Le cantatrici villane
| Operndaten | |
|---|---|
| Titel: | Die Dorfsängerinnen |
| Originaltitel: | Le cantatrici villane |
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Titelblatt des Librettos, Neapel 1798 | |
| Form: | Dramma giocoso in zwei Akten |
| Originalsprache: | Italienisch |
| Musik: | Valentino Fioravanti |
| Libretto: | Giovanni Palomba |
| Uraufführung: | Januar 1799 |
| Ort der Uraufführung: | Teatro dei Fiorentini, Neapel |
| Spieldauer: | ca. 2 ½ Stunden |
| Ort und Zeit der Handlung: | Casoria (in späteren Fassungen Frascati)[1] im 18. Jahrhundert |
| Personen | |
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Le cantatrici villane (deutsche Titel: Die Dorfsängerinnen, Die Sängerinnen auf dem Lande oder Die ländlichen Sängerinnen) ist eine Opera buffa (Originalbezeichnungen: „commedia per musica“ bzw. „dramma giocoso“) in zwei Akten mit Musik von Valentino Fioravanti und einem italienischen Libretto von Giovanni Palomba. Die Uraufführung fand im Januar 1799 zur Karnevalssaison 1798/1799 im Teatro dei Fiorentini in Neapel statt. Es handelt sich um eine der beliebtesten Opern ihrer Zeit.
Handlung
Kurzfassung
Erster Akt. Die vier Landfrauen Rosa, Giannetta, Nunziella und Agata singen bei ihrer alltäglichen Arbeit. Der Tourist Don Bucefalo, ein Kapellmeister, hört sie und will sie für das Theater gewinnen. Rosa führt sich sofort wie eine Primadonna auf, was bei den die anderen Frauen zu der Vermutung führt, dass sie ein Verhältnis mit Bucefalo habe. Der ältliche Don Marco, der Rosa seit längerem liebt, wird eifersüchtig. Rosas erster Mann Carlino ist abwesend, da er einen Mord begangen hat und nach Spanien geflohen ist. Man hält ihn für tot. In Wirklichkeit ist er soeben als Soldat verkleidet in sein Heimatdorf zurückgekehrt und will unerkannt herausfinden, ob Rosa ihm die Treue gehalten hat. Als er ihre Beziehungen zu Bucefalo und Marco bemerkt, gerät er in Wut. Er dringt unter dem Vorwand einer militärischen Einquartierung in Rosas Haus ein. Bucefalo und Marco verstecken sich eilig in Fässern, werden aber von den anderen Frauen verraten.
Zweiter Akt. Don Marco will in Rosas Haus eine Oper aufführen – mit Rosa und sich selbst in den Hauptrollen und Bucefalo als Dirigenten. Carlino schmuggelt einige bewaffnete Männer in die Probe ein, die auf sein Zeichen aufspringen sollen, um Bucefalo und Rosa zu ermorden. Bevor es zum Äußersten kommt, treffen Soldaten ein. Carlino gibt sich Rosa zu erkennen. Damit sind alle Missverständnisse gelöst und werden vergeben.
Erster Akt
Ein kleiner Dorfplatz; auf einer Seite Rosas Bauernhaus und das Tor zu Giannettas Garten, auf der anderen Agatas Gasthaus, Don Marcos Villa und Nunziellas Laden; im Hintergrund Landschaft mit einigen Hütten
Szene 1. Rosa, Giannetta, Nunziella[A 1] und Agata besingen den schönen ländlichen Morgen und die Liebe, während sie sich mit ihren Alltagsarbeiten beschäftigen (Introduktion: „Che bel gusto è in sul mattino“). Der Kapellmeister Don Bucefalo, der im Gasthaus frühstückt, lobt ihren Gesang überschwänglich. Er möchte alle vier sogleich für das Theater gewinnen und fragt sie nach ihren Namen und Lebensverhältnissen. Rosa erzählt, dass ihr Mann Carlino in Spanien gestorben sei, wohin er nach einem Mord geflohen war. Auch die Wirtin Agata ist verwitwet. Beide haben zwar keine Gesangsausbildung genossen, aber Rosa hat acht Jahre bei einer Sängerin gearbeitet, und Agata war oft in der Oper. Sie sind aufgeschlossen für Don Bucefalos Vorschlag. Auch Giannetta und Nunziella wollen mitmachen (Arie Giannetta: „Un cor mi predice“).
