Li Changqing

Li Changqing (* vor 1985) ist ein chinesischer Journalist und Dissident. Er wurde 2008 von der World Association of Newspapers and News Publishers (WAN-IFRA) mit dem Golden Pen of Freedom Award ausgezeichnet.

Biographie

Li Changqing wuchs als Sohn eines Fabrikarbeiters auf. Sein Vater starb an Krebs, als Changqing 10 Jahre alt war.[1]

Li Changqing wurde stellvertretender Herausgeber der Tageszeitung Fuzhou Daily in der südostchinesischen Provinz Fujian. Er berichtete 2004 über den Ausbruch des tödlichen Denguefiebers in Fujian, bevor die Behörden die Bevölkerung auf die Gesundheitsgefahr hinwiesen. Als im gleichen Jahr auf ihn Bezug nehmend eine Nachrit auf einer US-Website erschien, wurde er wegen "Fabrikation und Verbreitung falscher Informationen" angeklagt und zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Hintergrund war, dass China wegen seiner Informationspolitik und dem Umgang mit dem SARS-Ausbruchs 2002/2003 international in der Kritik gestanden hatte.[1]

2008 wurde Li Changqing von der in der Schweiz ansässigen World Association of Newspapers and News Publishers (WAN-IFRA) der Golden Pen of Freedom Award zugesprochen. Er war im Februar aus dem Gefängnis entlassen worden, die Teilnahme an der Preisverleihung bei der Eröffnungszeremonie des Kongresses der WAN-IFRA 2008 im schwedischen Göteborg wurde ihm aber untersagt. Auch seine Frau Bao Dinling wurde verhaftet und am Flughafen festgehalten, und ihr Pass wurde beschlagnahmt.[2][3]

Stattdessen nahm seine Studienfreundin Li Jianhong, die selbst entführt und verhaftet worden war, bevor sie aus China floh, den Preis in seinem Namen entgegen und verlas seine Dankesrede. Es sei ein riskanter Beruf, in China Journalist zu sein. Ein guter Journalist brauche nicht nur Weisheit, sondern auch Zivilcourage. Er habe sich lange angepasst, das sei aber dann keine Option mehr gewesen.[1]

Unter den Golden-Pen-Preisträgern liegen (Stand 2023) Journalisten und Publizisten aus China mit denen aus dem Iran mit jeweils fünf gleichauf: neben Li Changqing waren dies Dai Qing, Gao Yu, Shi Tao und Jimmy Lai.[4] Im Jahr 2025 liegt China in der Rangliste der Pressefreiheit, die von Reporter ohne Grenzen jährlich herausgegeben wird, auf Platz 178 von 180 bewerteten Ländern.

Einzelnachweise

  1. a b c Stephen Brook: WAN conference: Chinese journalist Li Changqing wins pen of freedom award. 2. Juni 2008, abgerufen am 3. April 2024 (englisch).
  2. WAN 2008: Chinese journalist wins press freedom award. Abgerufen am 21. August 2025 (englisch).
  3. Najla Al Rostamani: China slammed for press freedom record. 4. Juni 2008, abgerufen am 21. August 2025 (englisch).
  4. Lucinda Jordaan: A World of Courage: How our Golden Pen laureates continue to inspire. 28. Juni 2023, abgerufen am 21. August 2025 (englisch).