Land- und Stadtgericht Creutzburg
Das Land- und Stadtgericht Creutzburg war ein preußisches Land- und Stadtgericht mit Sitz in Creuzburg (später Kreuzburg O.S.).
Geschichte
Mit der preußischen Städteordnung von 1808 verloren die Magistrate ihre Funktion als Eingangsgerichte und es wurden staatliche Stadtgerichte eingerichtet. Nach dem Ende der Befreiungskriege wurden die staatlichen Gerichte (Stadtgerichte und Justizämter) zu Land- und Stadtgerichten zusammengefasst. In Creutzburg entstand so das Land- und Stadtgericht Creutzburg. Zuständiges Oberlandesgericht war das Oberlandesgericht Breslau.
Sein Sprengel umfasste die Städte Creutzburg mit 3394 Einwohnern und Konstadt mit 1386 Einwohnern (1837) und 41 Ortschaften mit 12.856 Einwohnern, also zusammen 17.636 Gerichtseingesessene. Die Ortschaften waren: Basan, Bomand, Borkowitz, Buddenbrock, Bürgsdorf, Berthelschütz, Carlsgrund, Christinenhof, Creutzburger Freigut, Alt Czapl, Damnick, Nieder-Ellguth, Ober-Ellguth, Schloss Ellguth, Fabianswalde, Gottersdorf, Jaschine, Kotschanowitz, Kraskau, Krzest, Kuhnau, Nieder-Kunzendorf, Oberkunzenberg, Kuznica, Lippine, Lorzendorf, Lowkowitz, Ludwigsdorf, Matzdorf, Neuhof, Prittwitz, Sabiniec, Sarnau, Schönwald, Schumm, Stoberau, Frei Tschapel, Ulrichsdorf, Wierschy, Wittendorf, Zygan und das vom Land- und Stadtgericht verwaltete Patrimonialgericht Schmardt VI. Auth. Am Gericht war ein Land- und Stadtrichter, zwei Richter, zwei Subalterne und vier Unterbeamte beschäftigt. Es handelte sich um ein Gericht 1. Klasse, d. h. die drei Richter konnten als Spruchkörper gemeinsam Beschlüsse fassen.
Das Gericht hatte seinen Sitz im Schloss. Dort befanden sich auch die Gefängniszellen. Zum 1. Januar 1838 ging das Justizamt Bodland und Neuhof im Land- und Stadtgericht auf.
1849 wurden einheitlich Kreisgerichte gebildet. In Creutzburg entstand so das Kreisgericht Creutzburg.
Literatur
- W. F. C. Starke: Beiträge zur Kenntniß der bestehenden Gerichtsverfassung und der neusten Resultate der Justizverwaltung in dem Preussischen Staate, Justiz-Verwaltungs-Statistik des Preussischen Staats, Bd. 2, 1839, S. 317, Digitalisat.