Kurt Bräunig

Kurt Karl Ferdinand Bräunig (* 16. September 1898 in Berlin[1]; † 6. März 1966 in Bad Godesberg[2]) war ein deutscher Bauingenieur, Oberst der Wehrmacht und Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr.

Leben

Bräunig, Sohn eines Bankdirektors, trat am 6. November 1916 als Offizieranwärter (Fahnenjunker) beim Infanterie-Regiment 64 in die preußische Armee ein. Zum Ende des Ersten Weltkrieges war er in britischer Kriegsgefangenschaft. Das Studium des Bauingenieurwesens an der TH Berlin-Charlottenburg schloss er als Diplom-Ingenieur (TH) ab. Am 25. Juli 1923 wurde er zum Leutnant und am 1. Februar 1928 zum Oberleutnant ernannt. 1927 wohnte er in Berlin-Charlottenburg.

Am 15. Oktober 1934 trat Bräunig als Hauptmann in den aktiven Dienst der Reichswehr und wurde im Heereswaffenamt, Amtsgruppe für Entwicklung und Prüfung, Abteilung 5 (Wa Prüf 5; Pionier- und Festungspionierabteilung – Pionierversuchsstelle Sperenberg) verwendet. Er war im Pionier-Lehr- und -Versuchs-Bataillon 3 und wurde 1939 Kompaniechef der 1. Kompanie des Eisenbahn-Pionier-Lehr-Bataillons in Fürstenwalde/Spree. Zum 1. September 1939 wurde er Kompaniechef im III. Bataillon des Eisenbahn-Pionier-Regiments 68, am 15. November 1939 Bataillonsführer des III. Bataillons des Eisenbahn-Pionier-Regiments 68, am 2. April 1940 Gruppenleiter im Heereswaffenamt und im selben Jahr Major, am 4. September 1942 Chef Wa Prüf 5 (stellvertretender Abteilungschef) und im selben Jahr Oberstleutnant, am 1. März 1943 Gruppenleiter im Heereswaffenamt und im selben Jahr Oberst und am 19. Oktober 1943 Kommandeur des Pionier-Regiments-Stabs 700. Bei der Schlacht um Sewastopol 1941–1942 sei ihm, ausweislich einer Beurteilungsnotiz vom 1. Mai 1944, während der Räumung der Krim das reibungslose Übersetzen von Teilen des XXXXIX. Gebirgs-Korps über die Sewernajabucht bei Sewastopol unter Feinddruck entscheidend zuzuschreiben.[3] Am 1. April 1944 wurde er Abteilungschef Wa Prüf 5.

Von 1945 bis 1956 baute Bräunig ein Ingenieurbüro in der Rebenstraße 12 in Ulm auf und war anerkannter Prüfingenieur für Baustatik im Land Württemberg-Baden.[4]

1956 wurde Bräunig als Brigadegeneral in die Bundeswehr eingestellt und war bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand mit Ablauf des September 1962 Unterabteilungsleiter Wehrtechnik Land im Bundesministerium für Verteidigung in Bonn.

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

  • mit Walther Mittasch: Bau und Berechnung von Brücken. Teubner, Leipzig und Berlin 1933.

Siehe auch

Literatur

  • Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1997 – Die militärischen Werdegänge (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. Teil VIb). Band 1, Adam – Fuhr. Biblio-Verlag, Osnabrück 1998, ISBN 978-3-7648-2492-1, S. 236.
  • Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 83.

Einzelnachweise

  1. Geburtsregister Standesamt Berlin 12b, Nr. 2622/1898
  2. Sterberegister Standesamt Bad Godesberg, Nr. 138/1966
  3. Verzeichnis der in die Generalskartei aufgenommenen Oberste; RH 7/813. In: Bundesarchiv. Abgerufen am 4. November 2025 (Digitalisat S. 102; paginiert S. 49).
  4. Wechselseitige Anerkennung von Prüfingenieuren für Baustatik; hier: Verzeichnisse der von den an der Vereinbarung beteiligten Ländern anerkannten Prüfingenieuren für Baustatik (Runderlass des Ministers für Wiederaufbau vom 29. April 1952 – II A 6.40 Nr 279/52). In: Ministerialblatt für das Land Nordrhein-Westfalen, Ausgabe A. Band 5, Nr. 33, 30. Mai 1952, S. 549 (nrw.de [PDF]).