Lieselotte Voellner-Gallus

Lieselotte Voellner-Gallus (geb. Gallus) (* 16. April 1919 in Berlin; † 2003) war eine deutsche Ärztin und Bildhauerin.

Leben

Voellner-Gallus war mit dem Maler und Kunsterzieher Günther Voellner verheiratet. Sie immatrikulierte sich an der Universität Berlin zu einem Medizinstudium. Während ihres Studiums besuchte sie auch die Abendkurse in Bildhauerei an der Berliner Kunstakademie; dort wurde sie unter anderem von Wilhelm Tank und Otto Hitzberger unterrichtet.

Nach dem Studium praktizierte sie als Ärztin bis 1945 in Ragnit in Ostpreußen, darauf bis 1949 in Schleswig und anschließend für einige Jahre beim Fastenarzt Otto Buchinger in Bad Pyrmont; später war sie dann in eigener Praxis in Eckernförde tätig. Neben ihrer beruflichen Arbeit als Ärztin schuf sie figürliche Plastiken aus Bronze, Zement, Ton, Gips und Keramik.

In ihrer künstlerischen Tätigkeit wurde sie von dem Bildhauer Kurt Lehmann und der Bildhauerin Marianne Lüdicke gefördert.

Nachdem sie 1974 ihre Eckernförder Praxis aufgegeben hatte, zog sie mit ihrem Ehemann nach Waldshut-Tiengen. Dort praktizierte sie als Ärztin am staatlichen Gesundheitsamt Waldshut bis 1984. Ihre homöopathische Praxis führte sie bis 1995, daneben fand sie Zeit zur künstlerischen Arbeit.

Ausstellungen

Voellner-Gallus beteiligte sich 1955, 1956, 1958, 1960, 1961 und 1965 an den Landesschauen Schleswig-Holsteinischer Künstler und an den Ausstellungen der Malerinnen und Bildhauerinnen im Kieler Landeshaus. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und Ilse Willers stellte sie 1972 im Flensburger Kunstverein aus.

Nach ihrem Umzug nach Waldshut-Tiengen beteiligte sie sich an Ausstellungen in Bad Säckingen, mit der Gruppe Polygon in Grenzach-Wyhlen, Heilbronn, Sigmaringen und weitere. In der Gruppe Polygon war sie befreundet mit Egon Arno Bräunlich, Friedrich Knödler, Ulrich Christoph Eipper.

Nach ihrem Tod wurden 2016 ihre Kleinplastiken auf einer Ausstellung in Waldshut-Tiengen im Schloss Tiengen vorgestellt[1], sowie im 2006 Alte Metzig Waldshut.[2]

Künstlerisches Wirken

Die Werke von Lieselotte Voellner-Gallus, die zumeist Einzelfiguren waren, besitzen eine vereinfachende Formensprache mit sensibler Gestik und schlichten Posen. Von Kurt Lehmann und Marianne Lüdicke übernahm Lieselotte Voellner-Gallus die an Ernst Barlach erinnernde blockhafte Gestalt ihrer Bildwerke.

Die Plastiken von Voellner-Gallus befinden sich unter anderem im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum, Schloss Gottorf, in Schleswig und im Kultusministerium (heute Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein) in Kiel. Eine Bronzebüste des Schriftstellers Wilhelm Lehmann befindet sich in der Jungmannschule in Eckernförde.[3] Weitere Werke befinden sich im Museum Alte Metzig in Waldshut-Tiengen, 16 Porträtköpfe sind an den Gewerblichen und Hauswirtschaftlich Sozialpflegerischen Schulen in Emmendingen,[4] ein Porträtkopf Dr. Buchingers steht an der Buchinger-Klinik Überlingen,[5] die meisten Werke sind in Privatbesitz.

Literatur

  • Ulrike Wolff-Thomsen: Lexikon schleswig-holsteinischer Künstlerinnen. Hrsg.: Städtisches Museum Flensburg. Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co., Heide 1994, ISBN 3-8042-0664-6. S. 328 f.
  • Lieselotte Voellner Gallus: Plastiken. Eigenverlag 1984, S. 1–56.
  • Lieselotte Voellner Gallus: Plastiken. Band 2. Eigenverlag 1991, S. 1–64.
  • Lieselotte Voellner Gallus: Plastiken. Band 3. Eigenverlag 1995, S. 1–72.

Einzelnachweise

  1. Rosemarie Tillessen: Tiengen: Stadt Waldshut-Tiengen gewährt einen Blick auf ihre Kunstschätze. 15. April 2018, abgerufen am 20. Februar 2022.
  2. Museum
  3. Bilder. Wilhelm Lehmann-Gesellschaft, abgerufen am 20. Februar 2022.
  4. Gewerbliche und Hauswirtschaftlich Sozialpflegerische Schulen in Emmendingen
  5. Buchinger-Klinik Überlingen