Kyōhei Sorita

Kyōhei Sorita (japanisch 反田 恭平 Sorita Kyōhei; * 1. September 1994 in Tokio)[1] ist ein japanischer Pianist.

Leben

Kyōhei Sorita besuchte als Kind eine Musikschule in Tokio und erhielt dort u. a. auch Klavier- und Keyboardunterricht. Als 12-Jähriger nahm er an einem Dirigier-Workshop teil, wollte daraufhin Dirigent werden und intensivierte auf Rat des Kursleiters in der Folge sein Pianostudium.[2][3] Mit 17 Jahren gewann er den ersten Preis beim 81. Japanischen Musikwettbewerb (Music Competition of Japan 2012) sowie den Publikumspreis und drei weitere Sonderpreise. Dadurch ergab sich für ihn die Möglichkeit, am Moskauer Konservatorium zu studieren. Ab 2014 wurde er dort von Mikhail Voskresensky unterrichtet[4] und ab 2017 von Piotr Paleczny an der Fryderyk Chopin University in Warschau.[1]

2018 debütierte er in St. Petersburg beim Russian International Music Festival mit einem Solokonzert und einem Konzert mit dem Mariinsky-Orchester, in dem er Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 spielte. Sein Konzertdebüt in Deutschland hatte er wenig später mit den Bielefelder Philharmonikern, ebenfalls mit dem Rachmaninow-Konzert, als er in Bielefeld kurzfristig für einen verunglückten Pianisten einsprang.[5] Im selben Jahr gründete er mit einigen jungen Musikern das Ensemble MLM double concerto, aus dem das Kammerorchester MLM National Orchestra, seit 2019 mit Namen Japan National Orchestra, hervorging.

2021 gewann er als erster Japaner nach Mitsuko Uchida (1970) einen zweiten Preis im Chopin-Wettbewerb.[6] Sein Debüt in Salzburg hatte er 2024 mit dem Mozarteumorchester.[3] Sein Debüt bei den Salzburger Festspielen folgte 2025. Er dirigierte das Mozarteumorchester und spielte die Klavierkonzerte Nr. 9 und Nr. 26 von Mozart.[7]

Zu den Orchestern, bei denen er bisher gastierte, zählen das Orchester des Mariinsky Theaters, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, die Warschauer Nationalphilharmonie, das Russische Nationalorchester, das NDR Elbphilharmonie Orchester, die Münchner Philharmoniker, das NHK-Sinfonieorchester, das Yomiuri-Nippon-Sinfonieorchester und das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra.[8]

Kyōhei Sorita betreibt in Japan das Plattenlabel NOVA. Er lebt in Wien und ist seit 2023 mit der Pianistin Aimi Kobayashi verheiratet.[9]

Preise und Auszeichnungen

  • 2012: 81. Japanischen Musikwettbewerb 2012 (Music Competition of Japan), Erster Preis und Nomura Prize, Iguchi Prize, Kawai Prize und Iwatani Prize[10]
  • 2021: 18. Internationaler Chopin-Wettbewerb, Warschau, 2. Platz, ex aequo mit Alexander Gadjiev.[11]
Commons: Kyōhei Sorita – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Kyohei Sorita 18th Chopin Piano Competition Warsaw abgerufen am 30. September 2025
  2. Kyohei Sorita “A Pianist's Vision for the Future” Interview, NHK World, abgerufen am 30. September 2025
  3. a b Ein Monat voller Musik Mozarteumorchester, 5. Juni 2024, abgerufen am 9. September 2025
  4. Rising Star Pianist Sorita Kyōhei Looks Back on the Chopin Competition, nippon.com, 27. April 2022, abgerufen am 30. September 2025
  5. Pianist Sorita leads orchestra with machine tool maker, The Asahi Shimbun, 13. Dezember 2021, abgerufen am 30. September 2025
  6. Christoph Hiller: Preise beim 18. Chopin-Wettbewerb vergeben, BR-Klassik, 21. Oktober 2021, abgerufen am 30. September 2025
  7. Reinhard Kriechbaum: Ein Chef und flache Hierarchien Drehpunkt Kultur, abgerufen am 30. September 2025
  8. Kyohei Sorita Münchner Philharmoniker, abgerufen am 30. September 2025
  9. Pianists Kyohei Sorita and Aimi Kobayashi tie the knot, The Asahi Shimbun, 2. Januar 2023, abgerufen am 1. Oktober 2025
  10. Kyohei Sorita Concert 2025 Japanese Canadian Cultural Centre, abgerufen am 1. Oktober 2025
  11. Mozart-Matinée mit Kyohei Sorita BR-Klassik, abgerufen am 30. September 2025