Kurt Brumme (Moderator)
Kurt Brumme (* 4. Februar 1923 in Köln; † 9. Mai 2005 ebenda) war ein deutscher Sportmoderator im Hörfunk und später beim WDR-Hörfunk als Abteilungsleiter Sport tätig. Er gilt als einer der Pioniere der westdeutschen Sportberichterstattung nach dem Zweiten Weltkrieg. Weit über 6 Tausend Sportübertragungen begleitete er als Sportkommentator.
Leben
Brumme begann seinen Berufsweg mit einer Banklehre. Bevor er 1941 zur Wehrmacht eingezogen wurde, sammelte er erste journalistische Erfahrungen durch ein Praktikum bei einer Zeitung in Aachen. Nach Kriegsende entschied er sich endgültig Journalist zu werden. Bei den Aachener Nachrichten wurde er 1946 Sportredakteur. Parallel besuchte er bis 1949 die Journalistenschule in Aachen. Im April 1947 wechselte er zum NWDR. Am 8. August 1948 kommentierte er das erste Fußballendspiel um die Deutsche Meisterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Müngersdorfer Stadion in Köln. Der 1. FC Nürnberg besiegte den 1. FC Kaiserslautern mit 2:1. Seit 1953 fungierte er als Erster Sportreporter des NWDR und war wegen seiner sonoren Stimme unverwechselbar. Den Stil seiner Berichterstattung kennzeichnete er selber durch: Mit Worten Bilder malen und: Die Hörerschaft mit den Ohren sehen lassen. Neben der Fußballberichterstattung widmete er sich auch großen Ereignissen beim Boxen. Mit Muhammad Ali war er befreundet.[1] Als 1955 der NWDR aufgeteilt wurde, blieb er beim WDR.[2] Bekannt wurde er als Moderator der samstäglichen Übertragungen der Spiele der Fußball-Bundesliga in der Sendung "Sport und Musik" des WDR, die Brumme von 1963 bis zu seinem Ruhestand 1988 leitete.
Er war unter anderem Reporter beim ersten Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft nach dem Krieg gegen die Schweiz. Bei der anschließenden WM 1954 in der Schweiz kommentierte er das Halbfinalspiel der deutschen Mannschaft gegen Österreich. Am 18. Mai 1960 übertrug er für den WDR das Finale des Europapokals der Landesmeister (seit 1992/93 UEFA Champions League) zwischen Real Madrid und Eintracht Frankfurt (7:3) aus dem Hampden Park in Glasgow. Dieses Spiel hatte mit 127.126 Zuschauern die größte Kulisse in der Geschichte des europäischen Vereinsfußballs. Ferner war Brumme beim Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1962 zwischen Brasilien und der Tschechoslowakei 3:1 (1:1) in Santiago de Chile im Einsatz. Weiterhin berichtete er vom ersten Europapokalsieg einer deutschen Fußballmannschaft 1966 (Borussia Dortmund – FC Liverpool 2:1 (0:0; 1:1 n. V.) im Glasgower Hampden Park sowie auch vom legendären DFB-Pokal-Finale 1973 zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach (1:2 n. V.) aus dem Düsseldorfer Rheinstadion. Zwischen 1963 und 1988 war er Abteilungsleiter Sport beim WDR-Hörfunk.
Brumme erfand die Bundesligakonferenz, die noch heute vom Westdeutschen Rundfunk produziert wird.[2]
Der US-Boxweltmeister Muhammad Ali war von den Boxreportagen beeindruckt und nannte Kurt Brumme „the Voice of Germany“. Er schenkte ihm daraufhin ein Paar signierte Boxhandschuhe. Unvergessen ist seine Hörfunkreportage des „Jahrhundertspiels“, in dem Italien im Halbfinale der Weltmeisterschaft von 1970 in Mexiko Deutschland mit 4:3 nach Verlängerung besiegte. Zu den festen Ritualen der Sendung Sport und Musik gehörten Telefongespräche Brummes mit dem walisischen Journalisten Toby Charles, der auf amüsante Weise über die aktuellen Ereignisse im britischen Fußball berichtete. Dabei nahm der Austausch über die jeweiligen Wetterlagen breiteren Raum ein: „Sähr windisch“. Im November 1984 deckte Der Spiegel auf, dass Charles ebenfalls in Köln lebte und arbeitete und seine Kenntnisse aus dem britischen Rundfunk bezog. Brumme wurde für die Dauer einer Sendung suspendiert und die Telefonate wurden eingestellt.[3][4]
Kurt Brumme starb 2005 im Alter von 82 Jahren und wurde auf dem Friedhof des Kölner Stadtteils Lövenich (Flur 1, Nr. 147/148) beigesetzt.[5] Im Deutschen Sport & Olympia Museum wurde der Konferenzraum Kurt-Brumme-Galerie mit seinen hinterlassenen Erinnerungsstücken eingerichtet.[6]
Hörspiel
Von Kurt Brumme und Hermann Pfeiffer stammt das Hörspiel „They never come back“, welches der NWDR Hamburg produzierte und am 5. Juni 1952 erstmals ausgestrahlt wurde. Es handelt von der Tatsache, dass Box-Weltmeister, die ihren Titel einmal verloren hatten, diesen niemals wieder zurückerobern konnten.
Beide Autoren waren auch direkt an der Produktion beteiligt, Brumme als Sprecher (Sportreporter) und Pfeiffer als Regisseur.
Zu den Sprechern gehörten unter anderen:
- Paul Klinger: MacRealy, Schwergewichtsexweltmeister
- Hanne Frese: Joan, seine Frau
- Albert Florath: Mike Hurley, Macs Manager
- Werner Hessenland: Shapman, Rechtsanwalt
- Bernhard Minetti: General Phelan
- Eduard Hermann: Joe Jacobs
- Max Eckard: Joe Louis
- Magda Hennings: Marva
Auszeichnungen
- 1958: Deutscher Fernsehpreis
- 1973: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland[7]
- 1981: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
- vor 1984: Ehrenpräsident von Alemannia Aachen
- 1993: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen[8]
Weblinks
- rheinische-geschichte.lvr.de: Kurt Brumme – Sportjournalist (1923–2005), Portal Rheinische Geschichte, Landschaftsverband Rheinland
Einzelnachweise
- ↑ https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/kurt-brumme-/DE-2086/lido/57c58a1dad6bf7.40061464#toc-11. Abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ a b Ulrich S. Soénius (Hrsg.), Jürgen Wilhelm (Hrsg.): Kölner Personen-Lexikon. Greven, Köln 2007, ISBN 978-3-7743-0400-0.
- ↑ Sähr windisch. In: spiegel.de. Der Spiegel, 18. November 1984, abgerufen am 30. März 2023.
- ↑ Thorsten Schaar: Der Felix Krull des WDR. In: 11freunde.de. 11 Freunde, 18. November 2011, abgerufen am 30. März 2023.
- ↑ Klaus Nerger: Das Grab von Kurt Brumme. In: knerger.de. Abgerufen am 30. März 2023.
- ↑ Kurt Brumme-Galerie. In: sportmuseum.de. Deutsches Sport & Olympia Museum, abgerufen am 30. März 2023.
- ↑ Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 25, Nr. 103, 5. Juni 1973.
- ↑ Verdienstordenträgerinnen und -träger seit 1986 ( vom 18. Februar 2017 im Internet Archive) (PDF)