Lamos (Kilikien)
Koordinaten: 36° 14′ N, 32° 27′ O
Lamos (altgriechisch Λάμος; lateinisch Lamus) ist eine antike Stadt an der Südküste Kleinasiens. Dort lag sie im teilweise auch Isaurien zugerechneten Teil des „Rauen Kilikien“ (Kilikia Tracheia).
Die Stadt befand sich 10 km nordostwärts von Antiochia am Kragos und 16 km südostwärts von Selinus auf einem Bergrücken nördlich von Adanda. Etwa 15 km ostwärts liegt Gazipaşa an der türkischen Südküste.
In der römischen Kaiserzeit ist das antike Lamos als Polis belegt. Während der Zeit des Kaisers Gallienus - bezeugt eine Stiftungsinschrift -wurde die Stadt mit einer Stadtmauer befestigt. In der Spätantike und in byzantinischer Zeit war die Stadt ein Bischofssitz. Im 12. Jahrhundert ist sie unter dem Namen Lamaws als Teil des Königreichs Kleinarmenien bezeugt.
Fast 200 Kilometer Küstenlinie weiter ostwärts lag am Mittelmeer ein weiterer Ort mit Namen Lamos mit der Burg Lamos Kalesi beim heutigen Limonlu. Der dort mündende Fluss Lamos wird allgemein als Grenze zum Ebenen Kilikien angesehen.
Literatur
- Walther Ruge: Lamos 4. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XII,1, Stuttgart 1924, Sp. 566 f. (Digitalisat)
- Friedrich Hild, Hansgerd Hellenkemper: Kilikien und Isaurien (= Tabula Imperii Byzantini. Band 5). Wien 1990, S. 331.
- Rhys F. Townsend, Michael C. Hoff: Lamos in Rough Cilicia: An Architectural Survey. In: Olba 17, 2009, S. 1–22 (Digitalisat).