Lepanto Institute
Das Lepanto Institute ist ein katholischer Thinktank, welcher der rechtsextremen Alt-Right-Bewegung nahesteht. Es betreibt die Website www.lepantoin.org. Leiter ist der ehemalige Lehrer Michael (Mike) D. Hichborn.[1][2]
Der Thinktank ist im US-Bundesstaat Virginia beheimatet.[3] Benannt ist das Lepanto Institute nach der Seeschlacht von Lepanto.[4] Die Laienvereinigung wurde 2014 gegründet. Das Lepanto Institute ist der Überwachung von Einrichtungen der katholischen Kirche und verwandter Organisationen weltweit gewidmet.[2]
2024 etwa traten das Lepanto Institute und das Population Research Institute gegen die Aktivitäten von Hilfsorganisationen wie USAID in Lesotho, Simbabwe und Kamerun auf die Bühne. An die Bevölkerung, auch an junge Mädchen, waren damals im Rahmen des PEPFAR-Programms DREAMS („Determined, Resilient, Empowered, AIDS-Free, Mentored, and Safe women“) Kondome verteilt worden, was nach Ansicht des Lepanto Institutes den Lehren der Kirche widersprach.[5]
Anspruch und Außenwahrnehmung
Während das Lepanto Institute selbst für sich in Anspruch nimmt, für das wahre Christentum zu einzutreten, ist die Außensicht deutlich anders. Jack Jenkins zählt zu extremistischen Gruppierungen wie dem Lepanto Institute z. B. auch Church Militant, geleitet von Michael Voris, der sich selbst als ehemals homosexuell, nun aber zölibatär lebend bezeichnet. Corky Siemaszko erklärt, dass Organisationen wie das Lepanto Institute, LifeSiteNews und Church Militant üble rhetorische Mittel verwenden, um LGBTQ-Mitglieder der Kirche auszugrenzen.[6]
Jason Steidl, der an der Fordham University lehrt,[7][8] bezeichnete im Jahr 2018 derartige Organisationen als „Catholic alt-right“ und erklärte, es handle sich um ein gesellschaftliches Phänomen, wie man es noch nicht gesehen habe. Die Gruppierungen verwendeten Mittel wie Donald Trump; ihre Taktiken seien „lies, personal vilification and demonization of minority groups“ („Lügen, persönliche Verleumdungen und Dämonisierung von Minderheitengruppen“). Viele US-amerikanische Christen, so Damon T. Berry, seien diesen rechten Bewegungen seit 2016 gefolgt, weil sie Schwierigkeiten hätten, einen passenden Platz für die alten Dogmen in einer Gesellschaft zu finden, die mit vielen dieser Lehren nicht mehr übereinstimme, und mit ihrem persönlichen und personellen Erbe systemischer Intoleranz und Ausgrenzung [in dieser Gesellschaft] zurechtzukommen.[9]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Kurzbiographie Hichborns. in: Uncovering Corruption in the Church (Guest: Michael Hichborn). In: crisismagazine.com, 1. Dezember 2023, abgerufen am 6. November 2025
- ↑ a b Interest of amicus curiae, (PDF; 0,3 MB) In: supremecourt.gov, S. 1, abgerufen am 6. November 2025
- ↑ Annett Meiritz, Juliane Schäuble: Die Allianz der Neuen Rechten. Wie die Trump-Bewegung Europa erobert – Make Europe Great Again?, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, 10. September 2025, ISBN 978-3-6413-3944-9, S. 83 (Vorschau auf Google Books, abgerufen am 5. November 2025)
- ↑ What is the Lepanto Institute? In: lepantoin.org.
- ↑ Patty Knap: Investigation Yields Disturbing Findings on Catholic Relief Services. In: catholicinsight.com, 11. März 2024, abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Corky Siemaszko: How the Catholic 'alt-right' aims to purge LBGTQ members from the church. In: nbcnews.com, 18. November 2018, abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Heidi Schlumpf: Animosity, attacks against LGBT Catholics create ‘toxic atmosphere.’ In: ncronline.org, 2. November 2018, abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Jason Steidl Jack. In: fordham.edu, abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Damon T. Berry: Christianity and the Alt-Right. Exploring the Relationship, Taylor & Francis 2021, ISBN 978-1-0004-0578-1, S. 104 (Vorschau auf Google Books, abgerufen am 5. November 2025)