Leopold Seyffert

Leopold Gould Seyffert bzw. Leopold Gould (* 6. Januar 1887 in California, Missouri; † 13. Juni 1956 in Bound Brook, New Jersey) war ein US-amerikanischer Maler. Er war vor allem als Porträt- und Figurenmaler tätig.[1][2]

Leben

Leopold Seyffert wurde 1887 in California im Bundesstaat Missouri geboren. Er wuchs in Colorado auf und arbeitete ab 1904 im Büro des Ölprospektors John Worthington, der ihm eine künstlerische Ausbildung ermöglichte. Zunächst studierte er bei Horatio Stevenson, anschließend von 1906 bis 1913 an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts in Philadelphia, unter anderem bei Cecilia Beaux und William Merritt Chase. Chase vermittelte ihm erste Porträt- und Lehraufträge und förderte ihn, indem er ein Porträt für die Sammlung der Akademie erwarb. Zwischen 1909 und 1913 unterrichtete Leopold Seyffert am Graphic Sketch Club in Philadelphia. Mehrere durch Stipendien und Preise ermöglichte Studienaufenthalte führten ihn nach Europa. Während seines zweiten Aufenthalts lernte er 1912 in den Niederlanden den Dirigenten Leopold Stokowski kennen. Dessen mehrfach ausgezeichnetes Porträt aus dem Jahr 1913 begründete Leopold Seyffert Ruf als Porträtmaler. Auf seiner dritten Europareise im Jahr 1914 war Ignacio Zuloaga kurzzeitig sein Lehrer.[1]

Von 1914 bis 1921 lehrte Leopold Seyffert an der Philadelphia School of Design for Women, anschließend bis 1927 am Art Institute of Chicago. 1928 zog er nach New York und widmete sich von da an nahezu ausschließlich der Porträtmalerei. Im Jahr 1930 trennte er sich von seiner ersten Ehefrau, der Malerin Helen A. Fleck, und heiratete sein langjähriges Modell Grace J. Vernon. Ab 1936 arbeitete er abwechselnd in Ateliers in Westport, Connecticut, und in New York. In seiner Spätzeit kam es zu einem Nachlassen seiner schöpferischen Kräfte, das mit gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht wird. Dennoch erhielt er weiterhin Aufträge und Auszeichnungen, darunter 1946 die Goldene Ehrenmedaille der Allied Artists. Nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau im Jahr 1953 blieb Leopold Seyffert bis zu seinem Lebensende künstlerisch tätig. Er starb am 13. Juni 1956 in Bound Brook, New Jersey.[1]

Werk

Leopold Seyffert Œuvre umfasst Porträts, Genrebilder, Aktdarstellungen, Blumenbilder, Selbstporträts sowie Kohlezeichnungen, insbesondere von Musikern aus seinem persönlichen Umfeld. Zu seinen wichtigen frühen Arbeiten zählen Tired Out aus dem Jahr 1912 sowie das Aktbild The Lacquer Screen aus der Zeit um 1917. Als Schlüsselwerk seines reifen Porträtstils gilt das Familienbild My Family aus dem Jahr 1928.[1]

Von den 1910er bis zu den 1930er Jahren zählte Leopold Seyffert zu den gefragtesten Porträtmalern der kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Elite der Vereinigten Staaten. Seine Werke wurden bereits früh von bedeutenden Museen erworben. Charakteristisch für seine Kunst sind eine ausgeprägte zeichnerische Präzision, ein sensibles Farbempfinden und eine psychologisch genaue Erfassung der Porträtierten. Nach seinem Tod geriet sein Werk weitgehend in Vergessenheit, was unter anderem mit der als unzeitgemäß empfundenen stilistischen Ausrichtung zusammenhängt.[1]

Literatur

  • L. M. Bryant: American Pictures and Their Painters, New York 1917, S. ?.
  • Mantle Fielding: Dictionary of American Painters, Sculptors and Engravers, New York 1926, S. ?.
  • George W. Eggers: Leopold Seyffert and His Place in American Portraiture. In: American Magazine of Art. New York 1929.
  • Seyffert, Leopold. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 30: Scheffel–Siemerding. E. A. Seemann, Leipzig 1936, S. 553 (biblos.pk.edu.pl).
  • Seyffert, Leopold. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 4: Q–U. E. A. Seemann, Leipzig 1958, S. 267 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  • M. S. Kushner u. a.: Three Hundred Years of American Painting, New York 1989, S. ?.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 12 Rouco – Sommer. Paris, 2006, S. ?.
Commons: Leopold Seyffert – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b c d e Gerald W. Eggers: Leopold Seyffert and His Place in American Portraiture. In: American Magazine of Art. New York 1929.
  2. Emmanuel Bénézit:: Dictionary of artists. Band 12: Rouco – Sommer. Paris 2006.