Ladislaus Michael Weifert
Ladislaus Michael Weifert (* 6. März 1894 in Werschetz/Vršac; † 10. Dezember 1977 in München) war ein banatdeutscher Germanist und Mundartforscher.[1]
Leben und Wirken
Ladislaus Michael Weifert studierte nach seiner Reifeprüfung 1912 in Werschetz von 1912 bis 1919 Germanistik, Romanistik und Hungarologie an der Universität Budapest. Die beiden Staatsexamen für den Schuldienst legte er 1914 bzw. 1919 ab. Von 1920 bis 1944 arbeitete er als Lehrer für deutsche und französische Sprache an verschiedenen Schulen im Banat. 1932 promovierte er an der Universität Budapest zum Dr. phil. und habilitierte sich dort 1940. Bis 1943 lehrte er als Dozent und bis 1944 als außerordentlicher Professor für Germanistik an dieser Universität. Außerdem war er von 1939 bis 1941 Deutschlehrer für den jugoslawischen König Peter II. Im Oktober 1944 folgte seine Flucht nach Deutschland. Von 1945 bis 1949 war er zunächst Mitarbeiter der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand unterrichtete er als Studienprofessor an einer Oberrealschule in München. Seit 1946 hatte Weifert eine Lehrauftrag für deutsche Phonetik und Mundartkunde an der Universität München inne.
Weifert erforschte vor allem die Mundarten seiner Heimat im Banat und publizierte hierüber.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Beiträge zum Verständnis Lenaus. Schwäbisch-Deutscher Kulturbund, Novisad 1931.
- Die deutsche Mundart von Bela Crkva (Weißkirchen). Niemeyer, Halle/S. 1934.
- Die deutsche Mundart von Vršac (Werschetz). Lautlehre. Niemeyer, Halle/S. 1935.
- Die deutschen Mundarten und Siedlungen im Südwestbanat (= Schriften des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts, Bd. 1). Südost-Verlag, Belgrad 1941.
- Weißkirchner Familiennamen im Lichte der Urheimat und der Mundart. In: Südostdeutsches Archiv, Bd. 1 (1958), S. 53–65.
- Grundsätzliche Probleme und Erkenntnisse im Lichte der südostdeutschen, insbesondere Banater Siedlungsmundartforschung. In: Zeitschrift für Mundartforschung, Bd. 27 (1960), H. 2, S. 115–128.
- Die Mundarten der Banater Gemeinden Heufeld und Mastort (= Donauschwäbisches Schrifttum, Bd. 7). Landsmannschaft der Donauschwaben in Baden-Württemberg, Stuttgart 1962.
- Herkunft der Kolonisten und Entstehung der Mundart von Heufeld im Westbanat. In: Südostdeutsches Archiv, Bd. 6 (1963), S. 167–181.
- Deutsche Mundarten. Drei Teile. Lehmann, München 1964/1965.
- Beiträge zur Mercyrschen Besiedlung des Banats. In: Gedenkschrift für Harold Steinacker (1875–1965) (= Buchreihe der Südostdeutschen Historischen Kommission, Bd. 17). Oldenbourg, München 1966, S. 133–145.
- Laut-, Formenlehre, Urheimat und Entstehung der Mundart von Lenauheim (Tschatad) im rumänischen Banat. In: Orbis. Bulletin international de Documentation linguistique, Bd. 20 (1971), H. 2, S. 384–429.
- Banater Spitznamen (= Donauschwäbisches Schrifttum, Bd. 18). Röhm, Sindelfingen 1973.
- Die deutsche Mundart von Weißkirchen. 2. Aufl. (= Donauschwäbisches Archiv, Reihe 6, Bd. 2). Salzburg 1975.
Literatur
- Kurt Rein: Nachruf Ladislaus M. Weifert (6.3.1894–10.12.1977). In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Bd. 45 (1978), H. 3, S. 320–323.
- Anton Schwob: Ladislaus Michael Weifert (1894–1977). In: Südostdeutsches Archiv, Bd. 22/23 (1979/80), S. 171f.
Einzelnachweise
- ↑ Ladislaus Michael Weifert. In: Anton Peter Petri: Biographisches Lexikon des Banater Deutschtums. Th. Breit, Marquartstein 1992, Sp. 2053–2055 (Geburtsjahr dort fälschlich mit 1854 angegeben).