Szene 2. Don Bucefalo schlägt vor, für die ersten Übungen das Cembalo eines seiner Schüler in Rosas Haus bringen zu lassen. Das weckt sogleich Rivalitäten zwischen dieser und Agata (Terzett Rosa/Agata/Bucefalo: „Io dirò, se nel gestire“).
Szene 3. Don Marco tritt auf, ein ehemaliger Schüler Don Bucefalos. Er ist trotz seines fortgeschrittenen Alters und seiner Gicht in Rosa verliebt. Jetzt möchte er seine Gesangsstunden fortsetzen und singt Bucefalo etwas vor (Arietta Marco: „Regnanto tradito“). Der Kapellmeister ist wenig angetan von seiner Darbietung.
Szene 4. Da erscheint Rosas totgeglaubter Mann Carlino, der aus Spanien zurückgekehrt ist. Er hat sich als Soldat verkleidet und trägt einen falschen Schnurrbart, um inkognito herauszufinden, ob seine Frau ihm treu geblieben ist. Bucefalo und Marco beobachten ihn vorsichtig (Terzett Carlino/Marco/Bucefalo: „Oh sospirate mura“), bis Carlino auf sie zukommt und nach der Bewohnerin des Bauernhauses befragt.
Szene 5. Agata, Giannetta und Nunziella tuscheln darüber, dass sich zwischen Rosa und Bucefalo etwas anzubahnen scheint. Bucefalo und sein Gehilfe Giacchetto bringen das versprochene Cembalo. Die Frauen streiten sich sofort darüber. Bucefalo hat sich aber längst für die „erste Sängerin“ Rosa entschieden. Agata kommentiert das spöttisch (Arie Agata: „Più non sta col collo torto“).
Szene 6. Sowohl Marco als auch Carlino fühlen sich von Rosa hintergangen. Carlino behauptet Marco gegenüber, er sei im Auftrag ihres verstorbenen Mannes gekommen, um sich um ihre Angelegenheiten zu kümmern. Daraufhin erzählt ihm Marco von seiner Liebe zu Rosa und verspricht ihm ein Geschenk, wenn er seine Werbung unterstützt.
Szene 7. Als die beiden Rosas Haus betreten, werden sie Zeuge ihrer Gesangsstunde bei Bucefalo (Sextett: „Apri la bocca, e fa’ come fo io“). Die beiden werden eifersüchtig, da sie den von Rosa gesungenen Text wörtlich nehmen. Agata und Giannetta wollen ebenfalls am Unterricht teilnehmen.
Szene 8. Nunziella fühlt sich vernachlässigt und tut sich mit dem ebenfalls verschmähten Don Marco zusammen (Arie Marco: „Si è la moglie bona, e modesta“).
Szene 9. Rosa ruft Don Bucefalo um Hilfe, weil sich der Soldat in ihrem Haus eingeschlossen hat. Bucefalo soll dem Fremden mit Nachdruck erklären, dass er ihr Ehemann sei, und ihn aus dem Haus jagen.
Szene 10. Als Bucefalo das versucht, beschimpft ihn Carlino heftig. Rosa behauptet, dass sie bereits seit fast einem Jahr mit Bucefalo vermählt sei. Daraufhin informiert Carlino sie darüber, dass er im Auftrag ihres verstorbenen Mannes gekommen sei, und drückt seine Enttäuschung über ihr Verhalten in einer Arie aus (Arie Carlino: „Dov’è la fé giurata“).
Szene 11. Carlino klagt über Rosas Untreue und überlegt, den Gesangslehrer gewaltsam aus dem Weg zu räumen. Agata hat sein Selbstgespräch belauscht. Sie glaubt, er plane den Mord gemeinsam mit Rosa.
Szene 12. Agata alarmiert die anderen und rät zur sofortigen Flucht.
Szene 13. Als nacheinander Don Marco, Rosa, Agata und Carlino auf Bucefalo zukommen, fühlt dieser sich von allen bedroht und weist sie zurück (Arie Bucefalo: „Tutti nemici, e rei“).
