Lee „Shot“ Williams

Lee „Shot“ Williams (* 21. Mai 1938 in Lexington, Mississippi, USA als Henry Lee Williams; † 25. November 2011 in Kenosha, Wisconsin, USA) war ein US-amerikanischer Blues- und Soulsänger und Songwriter.

Biografie

Henry Lee Williams wurde am 21. Mai 1938 in Lexington (Mississippi) geboren. Von einer Tante lernte er zusammen mit seinen Cousins, darunter Big Smokey Smothers und Little Smokey Smothers, Gitarre zu spielen. Den Spitznamen „Shot“ erhielt er schon in jungen Jahren von seiner Mutter, da er gerne Anzüge trug und als „Big Shot“, d. h. als „großes Tier“, eine wichtige Person, auftrat. Als Jugendlicher arbeitete Williams in den Feldern Mississippis.[1] Seine musikalische Karriere begann er als Sänger in lokalen Gospelgruppen, später wechselte er zu Blues und R&B. Zu seinen Vorbildern zählte er unter anderem Louis Jordan, Muddy Waters, Howlin’ Wolf, Elmore James, B. B. King und Bobby Bland.[2][3][4][5]

1954 zog Williams nach Detroit, wo er in der Chrysler-Autofabrik arbeitete, und 1958 nach Chicago, um ins Musikgeschäft einzusteigen.[1] Dort schloss er sich Little Smokey Smothers an; sie machten unter anderem mit Magic Sam und Buddy Guy Musik. 1960 begann Williams zu singen, 1961 gründete er mit Little Smokey eine eigene Band. Einige Jahre danach ging er mit Earl Hooker auf Tour. Später arbeitete Williams auch mit Bobby Bland, Little Milton, Bobby Rush und Lynn White.[1][2][3][4][5][6]

1962 nahm Williams seine erste Single mit den selbstgeschriebenen Titeln Hello Baby und I’m Trying für das Chicagoer Label Foxy auf. In den nächsten Jahren folgte eine Reihe von Singles bei anderen Labels, darunter Federal, Palos, Gamma und Shama. Seine Aufnahme Welcome to the Club aus dem Jahr 1964 war ein Hit in Chicago und wurde 1965 von Little Milton für Checker Records gecovert.[3] Ein weiterer regionaler Hit, I Like Your Style,[1] erschien 1969 und wurde von Junior Parker gecovert.[5] Sein erstes eigenes Album Country Disco, produziert von Gene Barge und Ralph Bass,[3] erschien 1977 beim Label Roots. In den 1980er Jahren veröffentlichte Williams etliche Singles bei Labels wie Tchula, True, Dis-Muke, O’one und Chelsea. 1988 zog Williams von Chicago nach Memphis.[1][2][4][5][6]

1991 veröffentlichte Williams viele seiner bisherigen Aufnahmen unter dem Titel I Like Your Style auf Kassette beim Label 4-Way. 1994 veröffentlichte das japanische Label Vivid Sound ein Album mit dem Titel A Shot of Rhythm and Blues. 1993 arbeitete Williams mit Little Smokey Smothers an dessen Album Bossman, das beim Label Black Magic erschien. 1995 revanchierte sich Smothers und spielte Gitarre auf Williams’ Album Cold Shot, das ebenfalls bei Black Magic herauskam und in einer Leserumfrage von Living Blues zum besten Blues-Album des Jahres 1995[7] in der Kategorie „Neuaufnahme – Soul/Blues“ gewählt wurde.[1][2][5]

Mit seinem 1996 erschienenen Debütalbum für Ecko Records, Hot Shot, wandte sich Williams dem Southern Soul zu.[2][3] Es folgten weitere Alben bei Ecko, später auch bei CDS und einigen anderen Labels.[1]

Lee „Shot“ Williams starb im Alter von 73 Jahren am 25. November 2011 in Kenosha (Wisconsin).[1]

Diskografie

(Quellen: [5][6][8])

  • 1977: Country Disco (Roots)
  • 1991: I Like Your Style (Kassette, 4-Way)
  • 1994: Shot of Rhythm & Blues (Vivid Sound)
  • 1994: Chicago Blues & Deep Soul Legend (Famous Grooves)
  • 1995: Cold Shot (Black Magic)
  • 1996: Hot Shot (Ecko)
  • 1999: You Turn Me On (Diamond Lady)
  • 2000: She Made a Freak Out of Me (Ecko)
  • 2001: Somebody’s After My Freak (Ecko)
  • 2002: Before the Honeymoon (Hot Spot)
  • 2002: Let the Good Times Roll (Wilson)
  • 2003: Get Down Tonight (Ecko)
  • 2004: Nibble Man (Ecko)
  • 2006: Starts With a P (Ecko)
  • 2006: Meat Man (Ecko)
  • 2007: The First Rule of Cheating (CDS)
  • 2008: Shot From the Soul (CDS)
  • 2009: The Best of (Ecko)
  • 2010: I’m the Man for the Job (CDS)

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Steve Sharp: Lee „Shot“ Williams. Nachruf in Living Blues 217, Februar-März 2012, S. 77 (englisch), abgerufen am 30. Oktober 2025
  2. a b c d e Heikki Suosalo: Lee Shot Williams. Soul Express 3/1997 (englisch), abgerufen am 30. Oktober 2025
  3. a b c d e Anders Lillsunde: Lee Shot Williams – a piece of music history. Jefferson Blues Mag, 12. Dezember 2009 (englisch), abgerufen am 30. Oktober 2025
  4. a b c Lee „Shot“ Williams. All About Blues Music (englisch), abgerufen am 30. Oktober 2025
  5. a b c d e f Lee „Shot“ Williams Biography by Richard Skelly. AllMusic (englisch), abgerufen am 30. Oktober 2025
  6. a b c Lee „Shot“ Williams. Blues Sessions (französisch und englisch), abgerufen am 30. Oktober 2025
  7. 1996 Living Blues Awards. Living Blues (englisch), abgerufen am 30. Oktober 2025
  8. Lee Shot Williams discography. Discogs (englisch), abgerufen am 30. Oktober 2025