Kurt Herzberg (Bürgerbeauftragter)

Kurt Herzberg (* 1965 in Gernrode im Eichsfeld) war zwischen 2013 und 2025 Bürgerbeauftragter des Freistaats Thüringen.

Leben und Wirken

Herzberg studierte ab 1988 Katholische Theologie zunächst in Erfurt. 1990 wechselte er an die Otto-Friedrich-Universität Bamberg und studierte zusätzlich Psychologie und Kommunikationswissenschaften; er schloss die Studien mit dem Grad des Diplomtheologen und Magisters ab.

Ab 1994 arbeitete er als Referent in der Familienseelsorge des Bistums Erfurt.[1] 1997 übernahm er dort die Stelle des Geschäftsführers des Familienbunds der Katholiken. Mit einer Dissertation über das Verhältnis von Taufe, Glaube und Ehesakrament nach dem Zweiten Vatikanum, erstellt am Bamberger Lehrstuhl für Dogmatik bei Georg Kraus, wurde er 1998 zum Doktor der Theologie promoviert.[2]

Ab 2000 sprach Herzberg regelmäßig im Hörfunk des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) „Worte zum Tag“ und „Gedanken zur Nacht“. Später produzierte und sprach er auch geistliche Beiträge für die katholische Hörfunkarbeit beim Deutschlandfunk. Seine journalistische Tätigkeit für den Mitteldeutschen Rundfunk endete 2009. Zu diesem Zeitpunkt wurde Herzberg vom Arbeitskreis Thüringer Familienorganisationen (AKF) in den MDR-Rundfunkrat entsandt. Dem Rundfunkrat gehörte Herzberg zwei Legislaturen (bis 2021) an.[2]

Von 2004 bis Juni 2008 leitete Herzberg – neben seiner Tätigkeit beim Familienbund der Katholiken – die Projektstelle des AKF. Hier war Herzberg für den Aufbau der Thüringer Elternakademie, die Vernetzung der sich seinerzeit gründenden Lokalen Bündnisse für Familien sowie für die Organisation der ersten beiden Thüringer Landesfamilientage in Erfurt (2004, ca. 6000 Besucher) und in Sondershausen (2007, ca. 10.000 Besucher) verantwortlich. Die Arbeit der Projektstelle wurde vom Thüringer Familienministerium gefördert.[2]

Für den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Thüringen im Jahr 2011 trug Herzberg als Leiter des kirchlichen Organisationsbüros die Verantwortung für die Organisation durch das Bistums Erfurt und die Koordination mit den staatlichen Stellen.[2]

2013 wählte ihn der Thüringer Landtag auf Vorschlag von CDU und SPD als Nachfolger von Silvia Liebaug zum Bürgerbeauftragten auf der Grundlage des Gesetzes über den Bürgerbeauftragten (Thüringer Bürgerbeauftragtengesetz - ThürBüBG). 2019 wurde er auf Vorschlag der CDU-Fraktion mit 71 von 90 Stimmen wiedergewählt.[2] Seine Amtszeit endete am 25. November 2025.[3] Am 20. November wurde er im Rahmen einer Feierstunde im Plenarsaal des Thüringer Landtags verabschiedet.[4]

Sein Einsatz gilt vor allem einer allgemein verständlichen Verwaltungssprache, die es den Bürgern ermöglicht, Entscheidungen der staatlichen Verwaltung zu verstehen und damit umzugehen. Es ist ihm ein Anliegen, die Entfremdung zwischen Bürgern und staatlicher Verwaltung nach Möglichkeit zu mindern, um auf diese Weise auch einer sich ausbreitenden Politik- oder Demokratieverdrossenheit zu begegnen. Insofern sei Verwaltungshandeln zwar nicht im engeren Sinn Politik, aber in hohem Maße politisch.[2][5][6]

Von 2017 bis 2023 war Herzberg Vorstandsmitglied beim Deutschen Jugendherbergswerk – Landesverband Thüringen e.V.[2]

Herzberg ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.[2]

Werke/Schriften

  • Taufe, Glaube und Ehesakrament. Die nachkonziliare Suche nach einer angemessenen Verhältnisbestimmung (= Volker Eid u. a. [Hrsg.]: Bamberger Theologische Studien. Band 11). Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 1999, ISBN 3-631-34623-9.
  • Als Herausgeber: Erziehungs-Wege. Erziehungsziele und Erziehungsstile in Ost- und Westdeutschland. Ein Vergleich. Frankfurt a. M. 2001, ISBN 3-631-38745-8.
  • Mit Georg von Schmettau: Thüringer Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (ThürKitaG); Kommentar. Kommunal- und Schul-Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 3-8293-0667-9.
  • Als Herausgeber: Gute Verwaltung durch besseres Verstehen. Chancen und Grenzen einer bürgerfreundlichen Behördensprache. Tagungsband. Kommunal- und Schul-Verlag, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-8293-1208-0.
  • Als Herausgeber: Jeder, der sich abwendet, fehlt der Demokratie. 20 Jahre parlamentarisch gewählter Bürgerbeauftragter in Thüringen. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-8305-5169-0.

Einzelnachweise

  1. Kurt Herzberg: Taufe, Glaube und Ehesakrament. Die nachkonziliare Suche nach einer angemessenen Verhältnisbestimmung (= Volker Eid u. a. [Hrsg.]: Bamberger Theologische Studien. Band 11). Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 1999, ISBN 3-631-34623-9., 4. Umschlagseite.
  2. a b c d e f g h Zur Person: Dr. Kurt Herzberg. In: Website des Thüringer Bürgerbeauftragten. Der Bürgerbeauftragte des Freistaats Thüringen, abgerufen am 12. November 2025.
  3. Der Bürgerbeauftragte des Freistaats Thüringen. Aktuelles. Thüringer Landtag, abgerufen am 26. November 2025.
  4. Zwölf Jahre Dienst an Bürgerinnen und Bürgern. Verabschiedung des Thüringer Bürgerbeauftragten Dr. Kurt Herzberg im Landtag. Thüringer Landtag, abgerufen am 20. November 2025.
  5. Kurt Herzberg (Hrsg.): Gute Verwaltung durch besseres Verstehen. Chancen und Grenzen einer bürgerfreundlichen Behördensprache. Tagungsband. Kommunal- und Schul-Verlag, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-8293-1208-0., passim.
  6. Kurt Herzberg;Matthias Knauff (Hrsg.): Jeder, der sich abwendet, fehlt der Demokratie: 20 Jahre parlamentarisch gewählter Bürgerbeauftragter in Thüringen. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-8305-5169-0, S. 29 f.