Bauernstube mit Fässern und ländlichen Geräten; Türen an den Seiten; in der Mitte das Cembalo
Szene 14. Rosa bedauert das schnelle Ende ihrer Gesangskarriere. Als Bucefalo hereinkommt, setzt sie sich ans Cembalo, um ihm singend sein Verhalten vorzuwerfen (Finale I: „Chi m’ha tolto, poveretta“).
Szene 15. Marco klopft an der Tür. Um eine Eskalation zu vermeiden, fordert Rosa Bucefalo auf, sich in einem Fass zu verstecken. Marco erklärt Rosa seine Liebe, doch sie weist ihn ab.
Szene 16. Jetzt erscheint auch Carlino, und Marco muss sich in einem anderen Fass verbergen. Der noch immer als Soldat verkleidete Carlino erklärt, dass sein Quartiermeister ihm dieses Haus zugewiesen habe und er sein Recht notfalls mit dem Schwert erzwingen werde. Rosa meint jedoch, dass alleinstehende Frauen keine Soldaten aufnehmen müssten.
Szene 17. Zu guter Letzt treffen auch Agata, Giannetta und Nunziella ein. Sie haben beobachtet, wie Bucefalo und Marco das Haus betreten haben, und fordern sie auf, ihre Verstecke zu verlassen.
Zweiter Akt
Kurze Straße
Szene 1. Agata, Giannetta und Nunziella lästern über Rosa (Arie Nunziella „Cantate figliuola“).
Szene 2. Marco erzählt Bucefalo und den drei Frauen, dass er als Impresario in Rosas Haus eine Oper aufführen wolle. Seine Wahl ist auf Bucefalos Vertonung von Pietro Metastasios Ezio gefallen. Die Proben sollen noch heute unter Bucefalos Leitung beginnen. Rosa und er selbst werden die Hauptrolle übernehmen.
Szene 3. Agata und Giannetta prahlen Rosa gegenüber mit ihrem bevorstehenden Bühnenauftritt (Terzett: „Morì la villanella“).
Szene 4. Carlino ist so wütend und verzweifelt, dass er Rosa und ihren vermeintlichen Geliebten Bucefalo töten und das Dorf anschließend verlassen möchte. Als ihn Nunziella von der geplanten Aufführung unterrichtet, beschließt er, diese zum Schauplatz seiner Rache zu machen.
Szene 5. Als der Kapellmeister sich auf die Probe vorbereiten will, stellt Carlino ihn zur Rede und fordert ihn zum Duell (Duett Carlino/Bucefalo: „A noi coraggio, alò, fuori la spada“). Bucefalo, der keinerlei kämpferische Ambitionen hat, beschließt, vorher die Flucht zu ergreifen.
Nacht; Bauernstube wie zuvor, mit einigen Lichtern
Szene 6. Rosa, Agata und Giannetta bringen Marco mit ihren Primadonna-Allüren fast um den Verstand.
Szene 7. Bucefalo führt die aus Neapel eingetroffenen Musiker herein.
Szene 8. Carlino erscheint mit einigen Bauern, die er als gute Freunde vorstellt. Bucefalo beginnt mit der Probe (Arie Bucefalo: „Ttai, ttai, ttai, llarà, llarà“). Rosa bringt den Text ihrer Arie der Fulvia beim ersten Versuch durcheinander, singt dann aber zu Bucefalos Zufriedenheit (Arie Rosa: „Ah non son io che parlo“). Als anschließend Agata die Arie der Onoria singen will, gibt Carlino seinen Leuten ein Zeichen. Sie löschen die Lichter und ziehen ihre Waffen. Alle geraten in Aufregung (Quintett: „Ombra che tetra, e squallida“).
Szene 9 „ultima“. Giannetta und Nunziella haben Soldaten geholt, um ihre Freunde zu retten. Bevor sie einschreiten, gibt sich Carlino seiner Frau zu erkennen (Finale II: „Ciel chi veggio…“). Alle vergeben einander und setzen die Probe fort.
