt; die verbliebenen fünf Gemeinden gründeten eine Zweckgemeinschaft zur Umsetzung des Schulzentrums. Dies war das erste Mal, dass die fünf späteren Remsecker Stadtteile in dieser Konstellation zusammenarbeiteten.[2] Sie schlossen sich im Jahre 1975 zur Stadt Aldingen am Neckar zusammen, die 1977 in Remseck am Neckar umbenannt wurde; Poppenweiler hingegen wurde 1975 nach Ludwigsburg eingemeindet.

Anfangszeit

Das heutige Gymnasium hat seine Ursprünge als 1975 eingerichtete Außenstelle Aldingen des Mörike-Gymnasiums Ludwigsburg. 1979 erfolgte die Umwandlung in ein eigenständiges Progymnasium; die Schule trug fortan den Namen Progymnasium Remseck. Von anfangs 116 Schülern im Jahre 1975 wuchs die Schule bis 1981 auf 501 Schüler an.[3] Ab 1982 erfolgte die Aufstockung zum vollständigen Gymnasium. 1986 schlossen hier erstmals 36 Schüler mit dem Abitur ab.[4] In dieser Zeit wurde die Schule auch als Gymnasium im Aufbau bezeichnet; danach trug sie den Namen Gymnasium Remseck.[5]

Benennung nach Lise Meitner

Um 1985 gab es Bestrebungen der Stadt Remseck die Schule nach Otto Konz, dem Erbauer des Neckarkanals, zu benennen. Dies stieß auf Widerstand von Schülern und Eltern und scheiterte schließlich aufgrund der fehlenden Zustimmung von Konz’ Angehörigen. Zum Schuljahr 1990/91 erhielt die Schule schließlich den Namen Lise-Meitner-Gymnasium. Damit folgte man einer gemeinsamen Empfehlung von Schulleitung, Schülermitverantwortung und Elternbeirat.[6]

Gebäude

Die Schule befindet sich im Bildungszentrum Remseck[A 1] auf dem Gewann Gomperle am Rande des Wohngebietes Halden in Aldingen. Das Bildungszentrum wurde von 1973 bis 1975 errichtet. Nach seiner Lage wurde der Gebäudekomplex bis in die 1990er Jahre hinein umgangssprachlich ebenfalls als Gomperle bezeichnet.

In dem Gebäude waren zunächst neben der gymnasialen Außenstelle (dem späteren LMG) noch die Remsecker Realschule sowie die Hauptschule untergebracht. 1977 wechselte die gymnasiale Außenstelle in Räume auf dem Gelände der Neckarschule (Grundschule) im Aldinger Ortskern. 1984 kehrte die Schule, nun als Progymnasium, ins Bildungszentrum zurück; die Realschule zog im Wechsel in die Räume bei der Neckarschule um.[7] 1985 wurde das Bildungszentrum durch Anbauten um mehrere Klassenräume erweitert.[8] 1997 wechselte die Hauptschule vom Bildungszentrum in die Neckarschule (die Realschule wiederum wurde an einen neuen Standort in Pattonville verlegt) und im Bildungszentrum wurde eine Außenstelle der Grundschule eingerichtet.[9][10] Heute ist im Bildungszentrum nur noch das Lise-Meitner-Gymnasium beheimatet.

Dem Bildungszentrum angegliedert sind die Sporthalle Regental sowie das Stadion im Regental, die von der Schule sowie diversen Remsecker Vereinen genutzt werden. 1986 wurde ein Anbau zwischen Bildungszentrum und Sporthalle erbaut; 1993 wurde das Bildungszentrum durch einen Pavillon, der als Aufenthaltsraum dient, erweitert.[11][12]

Schulprofil

Die erste Fremdsprache Englisch wird ab der fünften Klasse unterrichtet. Zur sechsten Klasse entscheiden sich die Schüler für die zweite Fremdsprache zwischen Französisch und Latein. Eine weitere Wahlmöglichkeit gibt es zur achten Klasse zwischen Spanisch als dritter Fremdsprache und dem Fach NwT. Es besteht außerdem ein bilingualer Zug ab der fünften Klasse.[13]

Schulleben

Als außerunterrichtliche Angebote bestehen an der Schule u. a. eine Theater-AG, eine Garten-AG, eine Mode-AG und mehrere Chöre, darunter der ELSE-Chor (Eltern, Lehrer, Schüler, Ehemalige).[14] Der Förderverein der Schule wurde 1994 gegründet; von ihm wird seit 1999 ein Jahrbuch der Schule herausgegeben.[15] Seit 2011 verfügt die Schule über eine fest integrierte Schulsozialarbeit vor Ort.[13]

