Lars Schieske

Lars Schieske (* 1. Januar 1977 in Cottbus) ist ein deutscher Politiker der Alternative für Deutschland (AfD). Er ist Mitglied des Deutschen Bundestages. Vom Verfassungsschutz Brandenburg wird Schieske als „klar rechtsextrem“ eingestuft.[1]

Persönlicher Werdegang

Nach dem Realschulabschluss 1993 und der Fachoberschulreife absolvierte Schieske von 1993 bis 1997 eine Ausbildung zum Energieelektroniker. Nach einer Ausbildung zum Rettungssanitäter und der Ausbildung zum mittleren feuerwehrtechnischen Dienst wurde er Berufsfeuerwehrmann in Brandenburg.[2][3]

Schieske hat drei Kinder und lebt im Cottbuser Stadtteil Kiekebusch.[4]

Politischer Werdegang

Landtag von Brandenburg (2019–2024)

Bei der Landtagswahl in Brandenburg 2019 wurde Schieske zum Abgeordneten in den Landtag Brandenburg für die AfD Brandenburg gewählt. Er gewann im Landtagswahlkreis Cottbus II mit 27,3 Prozent das Direktmandat.[5] Bei der Landtagswahl 2024 verfehlte er den Wiedereinzug in den Landtag.

Zur Oberbürgermeisterwahl in Cottbus am 11. September 2022 trat Schieske als Kandidat seiner Partei an.[4] In einem Brief, der in zahlreiche Cottbuser Briefkästen gelangte, schrieb Schieske u. a.: „Ausländer werden immer mehr. Werden immer frecher. Viele Ausländer haben keinen Respekt vor uns. Viele Deutsche trauen sich abends nicht mehr auf die Straße.“ Gegen Schieske wurde daraufhin Anzeige wegen Volksverhetzung erstattet. Die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters verlor Schieske am 9. Oktober 2022.[6]

Seit April 2024 stuft der Verfassungsschutz Brandenburg Schieske als rechtsextrem ein.[7]

Mitglied des Deutschen Bundestages (Seit 2025)

Bei der Bundestagswahl 2025 errang Schieske das Wahlkreismandat im Bundestagswahlkreis Cottbus – Spree-Neiße. Im 21. Deutschen Bundestag ist er Obmann seiner Fraktion und Mitglied im Ausschuss für Sport und Ehrenamt. Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat sowie im Innenausschuss.[8]

Positionen

Schieske unterstützt den rechtsextremistischen und flüchtlingsfeindlichen Verein Zukunft Heimat offen und trat bei einer Kundgebung des Vereins als Ordner auf.[9][10]

In einem Facebook-Beitrag äußerte Schieske 2018, Muslime seien nicht integrierbar und der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Schieske war zu dieser Zeit ein entschlossener Unterstützer des völkisch-nationalistischen AfD-Landesvorsitzenden Andreas Kalbitz, welcher später wegen der fehlenden Angabe seiner Vergangenheit in neonazistischen Organisationen aus der AfD ausgeschlossen wurde.[11]

Sonstige Mitgliedschaften und Funktionen

Schieske ist Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke Cottbus. Er ist Mitglied der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Cottbus und dort Mitglied im Werkausschuss.[12]

Einzelnachweise

  1. Rechtsextreme Szene in Brandenburg wächst. In: Stuttgarter Zeitung. 29. April 2024, abgerufen am 29. April 2024.
  2. Offizielle Website von Lars Schieske
  3. Deutscher Bundestag - Lars Schieske. Abgerufen am 10. September 2025.
  4. a b Peggy Kompalla / Daniel Steiger: Wahl Oberbürgermeister 2022 in Cottbus: Termin, Kandidaten - Alles zur OB-Wahl. In: lr-online.de. Lausitzer Rundschau, 10. Mai 2022, abgerufen am 21. Juni 2022.
  5. RadioBerlinBrandenburg24.de: Ergebnisse, Landtagswahl Brandenburg 2019, Wahlkreis 44: Cottbus II
  6. Vor Cottbuser OB-Wahl Anzeige gegen AfD-Kandidat Lars Schieske | rbb24
  7. Weitere Brandenburger AfD-Parlamentarier als rechtsextrem eingestuft, rbb24.de, 30. April 2024, abgerufen am 3. Juli 2024.
  8. Deutscher Bundestag - Lars Schieske. Abgerufen am 10. September 2025.
  9. AfD Cottbus nominiert Lars Schieske als Oberbürgermeister-Kandidat. In: Der Tagesspiegel Online. 12. April 2022, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 21. Juni 2022]).
  10. Astrid Geisler, Christian Parth, Karsten Polke-Majewski, Christina Schmidt, Tilman Steffen, Martín Steinhagen: AfD-Bundestagsfraktion: Radikaler Zuwachs. In: Die Zeit. 28. Februar 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 7. Januar 2026]).
  11. Astrid Geisler, Christian Parth, Karsten Polke-Majewski, Christina Schmidt, Tilman Steffen, Martín Steinhagen: AfD-Bundestagsfraktion: Radikaler Zuwachs. In: Die Zeit. 28. Februar 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 7. Januar 2026]).
  12. Deutscher Bundestag - Lars Schieske. Abgerufen am 10. September 2025.