Lalit Narayan Mishra
Lalit Narayan Mishra (Hindi ललित नारायण मिश्र; * 2. Februar 1923 in Basanpatti, Distrikt Supaul, Provinz Bihar und Orissa, Britisch-Indien; † 3. Januar 1975 in Danapur, Bihar) war ein indischer Politiker des Indischen Nationalkongresses (INC), der unter anderem von 1952 bis 1962 Mitglied der Lok Sabha, zwischen 1964 und 1972 Mitglied der Rajya Sabha sowie mehrmals Unionsminister war. Er war schließlich zwischen 1971 und 1975 erneut Mitglied der Lok Sabha und starb bei einem Bombenattentat, als er als Eisenbahnminister die Breitspurbahnstrecke Samastipur-Darbhanga eröffnete.
Leben
Lalit Narayan Mishra war ein Sohn von Pandit Ravinandan Mishra und älterer Bruder von Jagannath Mishra (1937–2019),[1] der drei Mal Chief Minister von Bihar (1975 bis 1977, 1980 bis 1983, 1989 bis 1990) sowie zeitweise Unionsminister war. Er besuchte das C.M. College und war als Landwirt tätig, ehe er seit 1939 Vollzeitmitarbeiter des Indischen Nationalkongress (INC) war. 1941 organisierte er den Bihar Provincial Students’ Congress und war von 1944 bis 1946 dessen Sekretär sowie zwischen 1946 und 1948 dessen Präsident. Er wurde wegen seiner Teilnahme an der Kongressbewegung zu zwei Haftstrafen mit insgesamt fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt und absolvierte ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Patna University, welches er mit einem Master of Arts (M.A. in Economics) beendete. Er gehörte zwischen 1948 und 1949 Mitglied des Senats der Universität Patna, organisierte 1950 die erste Wirtschaftskonferenz von Bihar in Patna und führte zudem als Sekretär für Wirtschaft und Ernährung der Politischen Kommission des INC von Bihar Forschungsarbeiten zum Juteanbau und zur Lebensmittelversorgung in diesem Bundesstaat durch. Als Forschungsstipendiat der Universität Patna forschte er umfassend zur „Kolonialpolitik des Britischen Empire im 19. Jahrhundert“ und war von All India Congress Committee (AICC), des Präsidiums der Kongresspartei. Des Weiteren engagierte er sich als Sekretär der Wirtschaftsvereinigung von Buhar, als Präsident der Vereinigung der Juteanbauer dieses Bundesstaates sowie als Mitglied des Arbeitsausschusses des INC im Distrikt Saharsa.[2]
Bei der ersten Parlamentswahl in Indien 1951/1952 wurde Mishra für den INC im Wahlkreis „Darbhanga“ zum Mitglied der Lok Sabha gewählt, des Unterhauses des Parlaments (Bhāratīya Sansad), und gehörte diesem nach seiner Wiederwahl bei der Parlamentswahl zwischen dem 24. Februar 1957 und dem 15. März 1957 bis zum 31. März 1962. Er war von 1955 bis 1956 Mitglied des Haushaltsausschusses der Lok Sabha und gehörte zwischen 1956 und 1957 dem Nationalen Beratungsausschuss für Kleinsparer als Mitglied an. Im Kabinett Nehru III war er von Juni 1957 bis 1960 Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Planung, Arbeit und Beschäftigung sowie zwischen 1960 und dem 2. April 1962.[3] Am 18. Februar 1964 wurde er Mitglied der Rajya Sabha, des Oberhauses des Parlaments, und gehörte diesem als Vertreter des Bundesstaates Bihar bis zum 2. April 1972 an. Am 18. Februar 1964 wurde er Mitglied der Rajya Sabha, des Oberhauses des Parlaments, und gehörte diesem als Vertreter des Bundesstaates Bihar bis zum 2. April 1972 an.