Seit 1981 gibt es ein Austauschprogramm mit der französischen Gemeinde Meslay-du-Maine, einer Partnerstadt Remsecks; seit 2015 werden außerdem Austausche mit Vaucouleurs im Nordosten Frankreichs angeboten. Ein Austausch mit zwei Schulen der US-amerikanischen Stadt Grand Forks in North Dakota besteht seit 1989.[16]

Lise, das ebenfalls nach Lise Meitner benannte Maskottchen der Schule, hatte 2005 ihren ersten Auftritt und geht auf die Zeichnung eines damaligen Schülers zurück.[17]

Seit 1994 besteht der Förderverein des Lise-Meitner-Gymnasium Remseck am Neckar e.V. Unter anderem gibt er das Jahrbuch der Schule heraus und unterstützt unter anderem außerschulische Veranstaltungen, Klassenfahrten sowie mit Geld- und Sachspenden die Ausstattung der Schule.[18]

Schulleitung

  • 1979–1980 Karl-Heinz Würch (kommissarisch)[A 2]
  • 1980–1985 Heinz Bader
  • 1986–2005 Roland-Rainer Sochor
  • 2005–2015 Hartmut Riedel
  • 2015–2016 Wolfgang Zieher (kommissarisch)
  • 2016–2024 Antonia Bott
  • seit 2024 Nikolaus Weiske (2024–2025 kommissarisch)
Commons: Lise-Meitner-Gymnasium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Das Gebäude wird auch als Bildungszentrum Rems-Neckar bezeichnet.
  2. Karl-Heinz Würch war zuvor von 1975 bis 1979 Leiter der Außenstelle Aldingen des Mörike-Gymnasiums Ludwigsburg.

Einzelnachweise

  1. a b Schuladressdatenbank. Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Stuttgart, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  2. Eduard Theiner: 40 Jahre Remseck am Neckar. Karriere einer Reformgemeinde. In: Ludwigsburger Geschichtsblätter. Heft 69 (2015), S. 203–231, abgerufen am 6. Oktober 2025.
  3. Erweiterungsbau der Neckarschule in Aldingen übergeben: Mehr Platz fürs Progymnasium. Sechs zusätzliche Räume geschaffen – Staatsbeitrag läßt auf sich warten. In: Ludwigsburger Kreiszeitung. 21. Mai 1982, Nr. 115, S. 8.
  4. Eduard Theiner (Hrsg.): Remseck am Neckar | Große Kreisstadt. Ungeheuer + Ulmer, Ludwigsburg 2004.
  5. Eintrag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 4. Oktober 2025.
  6. Ein Name bricht durch! In: SKULTAIM. Die Schülerzeitung des Gymnasiums Remseck. Nr. 44. Druckerei & Verlag Gerhardt Kloka, Beilstein April 1990, S. 4–6.
  7. Gymnasium kommt ins Bildungszentrum. Realschule zieht in die Neckarschule um – Anbau im “Gomperle” notwendig. In: Ludwigsburger Kreiszeitung. 28. Februar 1984.
  8. Gemeinderat lehnt Angebot ab: Glaserarbeiten viel zu teuer. 80 Prozent Kostenüberschreitung “unannehmbar”. In: Ludwigsburger Kreiszeitung. 9. März 1985.
  9. Statt der Haupt- wird die Grundschule geteilt. Gemeinderäte beugen sich murrend dem Druck der Schulverwaltung. In: Ludwigsburger Kreiszeitung. 12. Oktober 1996.
  10. Gemeinderat kehrt Entscheidung vom Frühjahr um: Grundschule Aldingen bekommt Außenstelle. Kultusministerium lehnt früheren Ratsbeschluß ab und kündigt Kürzung der Zuschüsse an. In: Stuttgarter Zeitung. 17. Oktober 1996.
  11. Glaspalast im Sommer ein „Gewächshaus“. In: Ludwigsburger Kreiszeitung. 26. Januar 1993.
  12. Gäste müssen nicht auf dem trockenen sitzen: Vereine dürfen Pavillon nutzen. Aufenthaltsraum im Bildungszentrum ist zu mieten. In: Ludwigsburger Kreiszeitung. 21. Oktober 1993.
  13. a b Rat & Hilfe – Schulsozialarbeit. Lise-Meitner-Gymnasium Remseck am Neckar, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  14. AGs. Lise-Meitner-Gymnasium Remseck am Neckar, abgerufen am 12. Oktober 2025.
  15. Eintrag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 4. Oktober 2025.
  16. Schüleraustausch. Lise-Meitner-Gymnasium Remseck am Neckar, abgerufen am 6. Oktober 2025.
  17. Infos für die Öffentlichkeit. Lise-Meitner-Gymnasium Remseck am Neckar, abgerufen am 6. Oktober 2025.
  18. Förderverein. In: Lise Meitner Gymnasium. Abgerufen am 4. November 2025.