Gestaltung
Orchester
Die Orchesterbesetzung der Oper umfasst die folgenden Instrumente:[2]
- Holzbläser: zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotte
- Blechbläser: zwei Hörner, zwei Trompeten
- Pauken
- Streicher
Gliederung
Die folgenden Musiknummern entsprechen dem Libretto der Uraufführung. Spätere Fassungen sind anders gegliedert.
- Sinfonia
Erster Akt
- Introduktion (Rosa, Agata, Nunziella, Bucefalo, Giannetta): „Che bel gusto è in sul mattino“ (Szene 1)
- Arie (Giannetta): „Un cor mi predice“ (Szene 1)
- Terzett (Rosa, Agata, Bucefalo): „Io dirò, se nel gestire“ (Szene 2)
- Arietta (Marco): „Regnanto tradito“ (Szene 3)
- Terzett (Carlino, Marco, Bucefalo): „Oh sospirate mura“ (Szene 4)
- Arie (Agata): „Più non sta col collo torto“ (Szene 5)
- Sextett (Bucefalo, Rosa, Carlino, Marco, Agata, Giannetta): „Apri la bocca, e fa’ come fo io“ (Szene 7)
- Arie (Marco): „Si è la moglie bona, e modesta“ (Szene 8)
- Arie (Carlino): „Dov’è la fé giurata“ (Szene 10)
- Arie (Bucefalo): „Tutti nemici, e rei“ (Szene 13)
- Finale I (Rosa, Bucefalo, Marco, Carlino, Agata, Giannetta, Nunziella): „Chi m’ha tolto, poveretta“ (Szene 14)
Zweiter Akt
- Arie (Nunziella): „Cantate figliuola“ (Szene 1)
- Terzett (Giannetta, Agata, Rosa): „Morì la villanella“ (Szene 3)
- Duett (Carlino, Bucefalo): „A noi coraggio, alò, fuori la spada“ (Szene 5)
- Arie (Bucefalo): „Ttai, ttai, ttai, llarà, llarà“ (Szene 8)
- Arie (Rosa): „Ah non son io che parlo“ (Szene 8)
- Quintett (Carlino, Rosa, Agata, Marco, Bucefalo): „Ombra che tetra, e squallida“ (Szene 8)
- Finale II (Rosa, Agata, Marco, Carlino, Giannetta, Nunziella, Bucefalo): „Ciel chi veggio…“ (Szene 9)
Werkgeschichte
Le cantatrici villane war der größte Erfolg des damals für seine Opere buffe berühmten italienischen Komponisten Valentino Fioravanti und eine der beliebtesten komischen Opern ihrer Zeit.[2] Die Uraufführung war Januar 1799 im Teatro dei Fiorentini in Neapel. In einigen älteren Quellen ist irrtümlich das Jahr 1803 angegeben. Im gedruckten Libretto steht „per quart’opera del corrente anno 1798“ (‚als vierte Oper des gegenwärtigen Jahres 1798‘). Fioravanti selbst erinnerte sich in seiner Autobiografie, dass sie „nel Carnevale 1798—entrando il ’99“ (‚im Karneval 1798 – Anfang 99‘) gegeben wurde.[3] Die musikalische Leitung hatte Domenico Olivieri. Für das Bühnenbild war Luigi Grassi zuständig. Die Kostüme stammten von Pietro Ricci.[4] Es sangen Orsola Fabrizzi Bertini (Rosa), Marianna Belloli (Agata), Giovanna Pasca (Giannetta), Antonia Longoni (Nunziella), Gennaro Luzio (Don Bucefalo), Luigi Brida (Carlino), Andrea Ferraro (Don Marco). Die Oper wurde mit dem Ballett La calzolaia tedesca des Choreografen Giovanni Battista Giannini kombiniert.[5]
Das Werk verbreitete sich schnell auf den europäischen Bühnen und wurde bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts viel gespielt.[2] Neben unzähligen Produktionen in Italien[6] gab es italienischsprachige Aufführungen in Barcelona (1802), Lissabon (1803), Dresden (1804), Wien (1804 bis 1840), Porto (1805), Amsterdam (1806), Paris (1806 bis 1842), Sankt Petersburg (1829), Odessa (1839), London (1842) und Berlin (1844). Eine russische Übersetzung von G. Vyen kam 1804 in Sankt Petersburg und 1808 in Moskau auf die Bühne, eine spanische 1809 in Madrid, eine polnische von J. F. Królikowski 1807 in Vilnius und 1818 in Warschau und eine dänische von Johan Ludvig Heiberg 1828 in Kopenhagen.[3] Einer von Francesco Florimo überlieferten Episode zufolge äußerte sich sogar Napoleon Bonaparte positiv über diese Oper, die er allerdings irrtümlich für ein Werk Giovanni Paisiellos hielt.[7]
