Lieblingsmenschen
| Daten | |
|---|---|
| Titel: | Lieblingsmenschen |
| Originaltitel: | Lieblingsmenschen |
| Gattung: | Tragikomödie |
| Originalsprache: | deutsch |
| Autor: | Laura de Weck |
| Erscheinungsjahr: | 2007 |
| Ort der Uraufführung: | Mannheim/Basel |
| Ort und Zeit der Handlung: | Zürich |
| Personen | |
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Lieblingsmenschen ist ein Theaterstück der Schweizer Autorin und Schauspielerin Laura de Weck.
Die Uraufführung fand 2007 im Theater Basel statt und wurde von Werner Düggelin inszeniert. Unter anderem wurde das Stück auch im Theater der Künste in Zürich aufgeführt. Das Stück wurde 2008 zu den Stücke Tagen in Mülheim an der Ruhr eingeladen. Die Aufführungsrechte liegen beim Verlag Autorenagentur Berlin (Neue Pegasus Medienverlag, Berlin).
Handlung
Das Theaterstück Lieblingsmenschen von Laura de Weck spielt im Leben junger Menschen, die studieren und sich im Alltag begegnen. Die Hauptfiguren sind Sven, Lili, Darius, Jule und Anna. Sie reden über Liebe, Sex, Freundschaft und das Leben manchmal ernst, manchmal witzig, oft auch verwirrend. Jeder von ihnen ist auf der Suche: nach sich selbst, nach Nähe, nach jemandem, der sie wirklich versteht.
Das Stück hat keine durchgehende Geschichte wie in einem Film oder Roman. Stattdessen besteht es aus vielen kurzen Szenen, die manchmal zusammenhängen und manchmal einfach nur einen Moment zeigen. Man sieht, wie die Figuren miteinander schreiben (zum Beispiel per SMS), sich treffen, streiten, flirten oder schweigen. Es geht um die kleinen Dinge aber genau diese kleinen Dinge sagen viel über ihre Gefühle aus.
Wichtig ist auch die Figur Philipp. Er taucht nie auf der Bühne auf, aber die anderen sprechen immer wieder über ihn. Am Ende erfährt man, dass Philipp sich das Leben genommen hat. Dieser Moment verändert die Stimmung des Stücks plötzlich merkt man, dass hinter dem lockeren Gerede oft tiefe Einsamkeit und Traurigkeit steckt.
Lieblingsmenschen zeigt sehr ehrlich, wie es ist, jung zu sein und nicht genau zu wissen, was man will. Wie schwer es ist, über Gefühle zu sprechen. Und wie sehr sich Menschen manchmal nach Liebe und Verständnis sehnen auch wenn sie das nicht offen zeigen.
Besonderheiten
- Ein wesentliches Erkennungsmerkmal des Stückes ist die Jugendsprache, die im Wesentlichen aus kurzen Sätzen wie ein „Hi.“ und Wortwechseln über mehrere Zeilen hinweg besteht.
- Die SMS-Szenen sind ein wesentlicher Bestandteil des Stückes. Dabei wird die SMS-Sprache kopiert. Weiterhin sind die Uhrzeiten der SMS-Sendungen genauestens aufgezeichnet. So lässt sich ein Zeitgefühl dafür herstellen, wie auf die SMS reagiert und geantwortet, bzw. nicht geantwortet wird.
- Die Figur des Philipp tritt im gesamten Stück nicht auf und wird in der Figurenauflistung in Klammern aufgeführt. Es wird nur über ihn gesprochen, sein Handeln wird in Gesprächen dokumentiert. Am Ende des Stückes wird von seinem Selbstmord berichtet.
Personen
Sven
Sven ist ein bisschen verloren. Er redet viel manchmal zu viel weil er nervös ist oder nicht weiß, was er sonst sagen soll. Man merkt, dass er gerne dazugehören will, dass er Nähe sucht. Aber oft steht er sich selbst im Weg.
Lili
Lili wirkt stark und cool. Sie sagt, was sie denkt, und zeigt nicht so schnell ihre Gefühle. Aber wenn man genauer hinschaut, merkt man: Auch sie ist unsicher. Sie will niemanden zu nah an sich heranlassen, vielleicht weil sie Angst hat, enttäuscht zu werden. Sie will frei sein, unabhängig aber eigentlich wünscht sie sich Liebe. Sie zeigt es nur anders.
Darius
Darius ist eher still. Er beobachtet lieber, bevor er spricht. Er denkt viel nach und ist oft nachdenklich oder ernst. Man hat das Gefühl, dass er vieles in sich hineinfrisst. Vielleicht hat er Angst, dass ihn niemand wirklich versteht. Er wünscht sich echte Gespräche, nicht nur oberflächliches Gerede aber das zu sagen, fällt ihm schwer.
Jule
Jule ist offen, lebendig und direkt. Sie bringt Energie in die Gruppe, sagt oft spontan, was ihr durch den Kopf geht. Sie lacht gerne, wirkt selbstsicher aber auch sie hat ihre verletzliche Seite. Man merkt, dass sie manchmal nicht weiß, was sie wirklich will.
Anna
Anna ist ruhig, fast schüchtern. Sie wirkt oft, als würde sie lieber zuhören als mitreden. Vielleicht fühlt sie sich nicht ganz verstanden oder nicht ganz dazugehört.
(Philipp)
Philipp ist die Figur, die man nie sieht. Die anderen reden nur über ihn. Erst später erfährt man, dass er sich das Leben genommen hat. Sein Tod ist wie ein Schock für alle.
Resonanz
- Elias Perrig schrieb in Das Magazin: „Das Stück war Liebe auf den ersten Blick.“
- Kritik in der Neuen Zürcher Zeitung
Weblinks
- Von Laura de Weck eingelesene Hörprobe aus Lieblingsmenschen bei Literaturport