Lindach (Bannwald)

Bannwald
„Lindach“

Der Bannwald ist flächengleich mit dem gleichnamigen Naturschutzgebiet

Lage Igersheim im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland
Fläche 16,9936 ha
Kennung 100019
Geographische Lage 49° 33′ N, 9° 55′ O
Einrichtungsdatum 8. November 2004
Verwaltung Forstdirektion Tübingen
f6

Das Gebiet Lindach ist ein mit Verordnung vom 8. November 2004 durch die Körperschaftsforstdirektion Tübingen ausgewiesener Bannwald (Schutzgebiet-Nummer 100436) bei Herbrechtingen im Landkreis Heidenheim in Baden-Württemberg.

Lage

Der Bannwald liegt südöstlich von Bernsfelden. Es handelt sich um einen Stieleichenmischwald mit feuchteren Partien.[1] Das Schutzgebiet liegt im Distrikt 1 „Lindach“, Abteilung 9 im Staatswald des Forstbezirks Bad Mergentheim und umfasst das Flurstück 1710 (z.T) auf Gemarkung Bernsfelden, Gemeinde Igersheim. Der Bannwald ist flächengleich mit dem Naturschutzgebiet Lindach und er ist Teil des FFH-Gebiets Westlicher Taubergrund und im Süden grenzt der Bannwald an das Landschaftsschutzgebiet Weikersheim. Im Schutzgebiet liegen zwei Biotope: Eichen-Hainbuchenwald Lindach mit der Biotopnummer 264251280072 und Eichen-Lindenaltholz im Lindach O Bernsfelden mit der Biotopnummer 264251284703.

Geologie

Der Untergrund besteht aus feuchten nährstoffreichen tonigen Lagen und grundfrischen Decklehm sowie vernässender Decklehm und vernässender Lettenkeuper-Mischlehm.

