Kurt Berger (Germanist)

Kurt Berger (* 4. Oktober 1904 in Aachen; † 2008) war ein deutscher Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Kurt Berger legte seine Reifeprüfung 1924 am Realgymnasium I in Kassel ab. Anschließend studierte er Germanistik, Anglistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie, zunächst von 1925 bis 1927 an der Universität München, dann an der Universität Wien (1927) und von 1927 bis 1930 an der Universität Marburg. 1929 promovierte er in Marburg zum Dr. phil. bei Ernst Elster und legte 1930 bzw. 1931 die Staatsexamen für den höheren Schuldienst ab und arbeitete zunächst als Lehrer.

Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.828.186).[2] 1934 habilitierte er sich in Marburg für Deutsche Literaturgeschichte und lehrte zunächst als Privatdozent, später als außerplanmäßiger Professor. Von 1943 bis 1944 arbeitete er als Hochschullehrer an der Universität Budapest. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihm zunächst bis 1952 die Lehrbefugnis entzogen. Nach seiner Entlastung und der Erneuerung seiner Venia Legendi konnte er an der Universität Marburg weiter lehren, zunächst als Dozent bzw. Lehrbeauftragter, seit 1960 als Professor. Im Jahre 1970 trat er in den Ruhestand.[3]

In seinen Veröffentlichungen beschäftigte sich Kurt Berger vor allem mit der Literatur der deutschen Klassik und Romantik, aber auch mit der neueren deutschen Lyrik und der Kunsttheorie.

Berger war Vater eines Sohnes.[3]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Rainer Maria Rilkes frühe Lyrik. Entwicklungsgeschichtliche Analyse der dichterischen Form (= Beiträge zur deutschen Literaturwissenschaft, Band 30). Elwert, Marburg 1931 (= Dissertation Universität Marburg) (Reprint Johnson New York 1968).
  • Die Ausdrücke der Unio mystica im Mittelhochdeutschen (= Germanistische Studien, Band 168). Ebering, Berlin 1935 (Nachdruck: Kraus, Nendeln/Liechtenstein 1967).
  • Jean Paul. Der schöpferische Humor. Böhlau, Weimar 1939 (= Habilitationsschrift Universität Marburg).
  • Die Balladen Schillers im Zusammenhang seiner lyrischen Dichtung (= Neue deutsche Forschungen / Abteilung Neuere Deutsche Literaturgeschichte, Band 23). Junker u. Dünnhaupt, Berlin 1939.
  • Menschenbild und Heldenmythos in der Dichtung des deutschen Idealismus. Junker u. Dünnhaupt, Berlin 1940.
  • Rudolf Alexander Schröders „Lieder an Belinde“ und „Sonette zum Andenken an eine Verstorbene“. In: Germanisch-Romanische Monatsschrift. Band 31, 1943, S. 90–120.
  • Die Dichtung im Zusammenhang der Künste. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Band 21, 1943, S. 229–251.
  • Zur Antikenauffassung in der Kunsttheorie und Dichtung des frühen achtzehnten Jahrhunderts. In: Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft. Band 37, 1943, Heft 1, S. 55–78.
  • Das Mythische. Gedanken zu einer Erneuerung des Laienspiels. In: Die Sammlung. Band 3, 1948, S. 103–131.
  • Das schöpferische Erleben des lyrischen Dichters in der Nachfolge Goethes. Rathmann, Marburg/L. 1951.
  • Barock und Aufklärung im geistlichen Lied. Rathmann, Marburg/L. 1951 (Nachdruck: Sändig, Walluf/Wiesbaden 1972, ISBN 3-500-25400-4).
  • Schiller und die Mythologie. Zur Frage der Begegnung und Auseinandersetzung zwischen christlicher und antiker Tradition in der klassischen Dichtung. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Band 26, 1952, S. 178–224.
  • Die Dichtung Rudolf Alexander Schröders. Das Unvergängliche im vergänglichen Sein. Rathmann, Marburg/L. 1954.

Einzelnachweise

  1. Tobias Ebbrecht/Kai Klose: Berger, Kurt. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Band 1. De Gruyter, Berlin 2003, S. 149f., ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten und weiteren Literaturangaben).
  2. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/25200604
  3. a b Berger, Kurt. In: Marburger Professorenkatalog (abgerufen am 3. November 2025).