Lisbeth (Schiff)

Lisbeth
Besatzung der Lisbeth an Deck, um 1900
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Deutsches Reich Deutsches Reich
andere Schiffsnamen Pendragon Castle (1891–1898)
Lisbeth (1898–1927)
Schiffstyp Frachtsegler
Rufzeichen RKWJ (1898–1921)
RCMT (1922–1927)
Heimathafen Hamburg
Reederei James Chambers & Co., Liverpool (1892–1898)
H. Hinrich. Schmidt (1898–1921)
Claus Hinrichsen G.m.b.H. (1922–1927)
Bauwerft R. Williamson & Son Ltd., Workington
Baunummer 94
Stapellauf 1891
Verbleib 1927 verschrottet
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 92,63 m (Lüa)
89,00 m (Lpp)
Breite 12,80 m
Seitenhöhe 7,93 m
Tiefgang (max.) 6,58 m
Verdrängung 5,170 t
Vermessung 2.510 BRT / 2.399 NRT
 
Besatzung 28 Mann
Takelung und Rigg
Takelung Bark
Anzahl Masten 4
Anzahl Segel 32
Segelfläche 3.200 m²

Pendragon Castle, um 1898 aus der A.D.Edwardes Collection
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Hamburger Lisbeth San Diego Bay, um 1900 aus der A.D.Edwardes Collection
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Hamburger Viermaster Lisbeth, um 1900 aus der A.D.Edwardes Collection
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Die stählerne Viermastbark Lisbeth war ein 1891 unter dem Namen Pendragon Castle gebauter großer Windjammer und lief 1891 in Workington in der ehemaligen englischen Grafschaft Cumberland auf der etwa 150 km nördlich von Liverpool liegenden Schiffswerft R. William & Son mit der Baunummer 94 vom Stapel.

Beschreibung

Der englische Schiffbau erlebte mit den frachtfahrenden Segelschiffen in den 1880er bis 1890er Jahren seine Blütezeit. Seit 1880 wurden bereits typgleiche Vollschiffe in Serienbau, zunehmend mit Stahl in rationeller und kostengünstiger Bauweise gebaut. Von 1889 bis 1892 wurden auf der Werft, die mittlerweile von Sohn Thomas Williamson geleitet wurde, neben der Pendragon Castle fünf weitere Schwesterschiffe Andelana (1889–1899), Eusemere (1890–1912), Vortigern (1891–1937), Caradoc (1892–1898), Conishead (1892–1917) gebaut. Es waren gelungene Konstruktionen und sie wurden als „Workington Sisters“ für ihre schnellen Reisen bekannt. Aufgrund der hervorragenden Segeleigenschaften verschafften sie der Werft einen guten Ruf auch über die Zeit des Segelschiffbaus hinaus.

Geschichte

Die Liverpooler Partenreederei James Chambers & Co. setzte die Viermast-Bark Pendragon Castle (ON 97843) ab 1891 mit dem 35-jährigen Londoner Kapitän John Davis Wood für den Frachtverkehr von Salz nach Indien und mit Reis zurück nach England ein. Ab Dezember 1892 führte der 48-jährige Kapitän Nelson Richardson aus Kanada das Frachtsegelschiff bis 1898.

Die Pendragon Castle wurde 1898 an die junge Hamburger Reederei Hans Hinrich Schmidt (1897–1928)[1] verkauft (£ 14.000). Sie erhielt das deutsche Flaggensignal RKWJ und wurde in Lisbeth umgetauft.

Bekannte Schiffsführer: Hamburger Reederei Hans Hinrich Schmidt, Hamburg

  • 1898–1898 Kapitän Scharsich
  • 1898–1903 Kapitän Heinrich Bock
  • 1903–1907 Kapitän E. Chr. Kaak
  • 1908–1910 Kapitän Nicolai J. Lorenzen
  • 1910–1912 Kapitän P. Hansen
  • 1912–1914 Kapitän Christian Jessen,[2] kriegsbedingtes Aufliegen für sechs Jahre in Iquique, Chile.

Durch den Ersten Weltkrieg war der Salpeterimport eingestellt worden. Die Segelschiffsflotte, der größte Vermögenswert der Reederei, musste nach dem Weltkrieg praktisch ohne Entschädigung an die Siegermächte ausgeliefert werden.

Unter der Verhandlungsführung der Deutsche Segelschiff-Kontor GmbH wurde die Lisbeth von Oktober 1920 bis Januar 1921 unter Kapitän Looks (Viermastbark Albertus Vinnen) und dem Ersten Offizier Kapitän Abshagen (Vollschiff Meipo) nach Europa, Delfzijl, zurückgeführt und an Frankreich ausgeliefert. Kapitän Christian Jessen kehrte mit dem Vollschiff Mimi von Dezember 1920 bis Mai 1921 zurück nach Ostende zur Übergabe an die Entente.

Erst 1922 konnte die Lisbeth durch Rückkauf für 115.000 Franc an den Bremer Bernhard Wilhelm Riedemann und für 600.000 Mark an die junge Hamburger Reederei Claus Hinrichsen G.m.b.H. zurückgeholt werden. Das Schiff bekam nun das Unterscheidungssignal RCMT.

Hamburger Reederei Claus Hinrichsen G.m.b.H., Hamburg

  • 1922–1924 Kapitän Max Stebinger
  • 1924–1925 Kapitän Georg Windhorst
  • 1926–1927 Kapitän Willy Hilgendorf

1927 erfolgte in Port Glasgow der Abbruch und die Verschrottung, die Galionsfigur war noch bis in die 1930er Jahre in den Gärten des Royal Rock Hotels in Rock Ferry in der Grafschaft Cheshire zu besichtigen.

Ein Halb-Schiffsmodell der Viermastbark befindet sich noch heute im Friesenmuseum, Wyk auf Föhr, vermutlich Original aus der Werft.

Literatur

  • Jürgen Meyer: Hamburgs Segelschiffe 1795–1945. Edition Maritim, Hamburg 1999, ISBN 3-89225-400-1.
  • Lloyd’s Register of Shipping, 1924–1925 Historical Research Sailing Vessels No. 52785 Lisbeth (RCMT) Steel 4MstBk 2453 GRT 1891 R.Williamson&Son, Claus Hinrichsen G.m.b.H., Hamburg

Einzelnachweise

  1. Reedereiflagge Hans Hinrich Schmidt, Hamburg
  2. Lisbeth, C. Jessen, Reederei Hans Hinrich Schmidt