Leopold von Knobloch
Leopold Werner Freiherr von Knobloch, eigentlich Freiherr Leopold Knobloch genannt von Hausen-Aubier, (* 27. Mai 1887 in Sudnicken; † 29. November 1968 in Hannover) war ein deutscher Verwaltungsjurist.
Leben
Herkunft
Sein Großvater war der Landrat Freiherr Arthur von Knobloch (* 5. März 1825; † 15. Februar 1901). Seine Eltern waren der Leutnant Freiherr Paul Arthur Harry Knobloch von Hausen-Aubier (* 1. Juni 1855; † 22. April 1925) und dessen Ehefrau Beatrice Dahse (* 29. August 1861; † 20. Juni 1945), eine Tochter des französischen Konsuls und Juristen Charles Dahse und der Kate Fowler. Leopold Knobloch von Hausen-Aubier hatte zwei ältere Brüder, das Gut des Vaters erbet der älteste, Major Harry Knobloch von Hausen-Aubier, der im Mai 1945 starb.[1] Ada von Gersdorff ist eine Tante.
Werdegang
Leopold von Knobloch studierte an der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaft. 1906 wurde er Mitglied des Corps Saxonia Göttingen.[2] Nach dem Studiums und dem Referendariat legte er 1913 das Regierungsassessor-Examen ab. Seine Laufbahn im preußischen Staatsdienst begann er beim Landratsamt in Heydekrug. Im Herbst 1914 wurde er Fahnenjunker im Kürassier-Regiment Nr. 3, kam an der Ostfront zum Einsatz und wurde bereits im Oktober 1914 aus gesundheitlichen Gründen wieder aus dem Militärdienst entlassen. Anschließend wurde er Regierungsassessor beim Landrat in Königsberg und in Fischhausen und 1915 bei der Regierung in Gumbinnen. 1918 wurde er zum Regierungsrat beim Oberpräsidium Königsberg befördert.[3]
1925 wurde von Knobloch zum Landrat des Landkreises Stallupönen ernannt.[4] Im Mai 1934 wurde er von den nationalsozialistischen Machthabern in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Im folgenden Juli wurde er zur Regierung in Königsberg überwiesen. Am 2. August 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.926.526).[5] Später kam er zur Regierung in Allenstein.
Wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft trat er weisungsgemäß Anfang 1939 via Antrag aus dem Johanniterorden aus. Er war dort seit 1919 Mitglied in der Preußischen Provinzialgenossenschaft, als Ehrenritter.[6]
Während des Zweiten Weltkriegs gehörte er 1940 dem Verwaltungsstab des Militärbefehlshaber Frankreich an. Nach dem Kriegsende kam er über Rügen und Greifswald nach Hannover, wo er 1968 verstarb. Er war verheiratet mit Doris von Schleußner-Teistimmen.
Die Vertriebenen-Kreisgemeinschaft Stallupönen-Ebenrode ehrte ihn mit der Ernennung zum Kreisältesten.
Literatur
- 557. † von Knobloch, Leopold. In: Hasso von Etzdorf, Wolfgang von der Groeben, Erik von Knorre: Verzeichnis der Mitglieder des Corps Saxonia zu Göttingen sowie der Landsmannschaft Saxonia (1840–1844) nach dem Stande vom 13. Februar 1972, S. 103.
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser A (Uradel) 1956. Band II, Band 13 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1956, ISSN 0435-2408, S. 239 f.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1892. Zweiundvierzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1891, S. 438.
Weblinks
- Oberregierungsrat Landrat a. D. Leopold von Knobloch 81 Jahre., In: Das Ostpreußenblatt. 19. Jahrgang, Folge 21 vom 25. Mai 1968, S. 12
Einzelnachweise
- ↑ Matthias Graf von Schmettow (Hrsg.): Gedenkbuch des deutschen Adels. (Hauptband), In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 3, C. A. Starke, Limburg/Lahn 1968, S. 172.
- ↑ Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 85 (Corps)/580
- ↑ G. Schulze (Bearb.): Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums 1817–1934/38. Band 11/II. In: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Acta Borussica. Neue Folge. Olms-Weidmann, Hildesheim 2003, S. 621. (PDF; 2,2 MB).
- ↑ Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Landkreis Ebenrode Verwaltungsgeschichte und Landräte, In: Territorial.de.
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/21290964
- ↑ Johanniterorden (Hrsg.): Johanniter-Ordensblatt. Mitteilungsblatt für die Mitglieder des Johanniterordens. 1939. 2, 80. Jahrgang, 145. Nachweisung, Eigenverlag, Berlin 15. Februar 1939, DNB 013197398, S. 4.