Leo Valiani

Leo Valiani (* 9. Februar 1909 als Leo Weiczen in Fiume, Österreich-Ungarn; † 18. September 1999 in Mailand) war ein italienischer Politiker und Journalist. Er stammte aus einer ursprünglich deutschsprachigen, die jüdische Religion nicht mehr praktizierenden Familie, die aus dem damals ungarischen Transsylvanien stammte.

Valiani engagierte sich im Widerstand gegen das Regime von Benito Mussolini in der Kommunistischen Partei und schrieb für unter anderem für die Zeitschrift der PSI Avanti und die ungarische Népszava. 1928 war er für ein Jahr auf der Insel Ponza inhaftiert, 1931 wurde er zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach einer Amnestie 1936 freigekommen, floh er nach Frankreich und engagierte er sich in der von Carlo Rosselli gegründeten Widerstandsgruppe Giustizia e Libertà. Er beteiligte sich am Spanischen Bürgerkrieg. 1939 wurde er von der französischen Regierung im Camp du Vernet interniert, wo er sich mit Arthur Koestler[1] anfreundete. Im Oktober 1940 floh er nach Marokko, wo er für die Résistance arbeitete. Er floh dann weiter nach Mexiko.

Im Oktober 1943 kehrte er mit britischer Unterstützung nach Italien zurück. Dort beteiligte er sich aktiv am Widerstand gegen die deutsche Besetzung in Norditalien. Ab 1944 nannte er sich Leo Vagliani. 1945 ordnete Vagliani den Mailänder Aufstand gegen Mussolini und die Deutschen an. Danach verurteilte er Mussolini zum Tode durch Hängen.[2] Er gehörte nach mehreren Parteiwechseln ab den 1980ern dem Partito Repubblicano Italiano an.

1980 wurde er von Sandro Pertini zum Senator auf Lebenszeit ernannt.

Als Journalist arbeitete er unter anderem für Il Mondo, L’Espresso und Il Corriere della Sera.

Schriften (Auswahl)

  • La dissoluzione dell'Austria-Ungheria. Mailand: Saggiatore, 1966

Literatur

Commons: Leo Valiani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. „Mario's real name is Leo Valliani“, Arthur Koestler: Scum of the Earth. Vorwort zur 2. Auflage. London: Collins, 1955, S. 9f.
  2. Andrea Ricciardi: Valiani, Leo. In: Raffaele Romanelli (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 98: Valeriani–Verra. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2020.