Krematorium (Weimar)
Das Krematorium in Weimar steht auf dem Hauptfriedhof[1] und hat die Anschrift Berkaer Straße 4a.
Geschichte
Im Jahr 1911 erbaute der Weimarer Stadtbaurat August Lehrmann das Krematorium.[2] Das Leichenhaus, dessen Vorgänger am Haupteingang zum Historischen Friedhof stand, mit dem unterirdischen Krematorium wurde neben der 1906 von seinem Lehrmanns Vorgänger Bruno Schmidt errichteten neuen Kapelle erbaut, die als Trauerhalle fungiert. Diese wurde im neoromanischen Stil gestaltet. Ein Vorschlag zur Errichtung eines Krematoriums wurde bereits 1906 publiziert.[3] Markant tritt auch der neoromanische Säulentempel hervor. Um das Gebäude herum wurde 1906 halbkreisförmig ein Urnenhain angelegt. Das Krematorium besitzt zwei Schornsteine und damit mindestens zwei Verbrennungsöfen.
Das Krematorium auf dem Hauptfriedhof ist in besonderer Weise mit den Vorgängen im KZ Buchenwald verbunden, was lange bestritten wurde. In der Zeit des Nationalsozialismus diente das Krematorium auch zur Einäscherung von KZ-Häftlingen aus dem KZ Buchenwald und seinen Nebenlagern. Die häufigen Leichentransporte sorgten in der Weimarer Bevölkerung zeitweilig für Unmut. Von 1937 bis 1940 ließ die SS zwischen 2000 und 3500 Leichen aus dem KZ Buchenwald im Weimarer Krematorium einäschern[4][5], was dort zu erheblichen technischen Schwierigkeiten führte, ehe 1940 das Lagerkrematorium des KZ Buchenwald in Betrieb ging.
Das Krematorium wird noch heute betrieben. Es hat mehrere Modernisierungen erlebt; allerdings war unter anderem der technische Stand der Steuerungstechnik Gegenstand notwendiger Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen ab 2022.[6] Es gab zwischenzeitlich auch Beanstandungen.
Literatur
- Henning Winter: Die Architektur der Krematorien im Deutschen Reich 1878–1918. J. H. Röll, Dettelbach 2001, ISBN 3-89754-185-8, S. 325–329. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher)
Weblinks
Koordinaten: 50° 58′ 9,8″ N, 11° 19′ 20,4″ O
- https://www.mdr.de/video/mdr-videos/b/video-690522.html
- https://stadt.weimar.de/stadtverwaltung/organisationseinheit/friedhofbestattung-150/
Einzelnachweise
- ↑ Der Hauptfriedhof schließt sich südlich an den Historischen Friedhof an.
- ↑ Hauptfriedhof. In: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 190. (Die Namensnennung „August Lehmann“ ist ein Druckfehler, einen Stadtbaurat August Lehmann gab es in Weimar nicht!)
- ↑ Henning Winter: Die Architektur der Krematorien im Deutschen Reich 1878–1918. (vergleiche Literatur)
- ↑ https://www.weimar-im-ns.de/ort35.php
- ↑ Was wussten die Weimarer Bürger vom KZ Buchenwald? In: mdr.de. 16. Januar 2023, abgerufen am 13. März 2024.
- ↑ https://www.pressreader.com/germany/thuringische-landeszeitung-weimar/20220128/281968906076068