Laura Zarina

Laura Zarina (* 10. Juli 1987 in Jümala, Lettische SSR) ist eine lettische Geigerin, Pädagogin und Mentorin. Als Solistin und Kammermusikerin verbindet sie virtuoses Spiel mit kuratorischer Neugier und engagiert sich besonders für die Musik ihres Heimatlandes. Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit lehrt sie in Deutschland und fördert junge Streicher in eigenen Mentoring-Formaten.

Leben und Ausbildung

Zarina wuchs in Lettland auf und erhielt ihre frühe Ausbildung an der Emīls-Dārziņš-Spezialmusikschule in Riga. Es folgten Studien an der Hochschule für Musik und Theater Rostock (Klasse Petru Munteanu) sowie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin (B. Mus. & M. Mus., Klasse Ulf Wallin). Von 2017 bis 2021 ergänzte sie ein Masterstudium Instrumentalpädagogik an der HfMDK Frankfurt am Main; ihre Abschlussarbeit behandelte Gespräche mit Geigerinnen über Herausforderungen auf dem Weg zum Erfolg. Zusätzliche Impulse erhielt sie 2011 an der Seiji Ozawa International Academy und 2012–2014 im Privatunterricht bei Miriam Fried (Boston).

Künsterisches Profil

Zarina konzertierte als Solistin u. a. mit dem Estonian Symphony Orchestra, der Norddeutschen Philharmonie Rostock, der Liepāja Symphony sowie mit dem Hochschulorchester der JVLMA (lettische Uraufführung von Jānis Kalniņš’ Violinkonzert[1]). 2023/25 verantwortete sie die lettische bzw. europäische Erstaufführung des Violinkonzerts von Imants Ramiņš.[2] Kammermusikalisch trat sie unter anderem bei folgenden Festivals auf: Progetto Martha Argerich mit Gabriele Baldocci, Stanimir Todorov und Lyda Chen, Montebello mit Bruno Giuranna und Roberto Arosio, Bel-Air mit Renaud Capuçon, Gautier Capuçon, Liya Petrova und Bertrand Chamayou, La Musica mit Bruno Giuranna und Antonio Meneses und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Ein besonderes künstlerisches Interesse gilt Johann Sebastian Bachs Fuge C-Dur BWV 1005, die sie in einer Fassung mit gesungenen Chorälen (nach Helga Thöne) einspielte.[3] Auf Youtube veröffentlichte sie Videos mit der Gitarristin Heike Matthiesen.[4]

Orchestrale Erfahrung sammelte sie als Aushilfe beim hr-Sinfonieorchester, beim Frankfurter Opern- und Museumsorchester, beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, bei den Berliner Philharmonikern sowie bei der Kremerata Baltica; 2011/12 war sie koordinierte Konzertmeisterin am Staatstheater Cottbus, später unter anderem 1. Konzertmeisterin (Gast) bei den Thüringer Symphonikern.

Pädagogik und Mentoring

Seit 2021 ist Zarina Dozentin für Hauptfach Violine am Dr. Hoch’s Konservatorium Frankfurt am Main;[5] 2022–2024 hatte sie einen Lehrauftrag an der UdK Berlin und 2025 übernahm sie kurzzeitig die Streicher-Kammermusik am Peter-Cornelius-Konservatorium Mainz. Weitere Lehraufgaben führten sie u. a. zur European Youth Orchestra Academy (Mannheim) und zum Internationalen Meisterkurs in Sigulda (Lettland). Ihre Studierenden gewannen Probespiele und Wettbewerbe (u. a. Konzertmeisterin „Junge Philharmonie Brandenburg“, 1. Preis „Jugend musiziert“). Seit 2014 begleitet sie junge Musiker zudem als Mentorin.

Projekte und Initiativen

2024 gründete sie gemeinsam mit ihrem Partner Christian Reister die INSTRUMENTUM Foundation GmbH[6], die hochbegabte Streicher mit Instrumenten und Mentoring unterstützt. Das 2025 erschienene, von ihr kuratierte Album Echoes of Latvia vereint drei Auftragswerke und überwiegend Ersteinspielungen und soll ein deutliches Zeichen setzen für die Sichtbarkeit lettischer Komponistinnen.

Wettbewerbe und Auszeichnungen

Zarina gewann 2003 den 1. Preis und den Spezialpreis für das beste virtuose Werk beim Internationalen Wettbewerb Kloster Schöntal.[7] 2010 wurde sie beim Internationalen Rodolfo-Lipizer-Wettbewerb (Gorizia) mit dem Spezialpreis für die beste Schubert-Interpretation ausgezeichnet. Von 2009 bis 2012 war sie Stipendiatin der Villa Musica Rheinland-Pfalz und erhielt anschließend den Jahres-Förderpreis.[8]

Diskografie

  • Echoes of Latvia – Werke lettischer Komponistinnen (SKANI, 2025; mit Agnese Eglina).
  • Jānis Kalniņš: Violinkonzert / Imants Ramiņš: Aria – Aufnahme in Toronto mit dem Orchester der Canadian Opera Company (2019).

Einzelnachweise

  1. Laura Zarina: Laura Zarina plays Violin Concerto by Janis Kalnins. 8. November 2016, abgerufen am 17. Dezember 2025.
  2. Imanta Ramiņa 80 gadu jubilejas koncerts Ventspils koncertzālē "Latvija". Abgerufen am 17. Dezember 2025 (lettisch).
  3. Laura Zarina: Laura Zarina - J.S.Bach: Fugue in C major for violin and voice. 3. Juni 2022, abgerufen am 17. Dezember 2025.
  4. Heike Matthiesen Stiftung: Duo Luminoso: Paganini - Cantabile. 5. Dezember 2015, abgerufen am 17. Dezember 2025.
  5. Laura Zarina | Dr. Hoch's Konservatorium. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
  6. Instrumentum Foundation. Abgerufen am 17. Dezember 2025 (deutsch).
  7. Preisträger (1997 - 2003). In: Violinwettbewerb Kloster Schöntal | Internationaler Wettbewerb. Abgerufen am 17. Dezember 2025 (deutsch).
  8. Laura Zarina: Laura Zarina beim Sommerfest der Villa Musica. 22. Mai 2015, abgerufen am 17. Dezember 2025.