Larcher Touristik
| Larcher Touristik GmbH | |
|---|---|
| Basisinformationen | |
| Unternehmenssitz | Markt Schwaben |
| Webpräsenz | www.larcher-tours.de |
| Eigentümer | Dibiasibus s.r.l. |
| Geschäftsführung | Elmar Dibiasi, Thomas Harant |
| Verkehrsverbund | MVV |
| Linien | |
| Bus | 442, 445, 446, 460, 461, 462, 464, 465, 468, 469, 505, 515, 568 |
| Sonstige Linien | Schulverkehre der Gemeinden Finsing, Forstern, Hohenlinden, Pastetten, Pliening, Poing, Wörth |
| Anzahl Fahrzeuge | |
| Omnibusse | 53 (Januar 2026) |
| Betriebseinrichtungen | |
| Betriebshöfe | 2 |
Larcher Touristik ist ein Verkehrsunternehmen in Markt Schwaben, das im öffentlichen Personennahverkehr, im Reisebusverkehr, sowie in der Aus- und Weiterbildung für Berufskraftfahrer tätig ist. Das Unternehmen wurde 1945 gegründet. Larcher Touristik verfügt über mehrere eigene Linienlizenzen im öffentlichen Personennahverkehr.
Geschichte
Gegründet wurde der Betrieb im September 1945 durch Albert Larcher, der mit einem durch einen Holzvergaser angetriebenen alten Opel-Blitz-Bus aus Wehrmachtsbeständen den Linienverkehr von Poing in die Kreishauptstadt Ebersberg aufbaute, wo damals die begehrten und lebenswichtigen Lebensmittelkarten ausgegeben wurden.
Durch den Zuzug von Aussiedlern und Flüchtlingen nach Markt Schwaben, wuchs der Transportbedarf sehr schnell. Schon nach wenigen Monaten musste ein weiterer Bus angeschafft werden. Für die Lufthansa wurden Fluggäste nach Frankfurt befördert, wenn Flugzeuge in München-Riem nicht starten konnten – etwas abenteuerlich, weil die Busse zusätzlich auch das „Tankholz“ für die gesamte Strecke mitnehmen mussten.
In der Zeit des Wirtschaftswunders boomte auch das Reisegeschäft. Bereits 1955, 10 Jahre nach Gründung, betrieb das Unternehmen sieben Omnibusse und hatte neben dem Linienverkehr nun auch den Ausflugsverkehr, internationalen Reiseverkehr nach Jugoslawien, Italien und die Schweiz sowie den Werksverkehr für große Unternehmen wie die Firma Stahlgruber im Programm.
1960 wurde der erste Generationswechsel vorbereitet – der Gründer nahm seinen Sohn Herbert mit in die Firma. 1962 schrieb das Unternehmen Geschichte, als es im Auftrag der Deutschen Bundespost den ersten Schulbusverkehr in Bayern einführte und damit einen neuen Geschäftszweig begründete, der bis heute zum Kerngeschäft gehört.
1979 wurde der Linienverkehr in das Streckennetz des Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) integriert. In diesem Verbund betreibt Larcher Touristik bis heute Strecken im Münchner Osten.
1997 übernahm Herbert Larcher jun. als dritte Generation der Unternehmerfamilie Larcher die Unternehmensführung. Unter seiner Regie wurde der Fuhrpark maßgeblich ausgebaut, sowie zwischenzeitlich ein Limousinen- und Chauffeurservice als zusätzliches Geschäftsfeld eingerichtet, welches mittlerweile allerdings wieder aufgegeben wurde.
Zum 1. Januar 2010 übernahm Larcher Touristik das infolge zweier Todesfälle nachfolgelose Busunternehmen Moser Reisen aus Forstern und konnte somit das Einsatzgebiet, die Fahrzeugflotte sowie den Mitarbeiterbestand vergrößern.
Im Jahr 2020 wurde Thomas Harant, der Stiefsohn von Herbert Larcher, zum zweiten Geschäftsführer ernannt.
