Liebesträume (1970)
| Film | |
| Titel | Liebesträume |
|---|---|
| Originaltitel | Szerelmi álmok |
| Produktionsland | Ungarn, Sowjetunion |
| Originalsprache | Ungarisch |
| Erscheinungsjahr | 1970 |
| Länge | 171 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Márton Keleti |
| Drehbuch | Imre Keszi Leonid Lyubashevsky |
| Produktion | Grigori Dydenko Margarita Ryabkova |
| Musik | Ferenc Farkas |
| Kamera | István Hildebrand |
| Schnitt | Mihály Morell |
| Besetzung | |
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Liebesträume ist ein ungarisch-sowjetischer Spielfilm aus dem Jahr 1970 und hat den Komponisten Franz Liszt zum Thema.
Handlung
Erster Teil
Adam Liszt, dessen Vater im Rahmen seiner Tätigkeit für den Fürsten Nikolaus II. Esterházy noch Joseph Haydn gekannt hat, unterrichtet seinen Sohn Franz im Klavierspiel. Er sieht, dass er seinem Sohn bald nichts mehr beibringen kann, und schickt ihn daher zu Carl Czerny zum Unterricht. Franz Liszt bestreitet seine ersten Konzerte.
Als Erwachsener hat Liszt eine erfolgreiche Pianistenlaufbahn eingeschlagen. Marie d’Agoult ermuntert ihn, in den Wettbewerb mit dem erfolgreichen Pianisten Sigismund Thalberg zu treten. Beim entscheidenden Klavierduell zwischen beiden, bei dem auch Hector Berlioz anwesend ist und einige Thalberg-Anhänger Liszts Auftritt stören und aus dem Saal entfernt werden müssen, gibt Thalberg sich geschlagen.
Nachdem Maries Tochter gestorben ist und sie ihren Mann verlassen hat, regt Liszt an, dass sie zusammenkommen könnten, weil sie beide einsam sind. Als beide Zeit in Venedig verbringen, erfährt Liszt von Überschwemmungen in Pest und gibt ein Wohltätigkeitskonzert für die Flutopfer. In Regierungskreisen gilt Liszt als revolutionär. Liszt selbst freut sich, seine Heimat wiederzusehen, und wird für sein Wirken geehrt.
In Dresden dient Impresario Belloni sich Liszt als Diener an. Gleichzeitig erfährt Liszt, dass Lola Montez seinen Namen für Werbezwecke benutzt. Während ihrer Tanzdarbietung improvisiert Liszt am Klavier. Lola und Liszt kommen sich näher. Als Liszt daraufhin heimlich flieht, reitet Lola ihm hinterher. Liszt unternimmt einen erneuten Fluchtversuch und sucht Marie und die gemeinsame Tochter Cosima auf. Liszt erzählt Marie von seiner Begegnung mit Richard Wagner, während Marie ihm Vorhaltungen wegen Lola Montez macht.
Liszt macht eine Konzertreise nach St. Petersburg, die ein voller Erfolg wird. Er lernt Michail Glinka kennen und wird vom russischen Zaren Nikolaus I. empfangen. Er besucht eine Vorstellung von Glinkas Oper Ruslan und Ljudmila. Als er vor dem Zaren spielt und dieser sich lieber unterhält, hört Liszt kurz auf zu spielen. Als Liszt ein Wohltätigkeitskonzert für die Armen von Kiew gibt, lernt er Carolyne zu Sayn-Wittgenstein kennen. Sie freut sich, ihn auf ihrem Gut Woronińce wiederzusehen, wo sie sich wie eine Gefangene fühlt. Liszt selbst fühlt sich wie ein Gefangener seines Erfolgs. Beide verlieben sich ineinander.