Auch im deutschsprachigen Raum war die Oper beliebt – meist mit gesprochenen Dialogen anstelle der Rezitative.[2] Johann Christoph Grünbaums Übersetzung Die Sängerinnen auf dem Lande wurde u. a. in Frankfurt (1806), Hamburg (1810), Berlin (1820), Bern (1812), München (1812), Sankt Petersburg (1813), Prag (1814) und Wien (1814) gezeigt.[3] Zwei Aufführungen in Weimar am 10. und 13. April 1813 standen unter der Leitung von Johann Wolfgang von Goethe.[1] Außerdem gab es deutschsprachige Aufführungen in Basel (1842), Coburg (1852), Dresden (1861 und 1877), Königsberg (1873), Hamburg (1880). Eine überarbeitete Fassung von E. Pohl und G. Lehnhardt wurde 1890 in Berlin gespielt, eine neue deutsche Fassung von A. Haelssig 1930 in Gladbach und 1931 in Erfurt.[3]
Eine von Giuseppe Maria Foppa überarbeitete einaktige Fassung mit dem Titel Le virtuose ridicole hatte 1801 im Teatro San Moisè in Venedig Premiere.[2] In einer neueren Fassung von 1951 wurde der erste Akt gekürzt und ein Chor ergänzt.[1]
Auch in jüngerer Zeit gab es einige Produktionen,[2] beispielsweise 1974 in Bremerhaven,[8] 2016 an der Oper Frankfurt[9] oder 2020 in Barcelona.[10]
Der Verbleib des Autographen ist unbekannt. Erhalten sind jedoch mehrere Abschriften der Partitur.[2] Als der Dirigent Roberto Tigani Anfang der 1990er Jahre eine Studioeinspielung vorbereitete, entdeckte er mehr als fünfzehn Manuskripte der Oper, die sich alle voneinander unterschieden. Einige enthielten auch Arien anderer Komponisten wie Gioachino Rossini oder Gaetano Donizetti. Zudem gab es große Abweichungen zum Libretto der Uraufführung. Ein großer Abschnitt des ersten Akts zwischen dem Sextett und dem Finale sowie die Partie der vierten Sängerin Nunziella fehlten in sämtlichen bisher untersuchten Manuskripten. Schließlich stellte sich heraus, dass zwei in der Bibliothek der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom erhaltene Manuskripte fehlerhaft katalogisiert worden waren. Eines davon, das Tigani erst für irrelevant gehalten hatte, enthielt die fehlenden Stücke und passte exakt zum Libretto der Uraufführung. Das Werk konnte somit nach beinahe zweihundert Jahren der Öffentlichkeit wieder vorgestellt werden.[11]
Aufnahmen
- 11. Oktober 1951 – Mario Rossi (Dirigent), Orchestra „Alessandro Scarlatti“ della RAI di Napoli.
Alda Noni (Rosa), Ester Orell (Agata), Fernanda Cadoni (Giannetta), Sesto Bruscantini (Don Bucefalo), Agostino Lazzari (Carlino), Franco Calabrese (Don Marco).
Studioaufnahme, stark gekürzt.
Cetra Soria 50102 (1 LP), Warner-Fonit Cetra 5050467-1200-2-0 (1 CD).[12.1][13] - 1959 – Franco Caracciolo (Dirigent), Corrado Pavolini (Regie), Gianni Polidori (Bühne), Marisa Polidori (Kostüme), Orchestra „Alessandro Scarlatti“ della RAI di Napoli.
Sesto Bruscantini, Alda Noni, Adriana Martino, Fernanda Cadoni, Gino Sinimberghi, Franco Calabrese.
