Lützlergebirge

Lützlergebirge, auch Lützelgebirge oder im östlichen Teil auch allgemein Ausläufer des Rothaargebirges, nennt sich der südöstliche Teil des Rothaargebirges, welcher von den Flusstälern von Lahn und Eder nach Süden und Norden begrenzt wird. Es bildet den Übergang vom Rheinischen Schiefergebirge zur Wetschaft-Senke, die den sich östlich anschließenden, weniger montanen Burgwald einleitet. Die Bergkämme des Gebirges markieren die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser, bzw. kleinräumig zwischen Lahn und Eder. Nach gängiger Definition grenzt das Lützlergebirge so nicht nur das Hessische Hinterland vom Ederbergland, sondern auch Mittel- von Nordhessen ab.

Der Begriff Lützlergebirge wurde in den letzten Jahren immer weniger verwandt zugunsten des allgemeineren Begriffes der Ausläufer des Rothaargebirges. Auf dem Kamm bzw. hangparallel verlief ehemals der „Salzweg“, auch „Diebspfad“ oder „Kölnischer Weg“ genannt.[1]

Umliegende Ortschaften

Das Lützlergebirge wird in etwa von folgenden Ortschaften abgegrenzt (im Uhrzeigersinn): Lützel im Westen, Erndtebrück, Aue, Bad Berleburg, Hatzfeld (Eder), Battenberg (Eder), Allendorf (Eder) und die zwischenliegenden Ortschaften im Norden und Nordosten, Treisbach und Wetter (Hessen) im Osten bzw. Südosten sowie Sterzhausen, Buchenau, Biedenkopf, Wallau (Lahn), Bad Laasphe und Feudingen im Süden und Südwesten. Zentral im Gebirge und auf der Wasserscheide liegt auch das Straßenkreuz von B 62 und B 480 auf der Leimstruth. Nach Planungen der 1970er- und frühen 2000er-Jahre sollte eine größere Lücke der Bundesautobahn 4 entlang der Rhein-Weser-Wasserscheide durch das Lützlergebirge geschlossen werden (siehe Bundesautobahn 4 #Lückenschluss Krombach bis Hattenbach).

Naturräumliche Zuordnung

Naturräumlich entspricht das Gebirge in etwa (von Ost nach West) den Sackpfeifen-Vorhöhen, dem Naturraum Sackpfeife (südliche Teilen des Ostsauerländer Gebirgsrandes) und dem jeweiligen Norden von Wittgensteiner Bergland und Ederkopf-Lahnkopf-Rücken.

Gewässer

Ein wichtiges Fließgewässer des Lützlergebirges ist, neben und parallel zwischen Lahn und Eder, der Treisbach, der nach Osten über die Wetschaft zur Lahn entwässert. Hinzu kommen alle linken Lahn- und rechten Eder-Nebenflüsse, die demgegenüber allerdings relativ kurz sind, da der Abstand der beiden großen Flüsse und damit die „Breite“ des Gebirges nur um die 10 km beträgt.

Berge

Die bekanntesten Berge des Lützlergebirges, der Rhein-Weser-Wasserscheide von Westen nach Osten folgend, sind:

Zu den Gebirgsausläufern, südöstlich der Wasserscheide zwischen Treisbach und Lahn gelegen, gehören das Arennest (591,5 m) und der Wollenberg (ca. 474 m).

Passstraßen

Die Bergkette des Lützlergebirges bzw. der Rhein-Weser-Wasserscheide kann über mehrere Passstraßen überquert werden. Besonders prominent ist hier der Eschborn bei etwa 492 m, über den die Bundesstraße 253 als (nach dem nahgelegenen Berg) „Sackpfeife“ genannte Passstraße das Lahntal mit dem Tal der Eder verbindet. Parallel dazu verlaufen kleinere Passstraßen: von Ost nach West: die K 33 zwischen Rüppershausen und Erndtebrück, die L 632 bei Amtshausen zwischen Rüppershausen und Leimstruth, die B 62 bei Holzhausen, die L 718 über die Sassenhäuser Höhe bei Sassenhausen zwischen Bad Laasphe und Dotzlar, die K 34 über das Harfeld zwischen Laasphe und Richstein, die L 903 über das Didoll zwischen Puderbach und Richstein, die Verbindungsstraßen über das Lausfeld, zwischen Weifenbach und Lindenhof bei Hatzfeld sowie über die Wetterhöhe zwischen Biedenkopf und Engelbach.

Literatur

  • Helmut Nuhn: Industrie im hessischen Hinterland, Entwicklung, Standortproblem u. Auswirkungen der jüngsten Industrialisierung im ländlichen Mittelgebirgsraum. Dissertation. Selbstverlag des geographischen Instituts der Universität Marburg (Marburger geographische Schriften, H. 23). Marburg 1965
  • Hans Pez: Zur Geschichte des Oberlahngaues. Elwert’sche Buchhandlung, Marburg 1922
  • Emil Schneider: Schneiders Wanderbücher. Band 2: Durch den Burgwald, nördl. Lützlergebirge, Wintergebirge Elwert. Marburg 1923
Commons: Lützlergebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ulrich Lennarz, Die Territorialgeschichte des Hessischen Hinterlandes (Hrsg.) Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde, Marburg, N.G.ELWERTsche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1973, Karte VI „Alte Straßen“, ISBN 3-7708-0491-0

Koordinaten: 50° 57′ N, 8° 25′ O