Kreuzkirche (Lugau)

Die evangelische Kreuzkirche ist eine neuromanische Saalkirche in Lugau im Erzgebirgskreis in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Lugau-Niederwürschnitz im Kirchenbezirk Annaberg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Geschichte und Architektur

In den Jahren 1842/43 wurde die Saalkirche anstelle eines westlich gelegenen, vermutlich auf eine spätromanische Gründung zurückgehenden Vorgängerbauwerks erbaut. Der Chor mit seitlichen Sakristeien sowie querschiffartigen Anbauten stammt aus dem Jahr 1883. Im Jahr 1906 wurde durch Paul Lange aus Leipzig eine Westfassade vorgeblendet und das Innere erneuert. Weitere Erneuerungen erfolgten in den Jahren 1953/54, wobei der Altaraufsatz entfernt wurde, sowie eine Restaurierung des Inneren in den Jahren 1992/93.

Das Bauwerk ist ein Putzbau mit stark eingezogenem Chor und Fünfachtelschluss; der schlanke Dachreiter stammt aus dem Jahr 1906. Die Westfassade ist in neuromanischen Formen gestaltet; über dem Hauptportal befindet sich ein Glasmosaik mit der Darstellung des segnenden Christus, entworfen von Paul Mohn, ausgeführt durch Puhl und Wagner in Berlin-Rixdorf.

Nordwestlich der Kirche befindet sich ein freistehender Turm über quadratischem Grundriss mit rundbogigem Durchgang aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, der wohl ehemals den befestigten Zugang zum Kirchhof bildete; am Turm sind zwei Inschrifttafeln angebracht, bezeichnet mit den Jahreszahlen 1508 und 1697.

Ausstattung

Das Innere zeigt im Wesentlichen eine Ausgestaltung aus dem Jahr 1906 durch Paul Lange mit flacher, ornamental bemalter Kassettendecke und schlichten Emporen. Drei große Farbglasfenster im Chor mit einer Darstellung des auferstandenen Christus, flankiert von Luther und Melanchthon, bilden den Blickpunkt.

Ein lebensgroßes Kruzifix von Peter Breuer ist mit der Jahreszahl 1502 bezeichnet. Eine spätgotische Pietà vom Anfang des 16. Jahrhunderts ist heute ergänzt und übermalt. Die Kanzel aus dem Jahr 1883 zeigt Schnitzfiguren von Christus und den Evangelisten. Die geschnitzte Bergmannsfigur als Kanzelträger stammt von Ernst Kaltofen aus Schneeberg, die lebensgroße Schnitzfigur von Johannes dem Täufer von Hugo Spieler aus Dresden und das ehemalige Altargemälde mit Christus und den Emmausjüngern von Wilhelm Steinhausen aus Frankfurt am Main.

Die Orgel ist ein Werk von Oskar Ladegast aus dem Jahr 1906 mit 36 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Nach einer Umdisponierung und Erweiterung im Jahr 1938 durch Jehmlich erfolgte in den Jahren 2006/07 eine Restaurierung durch Georg Wünning.[1]

Umgebung

Südwestlich neben der Kirche befindet sich das Pfarrhaus, ein regionaltypisch mit verschiefertem Obergeschoss ausgeführtes, zweigeschossiges Bauwerk mit Krüppelwalmdach.

Literatur

Commons: Kreuzkirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Informationen zur Orgel auf organindex.de. Abgerufen am 7. Oktober 2025.

Koordinaten: 50° 44′ 29,1″ N, 12° 44′ 1,7″ O