Linnau (Soholmer Au)

Linnau (dänisch: Lindå) ist ein Ortsteil der Gemeinde Lindewitt im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Bis zur Gebietsreform im Jahr 1974 war Linnau eine eigenständige Gemeinde.[1]

Geographie

Linnau liegt auf der Schleswigschen Geest, etwa 25 Kilometer südwestlich von Flensburg. Die Landschaft ist geprägt durch landwirtschaftliche Nutzflächen, Knicks (Wallhecken) sowie Wald- und Moorgebiete.

Durch das Ortsgebiet fließt die gleichnamige Linnau (auch Linnau Au), ein Fließgewässer, das südwestlich von Flensburg entspringt und später in die Soholmer Au mündet. Der Flusslauf wurde in Teilen renaturiert, um die natürliche Fließdynamik wiederherzustellen und Lebensraum für Flora und Fauna zu verbessern.[2]

Nachbarorte sind die ebenfalls zur Gemeinde Lindewitt gehörenden Ortsteile Kleinwiehe und Lindewitt-Lüngerau sowie im Norden die Gemeinde Nordhackstedt.

Geschichte

Der Ortsname leitet sich vermutlich – ähnlich wie der des Hauptortes Lindewitt (Lindenwald) – von der Bezeichnung für den Baum „Linde“ und der Endung „-au“ für ein Gewässer ab. Im Dänischen ist die Bezeichnung Lindå gebräuchlich.

Das Gebiet ist seit langer Zeit besiedelt. Historisch war Linnau ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Ein markantes Zeugnis der Dorfgeschichte im 20. Jahrhundert ist das Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Die Anlage besteht aus einer mit einem Stahlhelm gekrönten Steinsäule für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, umgeben von einem Feldsteinwall mit Gedenktafeln für die Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Am 24. März 1974 verlor Linnau seine politische Eigenständigkeit. Im Zuge der schleswig-holsteinischen Gebietsreform schlossen sich die bis dahin selbständigen Gemeinden Linnau, Kleinwiehe, Lindewitt-Lüngerau, Riesbriek und Sillerup zur neuen Großgemeinde Lindewitt zusammen.

Im Wappen der Gemeinde Lindewitt wird Linnau symbolisch durch eine der fünf Samenkapseln des dort abgebildeten Lindenzweiges repräsentiert.

Wirtschaft und Infrastruktur

Linnau ist bis heute vorwiegend landwirtschaftlich strukturiert. Neben der klassischen Landwirtschaft (Ackerbau und Viehzucht) spielen erneuerbare Energien eine wachsende Rolle. Im Ort und der direkten Umgebung befinden sich Biogasanlagen sowie Windkraftanlagen (Windpark Lindewitt-Linnau).

Bekannte Unternehmen:

  • Linnauer Ackerfrüchtchen: Ein überregional bekannter landwirtschaftlicher Betrieb, der sich auf den Anbau und die Direktvermarktung von Kartoffeln spezialisiert hat.

Verkehr und Mobilität: Linnau ist über Kreisstraßen an das regionale Verkehrsnetz angebunden. Zur Förderung der nachhaltigen Mobilität im ländlichen Raum verfügt der Ortsteil über eine Station des E-Carsharing-Projekts „Dörpsmobil“.

Persönlichkeiten

  • Thomas Andresen (* 1897 in Linnau; † 1972), deutscher Politiker (CDU) und Mitglied des Landtags von Schleswig-Holstein (1947–1954).

Einzelnachweise

  1. Amt Schafflund im Kreis Schleswig-Flensburg. Abgerufen am 12. Januar 2026 (deutsch).
  2. Linnau (Riesbriek) | ALLE ANGELN. Abgerufen am 12. Januar 2026.