LNER-Klasse A2 (Peppercorn)

LNER-Klasse A2 (Peppercorn)
BR-Nr. 60532 Blue Peter
Anzahl: 15
Hersteller: Doncaster Works
Baujahr(e): 1947–1948
Ausmusterung: 1962–1966
Bauart: 2’C1’ h3
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Dienstmasse: 102,6 t
Dienstmasse mit Tender: 163,1 t
Reibungsmasse: 68 t
Radsatzfahrmasse: 22,4 t
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Indizierte Leistung: 2540–2740 PS
(1860–2010 kW)
Treibraddurchmesser: 1880 mm
Steuerungsart: Walschaerts
Zylinderdurchmesser: 470 mm
Kolbenhub: 660 mm
Kessel: LNER Nr. 118
Kesselüberdruck: 250 psi (17,2 bar)
Rostfläche: 4,6 m²
Strahlungsheizfläche: 22,8 m²
Überhitzerfläche: 63 m²
Verdampfungsheizfläche: 228,6 m²
Wasservorrat: 22,700–27.3 m³
Brennstoffvorrat: Kohle
Konstrukteur: Arthur Peppercorn

Die Klasse A2 war eine britische Baureihe von dreizylindrigen PacificSchnellzuglokomotiven der London and North Eastern Railway (LNER). Sie entstand unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg als letzte große Dampflokomotivbaureihe der LNER und wurde nach ihrem Chefkonstrukteur Arthur Peppercorn benannt. Die 15 Maschinen gehörten zu den leistungsfähigsten britischen Pacifics und dienten bis in die Mitte der 1960er‑Jahre dem hochwertigen Schnellzugdienst.

Geschichte

Entwicklung

Die Entwicklung der Klasse A2 fiel in eine Übergangsphase der LNER‑Konstruktionsprinzipien. Nach dem Tod von Nigel Gresley 1941 und der kurzen Amtszeit von Edward Thompson übernahm Arthur Peppercorn 1946 die Verantwortung für den Lokomotivbau.

Peppercorns Ziel war es, die Stärken der Gresley‑Schule – hohe Leistung und Laufruhe – mit den betrieblichen Verbesserungen der Thompson‑Ära zu verbinden. Die neue A2 sollte eine robuste, wartungsfreundliche und zugleich leistungsstarke Pacific für schwere Schnellzüge werden. Unter Thompson waren bereits 15 Maschinen der LNER-Klasse A2/3 erbaut bzw. fest beauftragt worden, weitere 15 waren geplant. Peppercorn ließ diese 15 Maschinen nunmehr nach seinem Design bauen, das gegenüber dem Entwurf von Thompson deutliche Abweichungen aufwies. Er hatte an diesen Änderungen bereits gearbeitet, als Thompson noch im Amt war – allerdings ohne dessen Freigabe.[1]

Das Design wurde 1946 und 1947 weiter überarbeitet, und die erste Peppercorn-A2 wurde vor Ende 1947 fertiggestellt, bevor die LNER im Zuge der Verstaatlichung der britischen Eisenbahngesellschaften zum 1. Januar 1948 in British Railways (BR) aufging. Die weiteren 14 Lokomotiven folgten 1948 und wurden von BR in Dienst gestellt.[2.1]

Betrieb

Die Peppercorn‑A2 wurde vor allem im Norden Englands und in Schottland eingesetzt. Zu ihren typischen Einsatzgebieten gehörten die East Coast Main Line nördlich von Newcastle sowie die Waverley Line zwischen Carlisle und Edinburgh, wo sie auch Güterzüge bespannten. Darüber hinaus bespannten die Lokomotiven auch die schweren Schnellzüge zwischen Edinburgh, Aberdeen und Inverness, wo ihre hohe Dauerleistung besonders zur Geltung kam.

Im Vergleich zur Peppercorns eigener LNER-Klasse A1 waren die A2 etwas schwerer und für anspruchsvollere Streckenprofile optimiert. Sie bewährten sich besonders auf langen Steigungen und in Regionen mit engen Fahrplänen.

Mit der fortschreitenden Verdieselung der British Railways wurden die A2 zwischen 1962 und 1966 ausgemustert. Die Lokomotive Nr. 60532 Blue Peter ist erhalten. Sie wird vom Royal Scot Locomotive and General Trust betriebsfähig unterhalten und darf auf Hauptstrecken verkehren.

Technik

Die Peppercorn‑A2 war eine Heißdampflokomotive der Achsfolge 2’C1’ mit einem Dreizylindertriebwerk, das von den Thompson-A2/3 übernommen wurde. Das Laufdrehgestell wurde jedoch im Vergleich zur A2/3 weiter nach hinten versetzt, sodass die Außenzylinder auf Höhe des Drehpunkts des Drehgestells lagen, was den Radstand der Lokomotive verkürzte. Die Kylchap-Saugzuganlage entfiel, während die selbstreinigende Rauchkammer beibehalten wurde. Da diese kürzer war als bei der A2/3, konnte man nicht beides kombinieren; zudem könnte die Entscheidung auch mit Rauchproblemen im Führerstand zusammengehangen haben. Die Lokomotiven besaßen großzügig dimensionierte Kessel vom LNER-Standard Nr. 118 mit 17,2 bar (250 psi) Betriebsdruck. Die Dampfwege hatten große Querschnitte ohne die bei Thompson üblichen Versätze, um Strömungsverluste zu vermeiden, besonders bei den optimierten Abdampfwegen.[1]

Namen und Nummern

LNER Nr. Baujahr BR Nr. Ausmusterung Name
525 12/47 60525 3/63 A.H.Peppercorn
526 1/48 60526 11/62 Sugar Palm
E527 1/48 60527 4/65 Sun Chariot
E528 2/48 60528 6/66 Tudor Minstrel
E529 2/48 60529 12/62 Pearl Diver
E530 3/48 60530 11/66 Sayajirao
E531 3/48 60531 12/62 Bahram
3/48 60532 12/66 Blue Peter
4/48 60533 6/63 Happy Knight
4/48 60534 12/62 Irish Elegance
5/48 60535 6/65 Hornets Beauty
5/48 60536 12/62 Trimbush
6/48 60537 12/62 Bachelors Button
6/48 60538 11/62 Velocity
8/48 60539 11/62 Bronzino
Commons: LNER-Klasse A2 (Peppercorn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b The Peppercorn A2 Pacifics. In: LNER Encyclopedia:. Abgerufen am 30. Dezember 2025.
  2. LNER Peppercorn "A2" Class 4-6-2. In: BRDatabase. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
    1. Fleet