Leopold von Mende

Leopold Carl Ludwig Edler von Mende (* 9. Juni 1816 in Kirchberg an der Pielach, Bezirk St. Pölten[2]; † 1. April 1893 in Meran (heute in Südtirol)) war Advokat und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[3]

Leben

Leopold von Mende war Sohn des gleichnamigen Herrschaftsverwalters Leopold Mende († 1848). Er studierte von 1833 bis 1837 Rechtswissenschaft an der Universität Wien. Ab 1837 war er im Gerichtsdienst in Niederösterreich tätig, zunächst als Konzeptspraktikant am Magistrat Krems, ab 1838 als Justiziär, dann als Oberamtmann und Landgerichtspfleger und zuletzt als Justizverwalter und Oberbeamter auf der Fürst Corsini’schen Herrschaft Kirchberg an der Pielach. Im Jahr 1850 wurde er Landesgerichtsrat und Vorstand des Bezirksgerichts Zwettl, ab 1854 Oberlandesgerichtsrat und ab 1858 Oberstaatsanwalt in Sopron/Ödenburg (Ungarn). Im Jahr 1859 wurde er Aushilfsreferent an der ungarischen Abteilung des Obersten Gerichtshofs. Nach der Auflösung des Obersten Gerichtshofes für Ungarn im Jahr 1861 war er in Disponibilität und wurde 1862 dem Oberlandesgericht Wien zugewiesen. 1863 wurde er Oberlandesgerichtsrat in Wien und im Januar 1870 ging er in den Ruhestand. Von Mai 1870 bis Ende 1871 war er Advokat in Wien.

Für seine Verdienste am Obersten Gerichtshof in Ungarn wurde er in den Adelsstand erhoben und durfte sich ab 1861 Edler von nennen. Er trug auch den Titel Hofrat.[4]

Er starb am 1. April 1893 im Alter von 76 Jahren.

Er war römisch-katholisch und ab 1847 verheiratet mit Maria Theresia Winhofer, mit der er mindestens zwei Töchter und zwei Söhne hatte, wobei eine Tochter jung und ein Sohn schon im Jahr 1870 verstorben ist.

Leopold von Mende war von 1861 bis 1877 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (I., II. und III. Wahlperiode), als Abgeordneter der Landgemeinden (Zwettl). Von 1864 bis 1866 war er Gemeinderat von Wien.

Politische Funktionen

Leopold von Mende war vom 29. April 1861 bis zum 7. September 1873 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (I., II., III. und IV. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Landgemeinden (St. Pölten, Melk, Herzogenburg, Atzenbrugg, Neulengbach, Hainfeld, Lilienfeld, Kirchberg, Scheibbs, Mank, Gaming, Waidhofen an der Ybbs, St. Peter, Amstetten, Haag, Ybbs, Krems, Mautern, Spitz, Langenlois, Gföhl, Persenbeug, Pöggstall, Kirchberg am Wagram, Zwettl, Großgerungs, Weitra, Ottenschlag, Allentsteig, Waidhofen an der Thaya, Raabs, Dobersberg, Litschau, Schrems) zuständig. Bei den ersten direkten Wahlen im Jahr 1873 unterlag er dem deutschnationalen Georg von Schönerer.[5]

Klubmitgliedschaften

Leopold von Mende war ab 1861 Mitglied bei den Deutschen Autonomisten, ab Juli 1863 im Klub der Linken, ab dem 15. November 1864 bei den Liberalen Linken, ab 1867 im Herbst-Kaiserfeld'schen Klub, ab dem 2. Oktober 1867 wieder im Klub der Linken, ab dem 27. Januar 1869 im Klub der neuen Linken, ab April 1871 im Klub der äußersten Linken und ab dem 17. Januar 1872 im Klub der Verfassungspartei.

Literatur

Commons: Leopold von Mende – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Leopold von Mende In: Wiener Residenzblatt, 30. Januar 1873, S. 54
  2. Matricula Online – Kirchberg an der Pielach, Taufbuch, 1804–1831, Seite 94, 4. Zeile
  3. Mende, Leopold Edler von (1861) Dr. iur., Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 30. September 2025.
  4. Kleine Chronik – † Hofrath Mende. In: Neue Freie Presse (Abendblatt), 4. April 1893, S. 1 unten links (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  5. Kleine Chronik – † Hofrath Mende. In: Neue Freie Presse (Abendblatt), 4. April 1893, S. 1 Mitte unten (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp