Kurt Purucker

Kurt Purucker (* 1919/1920 in Selb; † 16. März 2011 in Altdorf bei Nürnberg[1]) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Politiker. Er war von 1969 bis 1972 Landrat des Landkreises Nürnberg und danach bis 1982 Erster Bürgermeister von Altdorf bei Nürnberg.

Leben und Beruf

Purucker studierte Jura in München und Prag. Sein Studium unterbrach er während des Zweiten Weltkriegs, in dem er als Soldat im Einsatz war und schwer verwundet wurde. Nach Abschluss seines Studiums ging er 1951 nach Altdorf, im dortigen Landratsamt war er als juristischer Staatsbeamter tätig.[1]

Purucker war verheiratet. Er wurde am 22. März 2011 auf dem kirchlichen Friedhof Altdorf beigesetzt.[1][2]

Politik

Nach dem Tod des bisherigen Landrats Emil Stromer von Reichenbach kandidierte Purucker 1969 erfolgreich um seine Nachfolge und wurde Landrat des Landkreises Nürnberg. In seiner Amtszeit wurde das Kreiskrankenhaus weiterentwickelt. Das Amt des Landrats übte er bis zum 1. Juli 1972 aus, als der Landkreis Nürnberg im Zuge der Kreisreform aufgelöst und in den neuen Landkreis Lauf an der Pegnitz (später Landkreis Nürnberger Land) eingegliedert wurde.[1] Im neuen Landkreis gehörte er dem Kreistag an und war von 1972 bis 1978 stellvertretender Landrat.[2]

1972 wurde Purucker zum Ersten Bürgermeister der Stadt Altdorf gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1982 inne. In seiner Amtszeit erfolgte der Umbau des Rathauses, im Zuge dessen auch das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts erworben und ein Teil der Stadtverwaltung dort untergebracht wurde[3], außerdem der Bau der Hauptschule, die Sanierung der Altstadt sowie die Errichtung des Bauhofs, die Ansiedlung einer TÜV-Prüfstelle und verschiedene Maßnahmen im Bereich Abwasser und Wasserversorgung. Außerdem wurden 1972 und 1978 mehrere Nachbarorte nach Altdorf eingemeindet, durch Puruckers Einsatz erfolgten diese Eingliederungen auf freiwilliger Basis.[1]

Purucker gehörte den Freien Wählern an. 1975, während seiner Amtszeit, wurde der Ortsverein Altdorf der Freien Wähler gegründet.[4]

Ehrenämter

Neben seinen hauptamtlichen politischen Ämtern engagierte sich Purucker auch ehrenamtlich. Er war Mitbegründer des Wallensteinfestspielvereins, des Kulturkreises und der Werbegemeinschaft in Altdorf, Vorsitzender des Kreisverbandes Gartenbau- und Landespflege Nürnberger Land sowie Förderer mehrerer musikalischer Vereine. Dem Gesangsverein Liedertafel gehörte er sowohl als förderndes Mitglied als auch als aktiver Sänger an.[2]

Ehrungen

Am 17. September 1999 wurde Purucker zum Ehrenbürger der Stadt Altdorf ernannt.

Einzelnachweise

  1. a b c d e Der Bote: Trauer um Purucker. In: N-LAND. 18. März 2011, abgerufen am 23. November 2025.
  2. a b c Der Bote: Bis zuletzt seiner Stadt verbunden gefühlt. In: N-LAND. 22. März 2011, abgerufen am 23. November 2025.
  3. Nr. 31 – Ehem. Rentamt u. Amtsgericht / Rathaus (former taxoffice and district court / current town hall), Röderstr. 10. Stadt Altdorf bei Nürnberg, abgerufen am 23. November 2025.
  4. Alex Blinten: Prägend für die Altdorfer Kommunalpolitik. In: N-LAND. 23. April 2015, abgerufen am 23. November 2025.