Kreuzwegkapelle Velmede
Die Kreuzwegkapelle in Velmede (Gemeinde Bestwig) wurde 1885/86 im neugotischen Stil als Anfangsgebäude des bereits existierenden Kreuzweges erbaut. Sie wurde im März 2019 vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Denkmal des Monats ausgewählt.
Baugeschichte
Die Kreuzwegkapelle in Velmede wurde in den Jahren 1885/1886 auf einem privaten Grundstück des damaligen Ortsvorstehers Gödde errichtet. Sie stand am Anfang des Kreuzweges, der seit 1860 dem Hang „Am Dorn“ heraufführt. Der Bau ging auf eine Initiative der Einwohner Velmedes zurück. Die Kapelle ist Jesus Christus als „blutschwitzendem Heiland“ geweiht. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts kam es durch örtliche Initiativen zu mehreren Instandsetzungen, unter anderem in den 1970er- und 1980er-Jahren, ebenso erfolgte zwischen 2014 und 2018 eine umfassende Restaurierung, die von der Gemeinde Bestwig und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe finanziell gefördert wurde. Die Arbeiten umfassten neben der bautechnischen Sanierung auch die konservatorische Behandlung der Innenmalereien sowie die Untersuchung, Sicherung und teilweise Rekonstruktion der historischen Fenster.
Baubeschreibung
Die Kapelle ist ein kleiner oktogonaler Zentralbau mit verputzten Außenwänden über einem niedrigen Bruchsteinsockel. Die Wandflächen werden durch spitzbogige Nischen gegliedert. Neben dem Eingang in den Wänden befinden sich vier hochrechteckige Fenster. Die Kapelle hat ein steiles schiefergedecktes Zeltdach. Darauf ist ein Metallkreuz angebracht, das die Leidenswerkzeugen Christi zeigt.
Der Innenraum wird von einem aus mehreren Jochen bestehenden Kreuzrippengewölbe in neugotischen Formen überspannt. Das Gewölbe trägt ornamentale und florale Dekorationsmalereien aus der Bauzeit. Diese waren bei älteren Renovierungen teilweise vereinfacht worden. Bei der jüngsten Renovierung wurden die Malereien gereinigt und gesichert und geringfügig retuschiert. Das Altarbild „blutschwitzenden Heiland“ zeigt eine Ölbergdarstellung. Diese steht in einem inhaltlichen Zusammenhang mit dem Bildprogramm der Kirchenfenster.
Von den historischen Fenstern in Grisailletechnik sind zwei komplett im Originalzustand erhalten, ein weiteres teilweise original. Das letzte Fenster stammt aus einer späteren Zeit. Neben eher ornamentalen Elementen (Weinlaub, Scherenschnitte, Randstreifen) enthalten die Fenster im oberen Bereich runde Bildmedaillons. Sie zeigen Darstellungen der fünf schmerzhaften Rosenkranzgeheimnisse. Die Darstellungen wurden der Bibel in Bildern von Julius Schnorr von Carolsfeld entnommen und mit Hilfe einer damals neuen Glasdrucktechnik hergestellt. Erhalten sind die Darstellung des Kreuztragung Christi und der Kreuzigung Christi. Ein Großteil der Dornenkrönung ist nicht mehr erhalten. Die Darstellung der Geißelung Christi existiert gar nicht mehr. Da die Bilderbibel keine Geißelung Christi enthält, wurde für das inzwischen verlorene Bild ein Kupferstich aus dem Jahr 1509 von Lucas van Leyden genutzt.[1]
Weblinks
- Pressemitteilung des LWL
- Bericht Sauerlandkurier 26. März 2019
- Bericht Westfalenpost vom 12. Dezember 2016
Einzelnachweise
- ↑ Dirk Strohmann: Nazarenische Bilderbibel auf Glas. In: Denkmalpflege Westfalen-Lippe. 1/2020 Münster, 2020 S. 4–13
Koordinaten: 51° 21′ 36,4″ N, 8° 22′ 37,4″ O