Leyla Coşan

Leyla Coşan (geboren in Deutschland[1]) ist eine türkische Germanistin, Literaturwissenschaftlerin und Professorin an der Marmara-Universität in Istanbul.[2] Sie leitet 2025/26 die Hochschule für Fremdsprachen der Türkisch-Deutschen Universität in Beykoz (Provinz İstanbul).[3]

Leben

Coşan absolvierte ihre Grundschul- und Sekundarschulzeit in Deutschland und studierte zwischen 1989 und 1993 Deutsch für das Lehramt an der Marmara-Universität in Istanbul. Im Anschluss wurde sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Deutsche Sprache und Literatur der Fakultät für Natur- und Geisteswissenschaften derselben Universität angestellt. Ihren Masterabschluss erwarb sie 1996. Ihre Promotion erwarb sie im Jahr 2000 mit einer Arbeit über Frauenliteratur der 70er Jahre in Deutschland und in der Türkei. 2010 wurde sie zur außerordentlichen Professorin, 2015 zur ordentlichen Professorin ernannt.[4]

An der Marmara-Universität bekleidete sie verschiedene akademische und administrative Funktionen. Sie war Vorsitzende des Fachbereichs Westliche Sprachen und Literaturen, Mitglied des Fakultäts- und Universitätsrats, stellvertretende Direktorin der Hochschule für Fremdsprachen (2014–2020) sowie stellvertretende Vorsitzende der Abteilung für Deutsche Sprache und Literatur (2015–2018).[4]

Coşan war mehrfach als Stipendiatin deutscher Institutionen tätig. 1999 forschte sie als DAAD-Stipendiatin an der Universität Bremen, von 2004 bis 2006 als Baden-Württemberg-Stipendiatin an der Universität Mannheim. 2006 erhielt sie ein weiteres DAAD-Stipendium für die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. In den Jahren 2007, 2008, 2009, 2010 und 2012 führte sie im Rahmen des DAAD-GIP-Abkommens[5] Forschungsaufenthalte an der Universität Mannheim durch. 2022 folgte ein Aufenthalt an der Universität Paderborn. Im Sommersemester 2014/15 war sie Gastdozentin am Institut für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache der Universität Duisburg-Essen, wo sie Lehrveranstaltungen im Bereich Imagologie hielt (jetzt Interkulturelle Hermeneutik). 2021 wurde ihr Forschungsprojekt im Rahmen des TÜBİTAK-1001-Programms[6] gefördert.[4]

Sie ist zudem Mitarbeiterin des Jahrbuchs für internationale Germanistik und leitet zusammen mit Habib Tekin den Themenbereich LXIV Deutsch-türkische Literaturbeziehungen.

Publikationen (Auswahl)

Monografien

  • Frauenliteratur der 70er Jahre in Deutschland und in der Türkei. Europäische Hochschulschriften, Band 127, Reihe 18. Verlag Peter Lang, Frankfurt a. M. 2009. ISBN 978-3-631-59047-8.[7]
  • Tanrım Bizi Türklerden Koru: 16. Yüzyılda Almanların Türklerden Korunmak İçin Yazdığı Dualar – Türklere Karşı Yazılan Vaazların Değerlendirilmesi ile Birlikte. 100. Araştırma-inceleme dizisi, 82. Yeditepe Yayınevi, İstanbul 2009. ISBN 978-605-4052-09-7.[8]
  • Kıyamet Alameti Türkler. Yeditepe Yayınevi, İstanbul 2012. ISBN 978-605-5200-02-2.[9]
  • Esaretten Vaftize: 16–17. Yüzyıllarda Almanya ve Avusturya’da Türk Savaş Esirleri. Mit Stephan Theilig. Yeditepe Yayınevi, İstanbul 2018. ISBN 978-605-207-061-1.[10]
  • Gewesene Türken. „Türkentaufen“ im deutschsprachigen Kulturraum in der Frühen Neuzeit. Mit Stephan Theilig. Germanistik in der Türkei, Band 17. Logos Verlag, Berlin 2022. ISBN 978-3-8325-8479-5.[11]

Herausgeberschaften

  • Ex Oriente Lux: Literaturwissenschaftliche und imagologische Ansätze. Germanistik in der Türkei, Band 2. Hrsg. v. Leyla Coşan zusammen mit Fatma Öztürk Dagabakan und Ahmet Sari. Logos Verlag, Berlin 2019. ISBN 3-8325-4916-1.[12]
  • Übersetzerforschung in der Türkei I. Germanistik in der Türkei, Band 7. Hrsg. v. Leyla Coşan zusammen mit Mehmet Tahir Öncü. Logos Verlag Berlin 2020. ISBN 978-3-8325-8620-1.[13]
  • Jüdische Lebenswelten im Diskurs. Germanistik in der Türkei, Band 10. Hrsg. v. Leyla Coşan und Mechmet Tahir Öncü. Logos Verlag, Berlin 2021. ISBN 978-3-8325-5307-4.[14]
  • Germanistik im digitalen Wandel. Dijital Evriminde Germanistik. Hrsg. v. Mukadder Seyhan-Yücel, Handan Köksal, Mehmet Tahir Öncü, Leyla Coşan, Hikmet Asutay. Trakya Üniversitesi Edirne, Yayınevi 2022. ISBN 978-975-374-320-4.[15]
  • Digitalisierung im Kontext von Sprache und Literatur in der Türkei: Potenziale, Herausforderungen und Prognosen. Hrsg. v. Handan Köksal, Mukadder Seyhan Yücel, Leyla Coşan, Hikmet Asutay, Mehmet Tahir Öncü. Germanistik in der Türkei, Band 18. Logos Verlag, Berlin 2022. ISBN 978-3-8325-5573-3.[16]
  • Germanistik im Wandel: Neue Einsichten und Perspektiven I. Hrsg. v. Leyla Coşan, Onur Kemal Bazarkaya, Habib Tekin. Germanistik in der Türkei, Band 22. Logos Verlag, Berlin 2023. ISBN 978-3-8325-5726-3.[17]
  • Behinderung in der deutschsprachigen Literatur. Hrsg. v. Habib Tekin und Leyla Coşan. Peter Lang Publishing, Frankfurt a. M. 2024. ISBN 978-3-0343-5209-3.

