Lewis Suzuki

Lewis Iwao Suzuki (* 29. November 1920 in Los Angeles, Kalifornien; † 24. Januar 2016 in Berkeley, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Maler und Grafiker, der sich auf Aquarell und Siebdruck spezialisiert hatte. Er war Veteran des Zweiten Weltkriegs und langjähriger Friedensaktivist. Er gehörte zur Nisei-Generation japanischstämmiger US-Amerikaner.[1]

Leben

Lewis Suzuki wurde 1920 in Los Angeles als Sohn japanischer Einwanderer geboren. Sein Vater Koshichi („Frank“) Suzuki war 1912 ohne Erlaubnis nach San Francisco eingereist. Später arbeitete er in Los Angeles als Musiker und betrieb gemeinsam mit seiner Frau Chiyo Enomoto eine Reinigung. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1929 kehrte seine Mutter mit den sechs Kindern nach Japan zurück. Lewis Suzuki besuchte dort japanische Schulen und zeigte früh künstlerisches Talent. Dies führte ihn im Jahr 1939 zum Besuch der Kawabata Art Academy in Tokio. Im selben Jahr wurde ihm von einem Mitreisenden geraten, Japan aufgrund der drohenden Einberufung zu verlassen. 1940 kehrte er in die USA zurück und nahm Kontakt zu Edo Mita auf, einem Schriftsteller und Aktivisten, der ihm Unterkunft und Unterstützung vermittelte. Nach dem Abschluss der Highschool besuchte er das Otis Art Institute und arbeitete zugleich in verschiedenen Gelegenheitsjobs.[1]

1941 zog er nach Washington, D.C., wo er eine Stelle als „Tea Boy“ an der japanischen Botschaft erhielt und Kurse an der Corcoran School of Art belegte. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor durfte er als US-Staatsbürger in den USA bleiben. Anschließend arbeitete er in New York in der Japan-Abteilung des Office of War Information und war Vorstandsmitglied des Japanese American Committee for Democracy. Am 22. Oktober 1943 trat er der US-Armee bei und diente bis 1945 als Japanisch-Dozent beim Military Intelligence Service in Camp Savage, Minnesota.[1]

Nachkriegszeit und künstlerisches Wirken

Nach Kriegsende kehrte Suzuki nach New York zurück, wo er an der Art Students League studierte und als Möbelschreiner arbeitete. Er engagierte sich politisch in der Organisation Nisei Progressives sowie in der Friedens- und Antikriegsbewegung. Eine Reise nach Hiroshima im Jahr 1949 inspirierte ihn zu einer Serie von Anti-Atomwaffen-Plakaten, darunter das Motiv „No More Hiroshimas“, das er für das American Friends Service Committee gestaltete. Lewis Suzuki nahm als Delegierter an internationalen Friedenskonferenzen in Peking und Wien teil. Im Jahr 1952 reiste er mit der American Peace Crusade nach China, wo er Mary Bonzo kennenlernte, die er später heiratete. Das Paar ließ sich in Berkeley, Kalifornien, nieder und bekam zwei Kinder.[1][2]

In den 1950er- und 1960er-Jahren war Suzuki künstlerisch aktiv, stellte landesweit aus und arbeitete weiterhin als Schreiner. Seine Werke waren unter anderem im de Young Museum (mehrfach zwischen 1966 und 1969), auf der California State Fair (1968–1975) sowie bei der National Exhibition of Watercolor im Springfield Art Museum (1971 und 1995) zu sehen. Im Jahr 2003 widmete ihm die National Japanese American Historical Society eine große Retrospektive. Von 1953 bis 1963 war er Mitglied des politisch engagierten San Francisco Graphic Arts Workshop, später gehörte er der Berkeley Art Commission an. Die Arbeiten von Lewis Suzuki zeichnen sich durch eine kräftige Farbgestaltung und eine freie Aquarelltechnik aus. Seine Plakate entstanden überwiegend im Siebdruckverfahren.[1]

Politisches Engagement

Lewis Suzuki war über Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Friedens- und Anti-Atomkraft-Organisationen aktiv, darunter „Ban the Bomb“ und „Bay Area Asians for Nuclear Disarmament“ (BAAND). Zudem unterstützte er antikoloniale und sozialpolitische Bewegungen in verschiedenen Ländern. Selbst im hohen Alter engagierte er sich öffentlich gegen den Irakkrieg der USA. Auch seine Familie war in sozialen Bewegungen aktiv. Lewis Suzuki arbeitete bis ins hohe Alter in seinem Atelier in Berkeley. Er starb am 24. Januar 2016 im Alter von 95 Jahren.[1][2]

Literatur

  • Chang, Gordon H.; Johnson, Mark Dean; Karlstrom, Paul J. (Hrsg.): Asian American Art: A History, 1850–1970. Stanford, Calif.: Stanford University Press, 2008.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Lewis Suzuki | Densho Encyclopedia. Archiviert vom Original am 12. August 2025; abgerufen am 19. November 2025 (englisch).
  2. a b Rafu Reports: Bay Area Artist, Peace Activist Suzuki Dies at 95. In: Rafu Shimpo. 29. Januar 2016, abgerufen am 19. November 2025 (amerikanisches Englisch).