Da bekommt Liszt ein Stellenangebot als Kapellmeister in Weimar, das er sofort annimmt. Liszt beschließt, mit dem Spielen aufzuhören und sich in Weimar auf das Komponieren zu verlegen. Er glaubt an die Musik der Zukunft und in diesem Zusammenhang an Richard Wagner. Carolyne reicht die Scheidung von ihrem Ehemann ein und zieht zu Franz Liszt. Da lässt der russische Zar die Grenzen schließen, um Russland von revolutionären Unruhen fernzuhalten. Carolyne schafft es im letzten Moment über die Grenze.
Zweiter Teil
Carolyne kommt in der Villa Altenburg am Rande von Weimar unter. Es gelingt ihr nicht, über die Großherzogin von Sachsen-Weimar Maria Pawlowna, eine Schwester von Nikolaus I., eine Genehmigung des Zaren für ihre Scheidung zu bekommen.
Zur gleichen Zeit beteiligt sich Richard Wagner in Dresden an den Revolutionen. Gegen ihn wird Haftbefehl erlassen. Der Großherzog hat ihm bei der Premiere des Tannhäuser eine Stelle als zweiter Dirigent angeboten. Liszt erklärt sich bereit, mit dem Großherzog zu sprechen, hat jedoch keinen Erfolg, da die deutschen Fürstentümer sich bereit erklärt haben, Revolutionäre auszuliefern. Liszt verspricht Wagner, den Lohengrin aufzuführen. Zwei Polizisten wollen Wagner festnehmen, verpassen ihn aber. Die Premiere des Lohengrin wird ein Erfolg.
Während Carolyne sich wegen ihrer Hochzeitspläne mit Liszt den Demütigungen der Bevölkerung ausgesetzt sieht, stimmt ihr Ehemann einer Ehescheidung zu. Carolyne will nun nach Rom reisen, um auch von Papst Pius IX. eine Erlaubnis zur Hochzeit mit Liszt zu bekommen. Ihre Ehe wird für ungültig erklären; sie und Liszt können an seinem 50. Geburtstag in Rom heiraten. Liszt trägt sich mit dem Gedanken, auch geistliche Musik zu komponieren. Da teilt Kardinal Hohenlohe beiden mit, es gäbe Beweise, dass Carolynes Ehe freiwillig und damit gültig gewesen sei und daher die Entscheidung des Papstes ungültig sei. Carolyne will sich mit dieser Entscheidung abfinden, weil sie meint, Gott würde sie für ihre Sünden bestrafen.
Liszt zieht sich ins Kloster zurück, um geistliche Musik zu schreiben, und komponiert Werke wie Die Legende von der heiligen Elisabeth uns Christus. Dabei bekommt er auch Besuch von Pius IX., der die Gefahr sieht, dass Liszts geistliche Werke den Tonfall seiner weltlichen Werke sprächen.
Kaiser Franz Joseph I. soll in Buda zum König der Ungarn gekrönt werden. Aus diesem Anlass soll eine von Liszt komponierte Messe unter der Leitung des Dirigenten Preyer aufgeführt werden. Weil List keine Einladungskarte vorweisen kann, wird er beinahe nicht zur Aufführung seiner Messe gelassen. Als Liszt während der Krönungszeremonie die Kirche verlässt, jubeln ihm die Menschen zu.
Da bekommt Liszt Besuch von Alexander Borodin. Eine junge Frau namens Olga Janina nimmt Kontakt zu ihm auf, die zunächst Unterricht bei ihm nimmt, tatsächlich aber hofft, dass er ihre Liebe erwidert.
In seiner Heimat Ungarn informiert Kultusminister Ágoston von Trefort Liszt persönlich über seine Ernennung zum Präsidenten der neuen Musikakademie.
Liszt besucht die zurückgezogen lebende und verbitterte Carolyne. Als er Cosima in Bayreuth besucht, ist er kränklich und außerdem eifersüchtig, weil Wagner ihn überstrahlt hat. In einem Anfall von Wahn bricht er zusammen und stirbt.
Kritiken
„Überlange, romantisch-sentimentale Autobiografie des Komponisten und Musikers Franz Liszt von seinen Triumphen in Paris bis zu seinem Tod in Bayreuth.“
Weblinks
- Liebesträume bei IMDb