Landesspracheninstitut
Das Landesspracheninstitut (LSI) in der Ruhr-Universität Bochum ist eine Weiterbildungseinrichtung, die auf wissenschaftlicher Grundlage Intensivsprachkurse für die Sprachen Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch und Russisch entwickelt und durchführt.
Geschichte
Vorläufer des LSI war das 1973 in Bochum gegründete „Lehrinstitut für die Russische Sprache“. Das Institut ging auf eine Initiative der Kultusministerkonferenz (KMK) zurück und wurde vom damaligen Wissenschaftsminister Johannes Rau als Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen errichtet. Zwischen 1980 und 1985 errichtete die NRW-Landesregierung ebenfalls in Bochum ein Landesinstitut für die chinesische, japanische und arabische Sprache. Hintergrund dieses zweiten Instituts waren die Ziele des „Aktionsprogramms Ruhr“ zur strukturpolitischen Förderung des Wirtschaftsstandorts Ruhrgebiet. Es wurde von dem NRW-Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Reimut Jochimsen errichtet und gefördert. Im Jahre 1993 wurden die beiden Ursprungsinstitute unter dem gemeinsamen Dach „Landesspracheninstitut Nordrhein-Westfalen“ zusammengeführt.
Aus der Landeseinrichtung wurde im Jahre 2007 eine zentrale Betriebseinheit der Ruhr-Universität Bochum. 2026 folgte die Fusion des LSI mit dem Zentrum für Fremdsprachenausbildung (ZfA) zum neuen Sprachenzentrum der RUB.[1]
Aufgaben
Das Landesspracheninstitut (LSI) entwickelt und realisiert Sprachkurskonzepte, im Wesentlichen für die Sprachen Arabisch, Chinesisch, Japanisch und Russisch. Die entsprechenden Fachbereiche sind auch unter den Bezeichnungen „Arabicum“, „Sinicum“, „Japonicum“ und „Russicum“ bekannt. Darüber hinaus werden am LSI Kurse in Koreanisch und Persisch (Farsi) angeboten.
Ein Schwerpunkt des Lehrangebots liegt auf Intensivsprachkursen für Erwachsene, die sowohl in Präsenz als auch online durchgeführt werden. Ergänzend bietet das LSI ausgewählte Sprachkurse im Ausland an, derzeit in Kooperation mit Partnerinstitutionen in Amman (Jordanien) und Taipeh (Taiwan).
Die in den Kursen eingesetzten Lehrmaterialien werden überwiegend am LSI selbst entwickelt und umfassen gedruckte sowie digitale Medien, inklusive der Lernplattform LSI.Digital. Die Lehrwerke erscheinen im Helmut Buske Verlag (Hamburg) und werden auch außerhalb des Instituts an zahlreichen Universitäten und Bildungseinrichtungen eingesetzt.
Die Kursangebote des LSI richten sich an Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Politik sowie aus Institutionen der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Das Institut versteht sich als Anbieter spezialisierter Sprachkurse für Sprachen, die im regulären Schul- und Hochschulbetrieb in Deutschland nur in begrenztem Umfang vertreten sind.
Literatur
- Jochen Pleines, „Das LSI - ein Politikum von Anfang an“, in Pleines (Hg.), Sprachen und mehr, Wiesbaden (Harrassowitz) 1998. ISBN 3-447-04103-X.
Einzelnachweise
- ↑ LSI wird Teil des neuen Sprachenzentrums der RUB. 11. September 2025, abgerufen am 16. Januar 2026.
Weblinks
Koordinaten: 51° 27′ 13,1″ N, 7° 15′ 33″ O