Im Dezember 2025 gab Herbert Larcher im Alter von 63 Jahren seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft bekannt. Das Unternehmen wurde an Dibiasibuss.r.l. aus Kurtatsch / Cortaccia in Südtirol verkauft, welches seit Dezember 2023 ebenfalls Leistungen im Münchner Verkehrsverbund erbringt (Linien 372, 451, 459)[1]. Elmar Dibiasi wird somit Teil der Geschäftsführung, operativ wird das Unternehmen weiterhin von Thomas Harant geleitet. Der Firmenname Larcher Touristik bleibt erhalten.
Geschäftsbereiche
Die Larcher Touristik GmbH befördert täglich Fahrgäste auf den MVV-Regionalbuslinien in den Landkreisen Ebersberg und Erding. Zusätzlich ist das Unternehmen für die Schülerbeförderung vieler Gemeinden in der Region verantwortlich.
Im Reiseverkehr bot Larcher mit modernen Reise- und Fernreisebussen eigene Reiseveranstaltungen in Deutschland und Europa an und ist zusätzlich Partner im VdK-Reisedienst. Über den Geschäftsbereich Mietomnibusse wurden Charterfahrten in ganz Europa durchgeführt. Dieser Geschäftsbereich wurde seit der Corona-Pandemie stark reduziert, der Fokus liegt nun primär auf Linienverkehren.
Auch im Geschäftsbereich des Schienenersatzverkehrs ist Larcher Touristik anzutreffen, überwiegend im Großraum München.
Zusätzlich bietet Larcher Touristik Ausbildungsprogramme an. Dazu gehört die Aus- und Weiterbildung von Berufskraftfahrern sowie zur Fachkraft im Fahrbetrieb[2]. Zudem werden Ausbildungen im Bereich Büromanagement angeboten.
Fuhrpark
Der Fuhrpark umfasst 53 Busse von den Herstellern Mercedes-Benz, Iveco, Solaris, MAN und Setra (Stand: Januar 2026)[3]. Alle Fahrzeuge sind im Landkreis Ebersberg zugelassen und tragen einheitliche Kennzeichen, bestehend aus dem Unternehmenskürzel LA und einer ein- bis dreistelligen Zahl, die gleichzeitig als Wagennummer dient; beispielsweise EBE-LA 34.
Die Busse sind in einheitlichen Farben lackiert: So tragen alle Linienbusse das Verbunddesign des MVV, während die Reisefahrzeuge in silber und die Schulbusse in weiß mit Wellenlinien in den Farben des Unternehmens gehalten sind.
Viele ehemalige Busse gelangten nach ihrer Ausmusterung nach Osteuropa und fahren heute – teilweise mit unveränderten Lackierungen – in Ländern wie Rumänien, Litauen, Polen, Bulgarien und Belarus.
Standorte
Das Unternehmen verfügt über zwei Betriebshöfe:
Der Standort in Markt Schwaben wurde 1974 bezogen[4]. Er verfügt über eine firmeneigene Tankstelle und ist zudem Sitz der Verwaltung. 2021 wurde ein Erweiterungsbau über der Einfahrt zur Fahrzeughalle vorgenommen, um die zwischenzeitlich in ein angemietetes Bürogebäude in Markt Schwaben (Marzell 2) ausgelagerte Verwaltung wieder an einem Standort zu vereinen.
Der Standort im Forsterner Gewerbegebiet wurde Mitte 2014 eröffnet. Hier befinden sich neben der Werkstatt des Unternehmens auch einige Betriebswohnungen. Der frühere, von der Firma Moser übernommene Betriebshof im Ortszentrum (Münchner Str. 27) wurde abgerissen und wich einer Neubausiedlung, deren Durchfahrtsstraße Moserweg genannt wurde.
Einzelnachweise
- ↑ Dibiasibus S.r.l. acquisisce la bavarese Larcher Touristik GmbH e fa il suo ingresso nel mercato tedesco. In: Clickmobility. 10. Dezember 2025, abgerufen am 17. Januar 2026 (it-IT).
- ↑ https://www.busfahrermagazin.de/fm/3333/OR0109.pdf Busfahrermagazin 01/2009: Reportage über Ausbildung bei Larcher
- ↑ Larcher Touristik Fuhrpark (busphoto.eu). Abgerufen am 22. April 2019.
- ↑ Die Geschichte hinter dem Familienunternehmen | Larcher Touristik. In: Larcher Tours. Abgerufen am 17. Januar 2026.