Laguna del Mort

Die Laguna del Mort ist eine im oberitalienischen Venetien gelegene 125 ha große Lagune nördlich der Lagune von Venedig; sie liegt zwischen den Gemeinden Eraclea, Caorle und Jesolo. Sie bedeckt mit den umliegenden Dünen eine Fläche von 2,1 km² und erreicht eine maximale Tiefe von wenig mehr als 2 m. Unter ökologischen Aspekten gilt die Lagune mit ihrem Pinienwald als das bedeutendste Gebiet des Strandes von Eraclea. Es zieht sich bis zum Wohngebiet Eraclea Mare und zur Mündung des Piave hin. Erreichbar ist das Gebiet zu Fuß oder per Boot, die Lagune besitzt nur eine Zufahrt, die an ihrem Ostrand liegt. Dort befindet sich ein kleiner Yachthafen. Die Lagune stellte eines von drei NATURA-2000-Schutzgebieten auf dem Gemeindegebiet von Jesolo dar.[1]

Geschichte

Bis zum 5. Oktober 1935 war die Lagune del Mort der letzte Abschnitt des Piave und seiner Mündung. Bis dahin strömte der Fluss von Norden ab der Nähe der Ortschaft Cortellazzo nach Osten. Er mündete nach etwa drei weiteren Kilometern in die Adria. Doch an diesem Tag riss der Piave an der Stelle, an der er nach Nordosten abbog, den rechten Damm nieder. Dabei verlegte er sein Flussbett und verschloss die alte Verbindung mit Sand und Schlamm. Dieser letzte Flussabschnitt wurde nun mit Salzwasser aufgefüllt.

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte entstand ein Refugium für Meeresvögel. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die vergleichsweise isolierte Lage zwischen Piave im Südwesten, Livenza im Nordosten und dem schiffbaren Kanal Revedoli im Westen. Das Meer riegelt die kleine Fläche von der Südostseite her ab.

Literatur

  • Daniele Rampazzo: I relitti della Laguna del Mort. Archeologia subacquea alle foci del Piave, in: La pagina di Campalto 224 (2023) 12–14 (Überreste von drei Kriegsschiffen, genauer eines Kanonenboots und einer Brigg aus dem frühen 19. Jahrhundert, sowie eines weiteren Schiffes, das noch untersucht werden muss. Die Schiffe könnten aus der Zeit des Krieges zwischen Frankreich und Großbritannien um die Lagune von Venedig in den Jahren 1813 bis 1814 stammen.).
  • Linda Seggi: Assessment of the Ecosystem Services provided by the dune habitats in Natura 2000 sites along the Veneto coast, Tesi di Laurea, Universität Venedig 2018. (online)
Commons: Laguna del Mort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

  1. Giovanni Campeol, Cristina Benvegnù, Erblin Berisha, Lorella Biasio, Sandra Carollo, Silvia Foffano, Davide Scarpa: Methodological Integration Between SEA and the Plan „Design“. The Case of the Urban and Regional Planning of Jesolo, in: Giovanni Campeol (Hrsg.): Strategic Environmental Assessment and Urban Planning. Methodological Reflections and Case Studies, Springer Nature, 2020, S. 107–121, hier: S. 119.

Koordinaten: 45° 32′ 21″ N, 12° 44′ 50,2″ O