Löwenkopfbrunnen (Salzburg)

Der Löwenkopfbrunnen ist ein in der Altstadt von Salzburg befindlicher Brunnen an einer Hauswand am linken Salzachufer. Der 1926 angelegte Brunnen steht unter der Bezeichnung Wandbrunnen unter Denkmalschutz.

Lage

Der Brunnen ist an der nach Süden gerichteten, straßenseitigen Hausmauer des Gebäudes Ferdinand-Hanusch-Platz 4, des sog. Fisch-Kriegs, angebracht.

Der Brunnen ist einer von 19 Trinkwasserbrunnen in der Altstadt und von 28 solchen im gesamten Stadtgebiet. Der Wandbrunnen ist nur sommers in Betrieb.[1]

Geschichte

Das Löwenkopf-Relief stammt von einem unbekannten Schöpfer vermutlich aus dem Jahr 1647, als im Haus Kaigasse 13 (Ecke Sebastian-Stief-Gasse/Chiemseegasse) ein seit dem Mittelalter bestehender Brunnen erneuert und mit der Löwenkopf-Figur versehen wurde. Nach Umbauten wanderte die Figur 1894 in das gegenüberliegende Haus Chiemseegasse 1 und verblieb dort für kurze Zeit. Danach kam das Relief in den Hof des Hauses und blieb weiter unbeachtet, bis es in den Besitz von Stadtbaumeister Franz Wagner kam.

Die Brunnenschale stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde von einem ebenfalls unbekannten Künstler aus Untersberger Marmor angefertigt. Sie befand sich bis 1910 im Stiegl-Bräu-Gasthof in der Gstättengasse, das dann abgebrochen wurde, und kam hierauf in die Sammlung des heutigen Salzburg Museum.[2]

Das Fischmarktgebäude mit dem Trinkbrunnen steht am heutigen Ferdinand-Hanusch-Platz, einem Platz außerhalb der ehemaligen Stadtmauer, an dem schon früh Fleisch und später auch Fisch verkauft wurde und wo sich schon seit 1654 ein Brunnen befunden hatte: der Wilde-Mann-Brunnen, der zum Fischhalten der Fische diente, ein freistehender, viereckiger Brunnen aus Marmor zwischen der Fleischbank und der Grieskaserne, einem ehemaligen Kasernengebäude. 1858 wurde dieser Brunnen, der heute auf dem Max-Reinhardt-Platz steht, übersiedelt und durch einen neuen ersetzt, bestehend aus einer steinernen runden Muschel auf einem Steinfuß ruhend. Mittig befand sich ein gusseisernes Rohr, wieder mit einer Marienfigur am oberen Ende. Dieser Brunnen wurde 1872/73 im Zuge der Errichtung eines Schulgebäudes an dieser Stelle gemeinsam mit dem bestehenden Fischmarktgebäude entfernt.[3]

Nachdem das Schulhaus wieder abgerissen worden war, wurde 1926 ein neues Fischmarktgebäude errichtet, in dem bis 2024 der Fisch-Krieg untergebracht war. Man beschloss, die Tradition eines Brunnens an dieser Stelle in bescheidener Form fortzusetzen. Auf Betreiben von Bürgermeister Josef Preis wurde das Löwenkopfrelief von Stadtbaumeister Franz Wagner angekauft, und die Brunnenschale kam als Dauerleihgabe vom Museum an die Stadt Salzburg, sodass mit einer dazu passenden Einfassung dieses Ensemble geschaffen werden konnte.[2]

Gestaltung

Der Brunnen besteht aus einem barocken Relief eines Löwenkopfs, aus dem Wasser fließt, und einer barocken, muschelförmigen Brunnenschale.[4] In den Gesichtszügen des Tiers überlagern sich noch Spuren der mittelalterlichen Bestiendämonie in den Strömen und Wirbeln der Haarzotten mit der Massigkeit des Tierkopfes, aus dessen Lefzen früher dreistrahlig das Wasser entsprang.

Die Einfassung aus Marmor aus 1926[4] zeigt sich in einfachen kräftigen Formen, unten kragt aus dem zweistufigen Socken das Wasserbecken aus, mittig wird das Relief-Feld mit einfachen Marmorplatten pilasterartig umschlossen, oben bekrönt ein einfacher Gesimsbalken auf zwei Konsolen das Denkmal. Die flankierenden Sitzbänke beidseits des Denkmals wurden wohl später ergänzt.

Commons: Löwenkopfbrunnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stadt Salzburg: Brunnen, Trinkwasserstellen. Abgerufen am 23. Juli 2022.
  2. a b Peter Husty: Löwenbrunnen am Gries. In: Salzburg Museum (Hg.): Salzburger Museumsblätter, Jänner 2026, S. 6.
  3. Josef Eder: Der Fischmarkt. In: Salzburger Volksblatt. 17. August 1926, abgerufen am 23. Juli 2022.
  4. a b Salzburg, Altstadt links der Salzach, Ferdinand-Hanusch-Platz. Wandbrunnen am Fischmarkt. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Salzburg 1986. S. 588.

Koordinaten: 47° 48′ 3″ N, 13° 2′ 33″ O