Einzelnachweise

  1. Eine nichtamtliche Stelle: Leyla Coşan Bücher und Texte. Abgerufen am 25. Dezember 2025., gibt das Geburtsjahr mit 1971 an.
  2. Prof. Dr. Leyla Coşan. In: Marmara-Universität. Abgerufen am 17. Dezember 2025 (türkisch).
  3. Kisa Özgeçmiş. In: Türkisch-Deutsche Universität. Abgerufen am 21. Dezember 2025 (türkisch).
  4. a b c Kisa Özgeçmiş. In: Kurzer Lebenslauf der Türkisch-Deutschen Universität. Abgerufen am 21. Dezember 2025 (türkisch).
  5. für Germanistische Institutspartnerschaften
  6. Türkische Anstalt für Wissenschaftliche und Technologische Forschung
  7. Dissertation, 185 Seiten, Inhaltsverzeichnis. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
  8. 403 Seiten, deutsch: „Gott schütze uns vor den Türken“. Gebete, die im 16. Jahrhundert von Deutschen zum Schutz vor den Türken verfasst wurden – zusammen mit einer Auswertung von Predigten gegen die Türken. 100. Forschungs- und Studienreihe, 82. Inhaltsverzeichnis in Catalog Standford University. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
  9. 192 Seiten, deutsch: „Die Türken: Zeichen der Apokalypse“. Ein Werk über die Deutung von ungewöhnlichen Naturereignissen und Anomalien an Menschen, Tieren und Pflanzen in der deutschsprachigen Presse des 16. Und 17. Jahrhundert. In einem Abstract heißt es dazu (in deutscher Übersetzung): „Berichte über wundersame Zeichen im Zusammenhang mit den Türken lassen sich in fünf Kategorien einteilen: Himmelszeichen, Naturkatastrophen, zoologische, botanische und an Menschen beobachtete Zeichen. Diese als Vorzeichen der Apokalypse gedeuteten Zeichen waren im 16. und 17. Jahrhundert in ganz Europa zu beobachten und wurden von der Presse als wichtiges Propagandamaterial eingesetzt. Nachrichten über die Türken, die damals als Antichrist galten, verstärkten das Bild des Türken als Feind und lenkten die gesamte Aufmerksamkeit auf den gemeinsamen Feind, den Türken, wodurch versucht wurde, die Unruhen in der deutschen Gesellschaft zu verschleiern.“ Verlagsanzeige Yeditepe. Abgerufen am 25. Dezember 2025 (türkisch).
  10. deutsch: Von der Gefangenschaft zur Taufe: Türkische Kriegsgefangene in Deutschland im 16. und 18. Jahrhundert. Ein Buch über das Schicksal der Türken, die während der osmanisch-deutschen Kriege, die von 1529 bis 1683 andauerten in deutsche Gefangenschaft gerieten. In academia.edu: Abstract. Abgerufen am 25. Dezember 2025 (türkisch)., heißt es dazu: „Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das Leben der registrierten Kriegsgefangenen zu dokumentieren und diese Geschichten, die manchmal filmreife Züge tragen, mit den Lesern zu teilen. Aus diesem Grund wird versucht, anhand eindrucksvoller Beispiele den Kampf ums Überleben, die Schwierigkeiten, die sie durchlebten, die Assimilations- und Integrationsprozesse, die Propaganda und die Bemühungen in dieser Richtung der Kriegsgefangenen (Frauen, Männer und Kinder) zu schildern. Gleichzeitig wird auf die Leiden dieser Menschen eingegangen und auf die angesehenen Positionen, die sie im Laufe der Zeit in der Gesellschaft erlangt haben. Insbesondere wird auf die Phasen eingegangen, die sie vom Beginn ihrer Gefangenschaft bis zum Prozess der erzwungenen Integration durchlaufen haben, und es wird beschrieben, wie sie als Teil der deutschen Gesellschaft in dieser aufgegangen sind und verschwunden sind.“
  11. Abstract und Inhaltsverzeichnis: Gewesene Türken. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
  12. 227 Seiten. Inhaltsverzeichnis. Abgerufen am 25. Dezember 2025. Die ersten hundert Seiten online als google books: Ex Oriente Lux. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
  13. 215 Seiten, Verlagsinformation: Inhaltsverzeichnis. Abgerufen am 25. Dezember 2025. und bei book-info. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
  14. Verlagsinformation: Inhaltsverzeichnis. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
  15. 254 Seiten, Auszug. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
  16. 262 Seiten, Seite 1–56 als Auszug. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
  17. 196 Seiten, Inhaltsverzeichnis. Abgerufen am 25. Dezember 2025.