Video; live aus dem Teatro di Corte in Neapel.
TV-Produktion der RAI.[14] - 22., 23. und 25. Oktober 1992 – Roberto Tigani (Dirigent), Orchestra del Conservatorio Frosinone.
Maria Angeles Peters (Rosa), Giovanna Manci (Agata), Floriana Sovilla (Giannetta), Marina Mauro (Nunziella), Giorgio Gatti (Don Bucefalo), Ernesto Palacio (Carlino), Danilo Serraiocco (Don Marco).
Live aus Frosinone.
Bongiovanni CD: GB 2135-2.[12.2] - 2020 – Assunto Nesse (Dirigent), Constantino Juri (Regie), Orquestra Barcelona Concertante.
Inés Lorans (Rosa), Alba Fernández (Agata), Helena Ressurreição (Giannetta), Donato di Gioia (Don Bucefalo), Elías Ongay (Carlino), Pedro Quiralte (Don Marco).
Video; live aus dem Teatre de Sarria in Barcelona.
Videostream auf YouTube.[15][10]
Digitalisate
- Le cantatrici villane: Noten und Audiodateien im International Music Score Library Project
- Klavierauszug einer Produktion des Théâtre-Italien in Paris 1845 in der Google-Buchsuche
- Libretto (italienisch), Neapel 1798. Digitalisat der Library of Congress
- Die ländlichen Sängerinnen. Libretto (italienisch/deutsch), Dresden 1804. Digitalisat der Österreichischen Nationalbibliothek
- Die Dorfsängerinnen. Libretto (deutsch), München 1856. Digitalisat des Münchener Digitalisierungszentrums
Weblinks
- Le cantatrici villane (Valentino Fioravanti) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna
- Werkinformationen und Libretto (italienisch) als Volltext auf librettidopera.it
Anmerkungen
- ↑ In einer späteren Fassung der Oper wurde die Bäckerin Nunziella durch den Kellner Giansimone ersetzt.
Einzelnachweise
- ↑ a b c Marvin Tartak: Cantatrici villane, Le. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich).
- ↑ a b c d e f g Sigrid Wiesmann: Le cantatrici villane. In: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Band 2: Werke. Donizetti–Henze. Piper, München/Zürich 1987, ISBN 3-492-02412-2, S. 209 f.
- ↑ a b c d Alfred Loewenberg (Hrsg.): Annals of Opera 1597–1940. John Calder, London 1978, ISBN 0-7145-3657-1, Sp. 546 (online im Internet Archive).
- ↑ Angabe im Libretto, Neapel 1798/99.
- ↑ Datensatz der Uraufführung im Januar 1799 im Corago-Informationssystem der Universität Bologna.
- ↑ Le cantatrici villane (Valentino Fioravanti) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ Alessandra Doria: Valentino Fioravanti and Le cantatrici villane. In: Beilage zur CD Bongiovanni GB 2135-2, S. 12–14.
- ↑ Neubauer: Rezension der Produktion in Bremerhaven 1974. In: Opernwelt. Ausgabe Mai 1974, S. 42, laut Gesamtregister Opernwelt.
- ↑ Hans-Klaus Jungheinrich: Heiter scheitern. Rezension der Produktion in Frankfurt 2016. In: Opernwelt. Ausgabe März 2016, S. 40 (eingeschränkte Vorschau; Abonnement für den vollständigen Text erforderlich).
- ↑ a b Informationen über das Video aus Barcelona 2020 auf operaonvideo.com, abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ Roberto Tigani: Notes on ‘Le cantatrici villane‘. In: Beilage zur CD Bongiovanni GB 2135-2, S. 9–11.
- ↑ Valentino Fioravanti. In: Andreas Ommer: Verzeichnis aller Operngesamtaufnahmen (= Zeno.org. Band 20). Directmedia, Berlin 2005.
- ↑ Christopher Howell: Rezension der CD Warner-Fonit Cetra 5050467-1200-2-0 (Dirigent: Mario Rossi). In: MusicWeb International, abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ Informationen über das Video der RAI 1959 auf operaonvideo.com, abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ Video der Aufnahme aus Barcelona 2020 auf YouTube, abgerufen am 3. Oktober 2025.