Lübecker Domkapitel 1779

Die Liste der Domherren des Lübecker Domkapitels 1779.

Domkapitel 1779

Das Domkapitel bestand grundsätzlich aus 30 Domherren, die seit der Reformation größtenteils lutherisch waren. Es waren aber aufgrund der Normaljahr-Regelung bis zu vier Katholiken zugelassen, die als Catholici ausgewiesen wurden. Die Domherren teilten sich nach Eduard Vehse in zehn Panistae, drei Integrati, sechs Semi-Integrati und sieben Canonici in herbis. Zusätzlich gab es vier vom Fürstbischof ernannte Distincti, die die vorgenannte Einteilung mit durchliefen. Dabei erhielten die Panistae die am höchsten dotierten Pfründen, während Neuaufgenommene jeweils im niedrigsten Rang als Canonici in herbis, Anwärter, einstiegen. Um überhaupt die Chance zu haben, weit genug aufzusteigen, wurden die meisten Mitglieder bereits zum frühstmöglichen Termin mit sieben Jahren aufgenommen. In späteren Lebensjahren Aufgenommene fungierten dabei als Platzhalter, um im geeigneten Zeitpunkt zugunsten jüngerer Familienmitglieder zu resignieren. Aufgenommen wurden fast nur Adlige.

Die Wahl des Dompropstes erfolgte seit dem Vergleich zwischen Stadt und Domkapitel von 1595 im Wechsel durch den Lübecker Rat und das Domkapitel. Die vom Lübecker Rat gewählten Dompröpste gehörten dem Domkapitel nicht an. In diesen Amtszeiten übernahm der Domdechant auch die Vertretung des Kapitels nach außen; 1779 war dies Joachim Otto Adolph von Bassewitz. Der letzte vom Lübecker Rat 1761 erwählte Dompropst, der städtische Syndicus Carl Henrich Dreyer war also kein Mitglied des Lübecker Domkapitels.

Die beiden Livonisten-Präbenden am Lübecker Domkapitel[1] waren nach ihrem Stifter, dem Domdekan Johannes Livo († 1292), benannt und berechtigten nur zu Einkünften, aber nicht zu Sitz und Stimme im Kapitel.

Die folgende Liste folgt der Aufstellung im Europäischen Staats- und Addreß-Buch: auf das Jahr ... 1780. Der Stand ist von vor dem 27. Juli 1779, als der Domherr und dritte Catholicus Maximilian Joseph Vrints von Treuenfels seine Präbende zu Gunsten von Johann Baptist Aloysius von Edling resignierte.

Panistae

  • 1 Decanus emeritus Christian August von Eyben, des Danebrog- und Annenordens Ritter, Königlich Dänischer Geheimer Rat (1718)[2]
  • 2 Decanus Joachim Otto Adolph von Bassewitz, Königlich Dänischer Geheimer Rat, des Danebrog-Ordens Ritter, Official des Bischofs, Cantor, Thesaurar Capituli, erster Hofherr, Erbherr auf Wohrenstorff (1729)
  • 3 Wolf von Blome, des Danebrog- und Johanniterordens Ritte, Königlich Dänischer Geheimer Rat und Kammerherr, Erbherr auf Salzau und Bahrenfleth (1736)
  • 4 Dietrich von Levetzow, Königlich Dänischer Geheimer Rat, des Danebrog-Ordens Ritter, Erbherr auf Rosenhof (1741)
  • 5 Johann Ferdinand von Elmendorff, Fürstlich Hildesheimischer Geheimer Rat, Structuarius Ecclesiae, erster Catholicus (1742)
  • 6. Otto von Blome, Königlich Dänischer Kammerherr, Generaladjutant und Obrist, auch Gesandter am Französischen Hofe, des Danebrog-Ordens Ritter, Erbherr auf Heiligenstetten etc. (1743)
  • Hermann Werner von Brabeck, zweiter Catholicus (1746)
  • 8 Detlev Joachim von Brockdorff, Königlich Dänischer Landrat, Scholaster & Thesaurar Ecclesiae, zweiter Hofherr (1750)
  • 9 Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn, Königlich Großbritannischer und Churbraunschweigisch-Lüneburgischer Generalleutnant und Chef der beiden Garden, Abgesandter am Kaiserlichen Hof, Erbherr auf Johannsdorf (1751)
  • 10 Friedrich August von Brömbsen, Großfürstlich Schleswig-Holsteinischer Kammerherr (1755)

Integrati

Semi Integrati

Canonici in herbis

Literatur

  • Europäisches Staats- und Addreß-Buch: auf d. Jahr ... 1780. Geißlingen: Tilger 1780, S. 218f

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Prange: Verzeichnis der Domherren. In: Ders.: Bischof und Domkapitel zu Lübeck: Hochstift, Fürstentum und Landesteil 1160-1937. Lübeck: Schmidt-Römhild 2014, ISBN 978-3-7950-5215-7, S. 426, Nr. 448
  2. Jahr der Possession