Leonard Krasulski
Leonard Seweryn Krasulski (* 8. Februar 1950 in Sopot) ist ein polnischer Politiker (PC, PiS). Er ist seit 2005 Abgeordneter des Sejm in der V., VI., VII., VIII., IX. und X. Wahlperiode.
Leben und Beruf
Nach der Allgemeinbildenden Schule begann Krasulski eine Ausbildung an der Schiffbauschule in Danzig-Wrzeszcz. 1964 brach er die Ausbildung ab und wechselte auf die Seefunkschule.[1] Ab 1966 besuchte er die Fernschule in Danzig, brach diese aber ebenfalls ab.[2] Ab Oktober 1969 leistete er seinen Grundwehrdienst ab. Er war im Sanitätsdienst tätig und wurde im Oktober 1972 Chef der Sanitätskompanie im 1. Panzerregiment der Polnischen Volksarmee. 1975 wurde er vom leitenden Regimentsarzt negativ beurteilt, weil er undiszipliniert sei, sich nicht um das Wohlergehen seiner untergebenen Soldaten kümmere und steter Aufsicht durch seine Vorgesetzten bedürfe.[3] Im Februar 1976 wurde er wegen Veruntreuung vom Zuführer zum Gefreiten degradiert und aus der Armee entlassen.[4]
Anschließend arbeitete er bis 2005 mit Unterbrechungen als Angestellter der Brauerei Elbląg Piwowarskie, die seit 1999 zur Grupa Żywiec gehört. Nach seiner Freiheitsstrafe war er in den 1980ern mehrere Jahre arbeitslos, bis ihn die Brauerei wieder einstellte.
Politik
In den 1980er Jahren trat Krasulski der oppositionellen Gewerkschaft Solidarność bei. Nach der Verhängung des Kriegsrechts organisierte er einen Streik an seinem Arbeitsplatz. Er wurde nach dessen Niederschlagung verhaftet und 1982 zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Im Frühjahr 1983 wurde er auf Bewährung freigelassen.
Er war einer der Gründer der katholisch-konservativen Porozumienie Centrum (PC) sowie der Prawo i Sprawiedliwość (PiS). Er leitet die Regionalgremien dieser Partei in Elbląg. 1989 organisierte er den Senats-Wahlkampf von Jarosław Kaczyński in der Woiwodschaft Elbląg. Bei der ersten vollständig freien Parlamentswahl 1991[5] kandierte er für die PC ebenso erfolglos zum Sejm, wie bei der Parlamentswahl 1993, bei der die PC mit nur 4,4 % an der neu eingeführten Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.[6] Bei der Parlamentswahl 2001 kandidierte er für die neugegründete PiS, die aber im Wahlkreis Elbląg kein Mandat errang.[7]
2005 wurde er wegen Fahrens eines Kfz im betrunkenen Zustand (er hatte 0,58 mg Alkohol im Blut) zu einer Geldstrafe und Entzug der Fahrerlaubnis verurteilt. Das Urteil war der Leitung der PiS vor den Parlamentswahlen 2005 bekannt, jedoch wurden durch die Partei keine Konsequenzen gezogen[8]. Im selben Jahr wurde er über die Liste der PiS für den Wahlkreis Elbląg in den Sejm gewählt.[9] Bei den Parlamentswahlen 2007 errang er mit 17.184 Stimmen erneut ein Abgeordnetenmandat für die PiS.[10] Er war Mitglied der Sejmkommission für Wirtschaft sowie für Kommunale Selbstverwaltung. Auch bei den Parlamentswahlen 2011,[11] 2015[12] und 2019[13] wurde er jeweils wiedergewählt. 2021 wurde er in den Rat der politischen Berater des Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki berufen.[14] Bei der Parlamentswahl 2023 wurde er zum sechsten Mal in Folge in den Sejm gewählt.[15]
Einzelnachweise
- ↑ „Poseł PiS Leonard Krasulski nie mówi prawdy w sprawie swojego wykształcenia?“ auf wiadomosci.wp.pl, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ „Kolejne kłamstwo Krasulskiego. Dotarliśmy do dokumentów“ auf www.fakt.pl, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ „MON opublikowało dokumenty dot. służby wojskowej posła Krasulskiego“ auf www.radiomaryja.pl, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ „Zdegradowali przyjaciela Kaczyńskiego za kradzież spirytusu!“ auf www.fakt.pl, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 610.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Artikel auf dem Internetportal interia.pl vom 1. November 2005 ( des vom 7. August 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ „Premier powołał Radę Doradców Politycznych“ auf www.gov.pl, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 23. November 2025.