Langensalza-Medaille

Die Langensalza-Medaille wurde von König Georg V. von Hannover an alle teilnehmenden hannoverschen Soldaten der gegen Preußen siegreich geführten Schlacht bei Langensalza vom 27. Juni 1866 verliehen.

Geschichte

Nach[1] der Schlacht bei Langensalza stiftete Georg V. die Medaille „für Alle, welche in dieser Schlacht tapfer, wenn auch ohne Erfolg, gekämpft hatten“;[2] es war die letzte Schlacht der Hannoverschen Armee. Trotz siegreichem Ausgang musste sie zwei Tage später am 29. Juni 1866 gegen die unterdessen gewachsene preußische Übermacht kapitulieren.

Die Langensalza-Medaillen wurden im Herbst 1866 in Österreich gefertigt, wohin der König ins Exil geflohen war. Stempelschneider war der Medailleur Heinrich Jauner aus Wien. Die Verleihungszahlen werden mit ca. 16.000 Stück angegeben; dies entspricht der ungefähren Truppenstärke.[3] Dokumente zur Stiftung der Medaille sowie Listen der Verleihungen werden im Welfen-Depositum Dep. 103 des Niedersachsischen Landesarchivs Hannover aufbewahrt.[4]

1867 wurde die Langensalza-Medaille durch Preußische Kabinettorder in der Provinz Hannover anerkannt.[5] So konnten hannoversche Soldaten, die in preußische Dienste wechselten, die Medaille weitertragen.

Beschreibung

Die vergoldete, bronzene Medaille zeigt auf dem Avers das nach links gewandte Profil des Stifters; Umlaufend die InschriftGEORG V v. G. G. KOENIG v. HANNOVER“.[6] Unterhalb des Halsabschnittes befindet sich die Signatur des Medailleurs „JAUNER“. Das Revers zeigt von einem Lorbeerkranz umgeben die dreizeilige Inschrift „LANGENSALZA 27. JUNI 1866.“ Verleihungsexemplare nennen im Münzrand in individueller Gravur den Namen des Kriegsveteranen.

Oben befindet sich eine angelötete, gewöhnliche Öse mit Bandring. Getragen wurde die Auszeichnung an einem gestreiften Ripsband in den Landesfarben des Königreichs Hannover Gelb-Weiß auf der linken Brust.

Siehe auch

  • Träger der Langensalza-Medaille
  • Orden und Ehrenzeichen (Deutscher Krieg)

Literatur

Commons: Langensalza-Medaille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Jörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945, Bd. 1, 1999. Zitiert nach: Langensalza-Medaille 1866, auf ehrenzeichen-orden.de, abgerufen am 25. Dezember 2025. – Nimmergut schreibt missverständlich, die Stiftung der Medaille sei auf den 27. Juni 1866 „vordatiert“. In Wirklichkeit erfolgten Stiftung und Verleihungen der Monate nach der Schlacht bei Langensalza, so dass es sich um eine Rückdatierung handelt.
  2. Karl Hermann von Heyden: Ehren-Zeichen (Kriegs-Denkzeichen, Verdienst- und Dienstalters-Zeichen) der erloschenen und blühenden Staaten Deutschlands und Österreich-Ungarns. Brückner & Renner, Meiningen 1897, S. 64, Nr. 235. (Google Books, auf digitale-sammlungen.de, abgerufen am 25. Dezember 2025)
  3. Jörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945, Bd. 1, 1999. Zitiert nach: Langensalza-Medaille 1866, auf ehrenzeichen-orden.de, abgerufen am 25. Dezember 2025.
  4. Bestand: NLA HA, Dep. 103 XX (Ordenssachen), Nr. 779 bis Nr. 783; Aktenübersicht auf arcinsys-niedersachsen.de, abgerufen am 25. Dezember 2025.
  5. Langensalza-Medaille. In: numismatik-in-hannover.de. Historisches Museum Hannover, abgerufen am 25. Dezember 2025.
  6. v. G. G. = von Gottes Gnaden