Leutkirch (Salem)

Leutkirch
Gemeinde Salem
Koordinaten: 47° 45′ N, 9° 19′ O
Höhe: 465 m ü. NHN
Postleitzahl: 88682
Vorwahl: 07544
Leutkirch mit der Filialkirche St. Mariä Himmelfahrt

Leutkirch gehört zum Dorf Neufrach, einem Ortsteil der Gemeinde Salem im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.

Geographie

Lage

Leutkirch liegt einen Kilometer östlich von Neufrach auf einer kleinen Anhöhe. Nach Norden stärkere Hanglage an die Ausläufer des Gehrenbergs, gegen Süden das flache Tal der Deggenhauser / Seefelder Aach. Die Pfarrkirche und das Pfarrhaus sind in dieser exponierten Lage von weit her sichtbar.

Schutzgebiete

Bei Leutkirch sind durch die LUBW drei kleine Biotope ausgewiesen: das „Hangquellmoor südlich Leutkirch“, „Hecken und Schilfröhricht südwestlich Leutkirch“ sowie der „Galeriewald am Weg zwischen Leutkirch und Wespach“. Des Weiteren stehen an der Straße von Neufrach nach Mittelstenweiler zwei seit 1989 als Naturdenkmale ausgewiesene Stieleichen (Quercus robur), auch Sommereichen oder Deutsche Eichen genannt.

Geschichte

Die Siedlung Leutkirch gehörte schon immer zum Dorf Neufrach. Die Bedeutung des Namens erhält der kleine Ort durch die gleichnamige katholische Pfarrei. Diese wurde im Jahr 1180 erstmals erwähnt. 1210 haben die Grafen von Neufra / Rohrdorf unter anderem das Pfarrgut und die Kirche an das Kloster Salem übergeben. Der übrige Teil von Leutkirch kam von den Thüringen durch Kauf an Salem.[1] Im Mittelalter war es in der Diözese Konstanz üblich, dass der gewählte Pfarrer eines Dekanats die Leitung innehatte, so auch im Dekanat Linzgau. So wird Leutkirch des Öfteren als Dekanatssitz bezeichnet. Die Pfarrei wurde 1477 dem Kloster inkorporiert. Mit dem Neubau der Pfarrkirche in Neufrach 1967 wurde die Pfarrei umbenannt in Neufrach.

Infrastruktur

Der kleine Ort Leutkirch hatte in der Vergangenheit das Erscheinungsbild eines Dorfes: Die alte Pfarrkirche mit dem imposanten Pfarrhaus, gegenüber der Gasthof „Zur Linde“, daneben das Schulgebäude, ein Ladengeschäft und etwas außerhalb auf der Höhe der Friedhof. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts dominierte an den Hanglagen der Weinbau, der dann vom Obstbau abgelöst wurde.

Sehenswürdigkeiten

  • Mariä Himmelfahrt, großer Saalbau mit Rechteckchor, im Kern romanisch, Seitenturm mit gotischem Spitzhelm; 11/.12. Jahrhundert, Ende 15. Jahrhundert umgebaut und erweitert, um 1730 im Inneren barockisiert. Neubarocke Raumfassung von 1903 durch Viktor Metzger.[2]
  • Pfarrhaus, ungewöhnlich stattlicher, repräsentativer und langgestreckter zweigeschossiger Massivbau, Einhaus mit sandsteingefassten Rundbogeneingängen, im Inneren mit Deckenkehlen, Stuckrahmen und Kachelöfen ausgestattet, um 1700, samt Torkel von 1756
  • Wappentafel, annähernd quadratisch, Sandstein, mit Salemer Abtswappen an dem Bauernhaus gegenüber der Kirche[3]

Literatur

  • F. X. Conrad Staiger (1863, ND 2008: Leutkirch, in: Salem oder Salmansweiler … Constanz). S. 253ff.
  • Walter Eberhard Loch (1953): Das Neufracher Dorfbuch.
  • Gemeinde Salem (2013): Das Neufracher Dorfbuch 1952–2012.
  • Hugo Gommeringer (1988): Kirchenchor Neufrach 1774 – 1989.
  • Regierungspräsidium Tübingen Referat 26 Denkmalpflege: Verzeichnis der un-beweglichen Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg Bodenseekreis – Salem – Neufrach-Leutkirch (2012)
  • Hugo Gommeringer: Kirchen und Kapellen in der Seelsorgeeinheit Salem. Schnell Kunstführer 2548, 2004, ISBN 3-7954-6483-8
Commons: Leutkirch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Staiger, F. X. Conrad (ND 2008): Neufrach, in: Salem oder Salmansweiler … Constanz 1863. S. 242ff
  2. Glockenatlas der Diözese Freiburg abgerufen am 6. Januar 2026
  3. Regierungspräsidium Tübingen, Referat 26, Denkmalpflege-Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg, Bodenseekreis – Salem. Neufrach-Leutkirch 2012.