[4] Im Kabinett Nehru IV war er zwischen 26. Februar und dem 27. Mai 1964 stellvertretender Innenminister und bekleidete dieses Amt nach dem Tode von Premierminister Jawaharlal Nehru[5] zwischen dem 27. Mai und dem 9. Juni 1964 auch unter Interim-Premierminister Gulzarilal Nanda.[6] Den Posten des stellvertretenden Innenministers übernahm er vom 9. Juni 1964 bis zum 11. Januar 1966 auch im Kabinett Shastri sowie nach dem Tode von Premierminister Lal Bahadur Shastri[7] zwischen dem 11. und dem 24. Januar 1966 noch einmal unter Interim-Premierminister Gulzarilal Nanda. Im Kabinett Indira Gandhi I war er zwischen dem 24. Januar 1966 und dem 13. März 1967 zunächst stellvertretender Finanzminister und im Anschluss vom 13. März bis zum 14. November 1967 Staatsminister für Arbeit, Beschäftigung und Rehabilitation, ehe er zwischen dem 14. November 1967 und dem 27. Juni 1970 Staatsminister für Rüstungsproduktion.[8]
Im Rahmen einer Umbildung des ersten Kabinetts von Premierministerin Indira Gandhi (6. Juni bis 23. Juli 1973)[9] löste Lalit Narayan Mishra am 27. Juni 1970 Bali Ram Bhagat[10] als Minister für Außenhandel ab und behielt dieses Amt bis zu seiner Ablösung durch Debi Prasad Chattopadhyaya[11] zwischen dem 18. März 1971 und dem 4. Februar 1973 auch im Kabinett Indira Gandhi II. Bei der Parlamentswahl vom 1. bis 10. März 1971 wurde er wieder zum Mitglied der Lok Sabha gewählt, der er bis zum 3. Januar 1975 angehörte. Im Zuge einer Umbildung des zweiten Kabinetts Gandhi wurde er am 4. Februar 1974 als Nachfolger von T. A. Pai[12] Eisenbahnminister. Am 3. Januar 1975 starb er bei einem Bombenattentat, als er die Breitspurbahnstrecke Samastipur-Darbhanga eröffnete, woraufhin Kamalapati Tripathi[13] neuer Eisenbahnminister wurde.
Aus seiner am 11. März 1941 geschlossenen Ehe mit Kameswari Debi gingen zwei Söhne und zwei Töchter hervor.
Literatur
- Upendra Thakur, Yugul Kishore Mishra (Herausgeber): The Heritage of India. L. N. Mishra commemoration volume, 1978
- Who killed L. N. Mishra? An Indian express investigation, Bombay 1979
Einzelnachweise
- ↑ Mishra, Jagannath. rulers.org, abgerufen am 18. November 2025 (englisch).
- ↑ Member Detail. Lok Sabha, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
- ↑ COUNCIL OF MINISTERS NEHRU 3 ( vom 8. Februar 2020 im Internet Archive)
- ↑ MISHRA, SHRI LALIT NARAYAN (RAJYA SABHA MEMBERS BIOGRAPHICAL SKETCHES 1952–2019, S. 292) ( vom 21. Oktober 2020 im Internet Archive)
- ↑ Nehru, Jawaharlal. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
- ↑ Nanda, Gulzarilal. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
- ↑ Shastri, Lal Bahadur. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
- ↑ MISHRA, SHRI LALIT NARAYAN (RAJYA SABHA MEMBERS BIOGRAPHICAL SKETCHES 1952–2019, S. 292) ( vom 21. Oktober 2020 im Internet Archive)
- ↑ Gandhi, Indira (Priyadarshini). rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
- ↑ Bhagat, Bali Ram. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
- ↑ Chattopadhyaya, Debi Prasad. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
- ↑ PAI, SHRI T. A. (RAJYA SABHA MEMBERS BIOGRAPHICAL SKETCHES 1952–2019, S. 337) ( vom 21. Oktober 2020 im Internet Archive)
- ↑ Tripathi, (Pandit) Kamlapati. rulers.org, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).