LNER-Klasse K1 (Peppercorn)
| LNER Thompson/Peppercorn Class K1 | |
|---|---|
Nr. 62005 Lord of the Isles
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| Nummerierung: | BR 62001–62070 |
| Anzahl: | 70 |
| Hersteller: | North British Locomotive Company (NBL) |
| Baujahr(e): | 1949–1950 |
| Ausmusterung: | 1962–1967 |
| Bauart: | 1’C h2 |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Dienstmasse: | 67 t |
| Reibungsmasse: | 57,8 t |
| Radsatzfahrmasse: | 19,5 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 95 km/h |
| Indizierte Leistung: | 1040 kW |
| Anfahrzugkraft: | 145 kN |
| Treibraddurchmesser: | 1524 mm |
| Zylinderanzahl: | 2 |
| Zylinderdurchmesser: | 508 mm |
| Kolbenhub: | 660 mm |
| Kesselüberdruck: | 1551 kPa (225 psi) |
| Wasservorrat: | 15,9 m³ |
| Brennstoffvorrat: | 7,6 t Kohle |
| Entwurf: Edward Thompson, überarbeitet von Arthur Peppercorn | |
Die K1 war eine britische Baureihe von Dampflokomotiven der London and North Eastern Railway (LNER), die sowohl für Güter- als auch für Personenzüge verwendet werden konnten. Die 70 Maschinen entstanden unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg und stellten die von Arthur Peppercorn weiterentwickelte Variante der von Edward Thompson entworfenen Versuchslokomotive der Klasse K1/1 dar. Nach der Verstaatlichung 1948 wurden sie von den British Railways übernommen und bis in die späten 1960er‑Jahre eingesetzt.
Geschichte
Entwicklung und Bau
Die Baureihe K1 geht auf Thompsons Bestreben zurück, die älteren Dreizylinder-Lokomotiven der LNER-Klasse K4, die von Nigel Gresley entworfen worden waren, durch einfachere und damit auch wartungsfreundlichere Lokomotiven zu ersetzen. Dazu ließ er im März 1945 die K4 Nr. 3445 MacCailin Mor zu einer Vorserienlokomotive umbauen, die im Dezember 1945 wieder in Betrieb ging.[1] Diese behielt den Rahmen der K4, war aber mit einem einfacheren Zweizylinder-Triebwerk ausgestattet.
Die Vorserienlokomotive wurde zur einzigen Lokomotive der Klasse K1/1 umgezeichnet. Die guten Ergebnisse der Betriebsversuche lösten eine Serienbestellung aus, die jedoch bereits unter Thompsons Nachfolger Arthur Peppercorn gebaut wurde, der den Entwurf von Thompson leicht überarbeitete und der Lokomotive die Klassen-Bezeichnung K1 gab. Es wurden 70 Lokomotiven bestellt, die alle keine LNER-Nummern mehr erhielten weil sie direkt an British Railways geliefert wurden. Von Mai 1949 bis im März 1950 lieferte die North British Locomotive Company (NBL) 70 Lokomotiven mit den Nr. 62001 bis 62070.[2.1]
Betrieb
Die vielseitig einsetzbaren Lokomotiven waren hauptsächlich in Schottland und im Nordosten Englands stationiert. Sie zogen Güterzüge auf der Waverley-Route und der West Highland Line, übernahmen gemischte Dienste im Regionen Newcastle, Leeds und York und bespannten jedoch auch Personenzüge auf Nebenstrecken, auf denen die größeren Pacific‑Lokomotiven nicht eingesetzt werden konnten. Aufgrund ihrer guten Leistungen auf steileren Strecken bewährten sich die K1 besonders auf den anspruchsvollen Strecken der schottischen Highlands.
Mit der fortschreitenden Verdieselung der British Railways wurden die K1 zwischen 1962 und 1967 ausgemustert. Von den 70 gebauten Lokomotiven blieb nur eine erhalten.
Erhaltene Lokomotive
Die einzige erhaltene Lokomotive ist die Nr. 62005 Lord Garnock, die sich im Besitz der North Eastern Locomotive Preservation Group (NELPG) befindet und hauptsächlich auf der West Highland Line vor dem historischen Zug The Jacobite eingesetzt, der zwischen Fort William (Highland) und Mallaig verkehrt. Obwohl die Lokomotiven bei British Railway nie Namen trugen, trug die Museumslokomotive zeitweise den Namen Lord of the Isles.[3]
Technik
Die K1 waren robuste 1’C‑Güterzuglokomotive mit zwei außenliegenden Zylindern und einem relativ leichten, aber stabilen Rahmen. Der mit einem Druck von 15,5 bar (225 psi) betriebene Kessel Typ LNER-Nr. 116 entsprach weitgehend dem der von Thompson entwickelten LNER-Klasse B1, was die Ersatzteilhaltung vereinfachte. Die Treibräder hatten einen Durchmesser von 1524 mm (5 ft 2 in). Die moderate Achslast von 19,5 t erlaubte den Einsatz auf vielen Nebenstrecken.
Die Maschinen wurden für vielseitige Einsätze entwickelt: Sie konnten sowohl schwere Güterzüge auf steigungsreichen Strecken als auch mittelschwere Personenzüge zuverlässig ziehen. Die einfache Zweizylinderkonstruktion verringerte den Wartungsaufwand deutlich im Vergleich zu den älteren K‑Klassen mit drei Zylindern.
Weblinks
- The Thompson K1/1 and Peppercorn K1 2-6-0 Moguls. In: LNER Encyclopedia:. Abgerufen am 30. Dezember 2025.
- LNER Peppercorn "K1" Class 2-6-0. In: BRDatabase. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- 2-6-0 Steam Locomotives in Great Britain. In: Steamlocomotive.com. Abgerufen am 31. Dezember 2025.
- Royla Scot Trust. Royal Scot Locomotive and General Trust, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch, Seite des Betreibers der erhaltenen Nr. 60532 Blue Peter).
- K1 62001 – 62070 2-6-0 BR (LNER) Peppercorn. In: Preserved British Steam Locomotives. 8. Juli 2017, abgerufen am 31. Dezember 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ The Thompson K1/1 and Peppercorn K1 2-6-0 Moguls. In: LNER Encyclopedia:. Abgerufen am 30. Dezember 2025.
- ↑
LNER Peppercorn "K1" Class 2-6-0. In: BRDatabase. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ Fleet
- ↑ London & North Eastern Thompson/Peppercorn class K1. In: loco-info.com. Abgerufen am 31. Dezember 2025 (englisch).