Léon Gischia
Léon Gischia (* 8. Juni 1903 in Dax; † 29. Mai 1991 in Venedig) war ein französischer Maler.
Leben
Léon Gischia begann schon in jungen Jahren zu zeichnen und entschied sich 1921, Maler zu werden, indem er sich an der Académie Moderne einschrieb, wo Othon Friesz unterrichtete. Während seines Aufenthalts in den USA von 1927 bis 1930 freundete er sich mit Alexander Calder an. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich traf er Fernand Léger, mit dem er auch gemeinsam unterrichtete. 1934 arbeitete er mit Léger und anderen am Pavillon des Temps Nouveaux. 1937 war Gischia beim Salon des Jeunes Artistes aktiv und hatte 1938 seine erste Einzelausstellung in der Galerie Jeanne Bucher. Im Jahr 1941 nahm er an der Ausstellung „Vingt Jeunes Peintres de Tradition francaise“ teil, die während der deutschen Besatzung die erste Avantgarde-Veranstaltung in der Malerei war. 1943 lernte er in der Galerie de France in Paris Maurice Estève und Edouard Pignon kennen, die Teil seines Freundeskreises wurden.[1]
Während des Krieges hielten Gischia und eine Gruppe von Künstlern, darunter Jean Bazaine und Alfred Manessier, mehrere wichtige Ausstellungen in Paris ab, um gegen die nationalsozialistische Ästhetik zu protestieren. Die erste Ausstellung, organisiert von Bazaine und André Lejard, fand 1941 in der Galerie Braun statt. Weitere Ausstellungen waren 1943 und 1944 in der Galerie de France. Gischia war eine zentrale intellektuelle Figur dieser Künstlergruppe und half, eine neue ästhetische Richtung zu definieren, die frühe Nachkriegszeit in Paris prägte.[2]
Von 1945 bis 1957 war Gischia Gründungsmitglied des Salon de Mai und nahm an dessen Aktivitäten teil. Als bedeutender Maler der neuen Ecole de Paris entwarf er zahlreiche Dekore und Kostüme für das Théâtre National Populaire unter Jean Vilar, was den Stil des Theaters kurzfristig prägte.
Gischias Werk wird in drei Perioden unterteilt: von 1917 bis 1942 malte er gegenständlich, von 1946 bis 1960 erreichte er die Grenze der Abstraktion, und von 1960 bis zu seinem Tod waren seine Bilder durch eine lebendige „Geometrisierung“ charakterisiert. 1963 ließ er sich in Venedig nieder, wo er 1991 starb. Er wurde auf dem Friedhof San Michele in Venedig beigesetzt.[1]
Literatur
- Robert Darmstaedter: Künstlerlexikon. Über 4400 Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Hrsg.: Pawlak Herrsching. 1986, ISBN 978-3-88199-300-5.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Léon Gischia, Werke, Graphiken, Lithographien, Serigraphien, Galerie Champetier. Abgerufen am 20. Dezember 2025.
- ↑ Exhibit-E: Leon Gischia - Artists - Hanina Fine Arts. Abgerufen am 20. Dezember 2025 (englisch).