Kronberg (Gemeinde Altmelon)

Kronberg (Rotte)
Ortschaft
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Zwettl (ZT), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Zwettl
Pol. Gemeinde Altmelon  (KG Kleinpertenschlag)
Koordinaten 48° 23′ 36″ N, 14° 55′ 33″ Of1
Höhe 820 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 44 (1. Jän. 2025)
Gebäudestand 18 (2001)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 06925
Zählsprengel/ -bezirk Großpertenschlag (32519 000)

Luftaufnahme von Kronberg im Winter
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
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Kronberg ist ein Ortsteil der Katastralgemeinde Kleinpertenschlag und eine Ortschaft in der Marktgemeinde Altmelon im Bezirk Zwettl im Nordwesten Niederösterreichs im Waldviertel. Die Ortschaft hat 44 Einwohner (Stand 1. Jänner 2025)[1].

Geografie

Kronberg liegt im Waldviertler Hochland, die hügelige Landschaft ist von großen Waldflächen durchzogen. Es sind auch zahlreiche Granitblöcke verstreut in der Landschaft zu finden. Kronberg liegt an der Grenze Niederösterreichs zu Oberösterreich, durch diese Nähe zur oberösterreichischen Gemeinde St. Georgen am Walde haben die Haushalte in Kronberg eine oberösterreichische Postanschrift. Es besteht eine Schul- und Pfarrzugehörigkeit zum nahen St. Georgen am Walde. Marchstein in der Gemeinde Altmelon sowie Ottenschlag und Linden in der Gemeinde St. Georgen am Walde sind die direkten Nachbarorte von Kronberg.

Geschichte

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 20 Häusern genannt, das nach St. Georgen am Walde eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Rappottenstein besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus, besorgte die Konskription und hatte die Grundherrschaft inne.[2] Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in Kronberg ein Müller und ein Landwirt mit einem Sägewerk ansässig.[3] Die Kronbergmühle befand sich im Südwesten am Nußbach (heutige Adresse Kronberg Nr. 11).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Klausteich

Der Klausteich, ein ehemaliger Schwemmteich, wird heute als Fisch- und Badeteich genutzt. Er liegt an der Grenze zu Oberösterreich und ist über einen kurzen Fußweg erreichbar. Das Wasser ist sauber, weist aber durch den hohen Huminstoffgehalt eine deutliche Braunfärbung auf. Im Jahre 1934 kam es zu einem Dammbruch und zur Flutung des Nußbachtals. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden, allerdings wurde eine Stallungsanlage von den Wassermassen mitgerissen.

Eisernes Bild

Die Kapelle „zum Eisernen Bild“ ist der Legende nach der wundersamen Rettung eines verirrten Wanderers zu verdanken, der aus Dankbarkeit ein Bild zu Ehren der göttlichen Dreifaltigkeit malen ließ. Am Dreifaltigkeitssonntag, dem Sonntag nach Pfingsten, findet ein Kirtag beim Eisernen Bild statt, zu welchem Leute aus der gesamten Region gerne kommen.

Sonnwendbaum

Kronberg besaß früher auch einen Sonnwendbaum, der eine Besonderheit hatte: es wurden je ein Fläschchen Pfingst-, Oster- und Dreikönigswasser darauf gehängt. Der alte Brauch hatte den Sinn, Blitzschläge abzuhalten. Der Baum selbst aber stellt ein Lebenssymbol dar, er steht für Festigkeit und Lebenskraft. Ein Brauch, der allerdings in den letzten Jahren in Vergessenheit geraten ist und nicht mehr praktiziert wird.

Sonnwendfeuer

Auch dieser Brauch wäre beinahe in Vergessenheit geraten. Doch 2006 gelang es nach langjähriger Pause den engagierten Veranstaltern dieses Fest durchzuführen, was sehr positiv von der Bevölkerung aufgenommen wurde und zu großer Beteiligung führte. Auch 2008 wurde wieder ein Sonnwendfeuer veranstaltet.

Sport

  • zahlreiche Wander- und Mountainbikewege
  • Im September 2007 war Kronberg Mitveranstalter des Extrem-Mountainbike-Spektakels Granitbeisser
  • jegliche Art von Natursport

Verkehr

Ein gut ausgebauter Güterweg durch Kronberg verbindet die Bundesstraßen B119 (Greiner Straße) und B119a.

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 333 (Ausgabe 1769; Kronberg in der Google-Buchsuche).
Commons: Kronberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  2. Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Erster Band: A–L. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 384 (Kronberg in der Google-Buchsuche).
  3. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 329