Linda Dröfn Gunnarsdóttir

Linda Dröfn Gunnarsdóttir (* 1975[1])ist eine isländische Managerin und seit 2022 Geschäftsführerin von Samtök um kvennaathvarf (‚Frauenhausvereinigung‘).[2] Im Jahr 2024 wurde sie in die von der BBC herausgegebene Liste 100 Women aufgenommen.[3]

Leben

Gunnarsdóttir erwarb an der Universität Aarhus einen Masterabschluss in Europastudien und an der Universität Island einen Bachelorabschluss in Spanisch; zudem besitzt sie ein Lehrdiplom und absolvierte ein betriebs- und finanzwissenschaftliches Programm an der Universität Reykjavík.[2] Sie arbeitete lange in internationalen Angelegenheiten und der Flüchtlingsarbeit, darunter als Projektmanagerin bei Ísafjarðarbær für die Aufnahme Geflüchteter sowie als Projektmanagerin für Entwicklungsprojekte und stellvertretende Leiterin bei Fjölmenningarsetur (‚multikulturelles Zentrum‘).[2] Ende 2022 übernahm sie vorübergehend die Geschäftsführung der Gewerkschaft Efling.[2] Am 29. Juni 2022 wurde sie als Geschäftsführerin von Samtök um kvennaathvarf vorgestellt.[4]

Wirken

Als Geschäftsführerin verantwortet Gunnarsdóttir die Arbeit des Verbandes mit zwei Frauenhäusern in Reykjavík und Akureyri sowie der dazugehörigen Beratung.[5] Nachdem das Frauenhaus in Akureyri im Juli 2024 wegen Kündigung der gemieteten Räumlichkeiten vor dem Aus stand, suchte die Organisation gemeinsam mit der Stadt nach einer Lösung.[6] Im Oktober 2024 schloss der Verband einen Mietvertrag über drei Jahre für neue Räumlichkeiten in Akureyri, womit der Fortbestand gesichert wurde.[7] Ende 2024 wurde Gunnarsdóttir in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen; in der Begründung wurde ihre Arbeit am ersten speziell geplanten, zweckgebauten Frauenhaus Islands hervorgehoben.[3] Im April 2025 brachte eine landesweite Spendenkampagne einschließlich einer TV-Benefizsendung 135 Millionen ISK für den Neubau des Frauenhauses ein, wofür sie dem Organisationsteam öffentlich dankte.[8] Laut dem zuständigen Ministerium soll die Arbeit des Verbandes in Reykjavík im Jahr 2026 in ein neues, größeres und derzeit im Bau befindliches Haus umziehen.[9] Gunnarsdóttir verweist zudem auf einen deutlichen Rückgang des Anteils der Frauen, die nach einem Aufenthalt im Schutzhaus zum Täter zurückkehren, von etwa 64 % vor rund 20 Jahren auf etwa 11 %.[3]

Einzelnachweise

  1. Rakel Sveinsdóttir: Morð og meiri missir: „Ég hélt henni í fanginu og sagði að allt yrði í lagi“. In: Vísir. 25. März 2025, abgerufen am 26. Dezember 2025 (isländisch).
  2. a b c d Ný framkvæmdastýra Kvennaathvarfsins. In: kvennaathvarf.is. Abgerufen am 18. Dezember 2025 (isländisch).
  3. a b c Linda Dröfn á lista BBC um 100 áhrifamestu konur heims. In: visir.is. 4. Dezember 2024, abgerufen am 18. Dezember 2025 (isländisch).
  4. Linda stýrir Kvennaathvarfinu. In: visir.is. 29. Juni 2022, abgerufen am 18. Dezember 2025 (isländisch).
  5. Dvöl / Staying at the shelter. In: kvennaathvarf.is. Abgerufen am 18. Dezember 2025 (englisch).
  6. Frauenhaus in Akureyri verliert seine Räumlichkeiten. In: icelandreview.com. 14. Juli 2024, abgerufen am 18. Dezember 2025.
  7. Women’s Shelter in Akureyri secures new home. In: ruv.is. 21. Oktober 2024, abgerufen am 18. Dezember 2025 (englisch).
  8. ISK 135 million Raised For New Woman’s Shelter. In: icelandreview.com. 6. April 2025, abgerufen am 18. Dezember 2025 (englisch).
  9. Félags- og húsnæðismálaráðherra heimsótti Kvennaathvarfið. In: stjornarradid.is. 6. Juni 2025, abgerufen am 18. Dezember 2025 (isländisch).