Vegetation

Im Bannwald kommen laut Waldbiotopkartierung die folgenden Arten vor: Kriechender Günsel, Knoblauchsrauke, Bärlauch, Schwarz-Erle, Buschwindröschen, Gelbes Windröschen, Wald-Engelwurz, Gewöhnliche Haselwurz, Wald-Frauenfarn, Hänge-Birke, Sumpf-Reitgras, Sumpfdotterblume, Nesselblättrige Glockenblume, Wiesen-Schaumkraut, Sumpf-Segge, Zittergras-Segge, Winkel-Segge, Wald-Segge, Schatten-Segge, Gemeine Hainbuche, Großes Hexenkraut, Kohldistel, Bach-Kratzdistel, Maiglöckchen, Zweigriffeliger Weißdorn, Wald-Knäuelgras, Rasen-Schmiele, Gewöhnlicher Dornfarn, Breitblättriger Dornfarn, Echter Wurmfarn, Berg-Weidenröschen, Gewöhnlicher Spindelstrauch, Riesen-Schwingel, Scharbockskraut, Mädesüß, Gemeine Esche, Gemeiner Hohlzahn, Kletten-Labkraut, Wiesen-Labkraut, Sumpf-Labkraut, Moor-Labkraut, Ruprechtskraut, Echte Nelkenwurz, Gundermann, Gemeiner Efeu, Großes Springkraut, Gemeiner Rainkohl, Wiesen-Platterbse, Behaarte Hainsimse, Pfennigkraut, Zweiblättrige Schattenblume, Wald-Flattergras, Sumpf-Vergissmeinnicht, Wald-Vergissmeinnicht, Einbeere, Rohrglanzgras, Ährige Teufelskralle, Hain-Rispengras, Lockerblütiges Rispengras, Gewöhnliches Rispengras, Vielblütige Weißwurz, Hohe Schlüsselblume, Stieleiche, Gold-Hahnenfuß, Wolliger Hahnenfuß, Kriechender Hahnenfuß, Himbeere, Brombeeren, Hain-Ampfer, Schwarzer Holunder, Knotige Braunwurz, Fuchssches Greiskraut, Wald-Ziest, Große Sternmiere, Winterlinde, Große Brennnessel, Echter Baldrian, Bachbunge, Gamander-Ehrenpreis, Gewöhnlicher Schneeball, Wald-Veilchen, Wellenblättriges Katharinenmoos, Gemeines Kurzbüchsenmoos, Spitzblättriges Spießmoos, Berg-Gabelzahnmoos, Kleines Schönschnabelmoos, Langblättriges Schönschnabelmoos, Spitzblättriges Schönschnabelmoos, Zypressenschlafmoos, Zweizähniges Kammkelchmoos, Plagiochila asplenioides, Welliges Sternmoos, Plagiothecium denticulatum, Plagiothecium nemorale, Kriechendes Breitringmoos, Ptilidium pulcherrimum, Rhytidiadelphus squarrosus, Großes Kranzmoos, Gemeines Grünstängelmoos, Tamarisken-Thujamoos, Gewöhnliches Krausblattmoos, Schiefknolliger Anis-Champignon, Honiggelber Erlenschnitzling, Gelber Knollenblätterpilz, Honiggelber Hallimasch, Zitronengelbes Reisigbecherchen, Angebrannter Rauchporling, Laubholzhörnling, Gegabelter Nadelholz-Hörnling, Goldgelbe Wiesenkeule, Mehl-Trichterling, Bruchstiel-Trichterling, Langstieliger Duft-Trichterling, Ockerbrauner Trichterling, Nebelgrauer Trichterling, Ranziger Trichterling, Butter-Rübling, Knopfstieliger Rübling, Rotstieliger Rübling, Brennender Rübling, Gemeiner Glimmertintling, Spitzgebuckelter Raukopf, Gallertfleischiges Stummelfüßchen, Gestreifter Teuerling, Ablösender Rindenpilz, Zerfließende Gallertträne, Eichen-Wirrling, Rötender Blätterwirrling, Großporige Datronie, Flächiges Eckenscheibchen, Knorpeliger Drüsling, Stoppeliger Drüsling, Teerflecken-Drüsling, Gemeiner Samtfußrübling, Rotrandiger Baumschwamm, Flacher Lackporling, Falscher Pfifferling, Umberbrauner Borstenscheibling, Reibeisen-Rindenpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Rötliche Kohlenbeere, Rotbraune Kohlenbeere, Ziegelrote Kohlenkruste, Erdblättriger Risspilz, Gemeines Stockschwämmchen, Violetter Lacktrichterling, Rötlicher Lacktrichterling, Graugrüner Milchling, Milder Milchling, Wolliggestiefelter Schirmling, Stink-Schirmling, Flaschen-Stäubling, Birnen-Stäubling, Gemeiner Safranschirmling, Brandschwarzes Kugelkissen, Häutiger Lederfältling, Gemeine Hundsrute, Rosablättriger Helmling, Purpurschneidiger Blut-Helmling, Gemeiner Rettich-Helmling, Zinnoberroter Pustelpilz, Gelbstieliger Muschelseitling, Eichen-Zystidenrindenpilz, Gemeine Stinkmorchel, Rostbrauner Feuerschwamm, Eichen-Feuerschwamm, Orangeroter Kammpilz, Schwefelgelber Rindenpilz, Birkenporling, Kaffeebrauner Gabeltrichterling, Ahorn-Runzelschorf, Gallen-Täubling, Wechselfarbiger Dotter-Täubling, Harter Zinnober-Täubling, Gelbporiger Spaltporling, Veränderlicher Spaltporling, Leopardenfell-Hartbovist, Braunwarziger Hartbovist, Kleinsporiger Knorpelporling, Zottiger Eichen-Schichtpilz, Striegeliger Schichtpilz, Ästchen-Schichtpilz, Rötender Runzel-Schichtpilz, Samtiger Schichtpilz, Gemeiner Strubbelkopfröhrling, Grünspan-Träuschling, Buckel-Tramete, Zonen-Tramete, Schmetterlings-Tramete, Gemeiner Violettporling, Purpurfilziger Holzritterling, Kurzröhriger Saftporling, Gemeiner Rindensprenger, Gemeiner Rotfußröhrling, Geweihförmige Holzkeule, Langstielige Ahorn-Holzkeule, Kleiner Schillerfalter, Großer Schillerfalter, Wegerichbär, Schönbär, Russischer Bär, Großer Eisvogel, Mittelspecht, Kleinspecht, Halsbandschnäpper, Weidenmeise, Cirriphyllum piliferum, Honiggelber Erlenschitzling, Mehltrichterling, Bruchstiel-Trichterling.

Im Biotop Eichen-Hainbuchenwald Lindach wurden bei einer Zählung im Jahr 2004, die von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg durchgeführt wurde, der Große Eisvogel gefunden. Diese Art ist von der LUBW als in Deutschland vom Aussterben bedroht eingestuft. Laut LUBW ist der Bannwald Lindach eines der wichtigsten Standorte des Entferntährigen Rispengrases in Baden-Württemberg.

Schutzzweck

Der Schutzzweck des Bannwalds ist gemäß Schutzgebietsverordnung

  • die unbeeinflusste Entwicklung der jeweiligen Waldökosysteme mit ihren Tier- und Pflanzenarten sowie Pilzen zu sichern sowie die wissenschaftliche Beobachtung der Entwicklung zu gewährleisten.
  • dies beinhaltet den Schutz der Lebensräume und -gemeinschaften, die sich im Gebieten befinden, sich im Verlauf der eigendynamischen Entwicklung der Waldbestände innerhalb der Schutzgebiete ändern oder durch die eigendynamische Entwicklung entstehen.

Betreuung

Wissenschaftlich betreut wird der Bannwald durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (BVA).

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. https://wnsinfo.fva-bw.de/waldschutzgebiete/80119/